Amtsgericht Herford verhandelt Überfall eines Asylsuchenden auf eine Taxifahrerin in Bad Oeynhausen
»Er wirkte, als wäre er auf der Flucht«

Bad Oeynhausen/Löhne (WB/muk). Die Angst, die eine 48-jährige Taxifahrerin aus Bad Oeynhausen während eines Überfalls am Abend des 1. März vor dem Nordbahnhof empfunden hat, ist auch fünf Monate später noch spürbar. Gestern begann das Verfahren vor dem Amtsgericht Herford. Wie berichtet, soll ein aus Algerien stammender Flüchtling (29) für den Angriff verantwortlich sein. Laut Anklage habe er versucht, das Taxi zu rauben.

Freitag, 05.08.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 05.08.2016, 15:21 Uhr
Auf dem Vorplatz des Nordbahnhofs soll Anfang März ein 29-Jähriger eine Taxifahrerin überfallen haben. Archivfoto: Claus Brand

Mit dem Fall befasst sich das Jugendschöffengericht unter dem Vorsitz von Richterin Alexandra Sykulla. Grund dafür ist ein weiterer möglicher Überfall auf eine 16-Jährige aus Niedersachsen am selben Abend. Der Tatverdächtige soll sie zuvor in einem Zug der Westfalenbahn auf der Fahrt von Braunschweig nach Osnabrück überfallen haben, las Staatsanwalt Christopher York aus der Anklage vor. In der Folge war der Zug im Bahnhof in Löhne von der Polizei gestoppt worden.

Während des Verfahrensauftaktes wirkte der 29-Jährige in sich gekehrt, blickte die meiste Zeit nach unten. Der Zeugenbefragung folgte er mit Hilfe einer Dolmetscherin, die ins Arabische übersetzte. Zu den wenigen Augenblicken, in denen er aufblickte, gehörte jener Moment, als eine Zeugin des Überfalls auf die Taxifahrerin eine Feststellung machte: »Mir ist in Erinnerung geblieben, dass der Mann stechende Augen hatte, ich weiß nicht warum.«

Angreifer wirkte hektisch und aufbrausend

Gegen 22.40 Uhr soll es zum Überfall auf dem Vorplatz des Nordbahnhofs gekommen sein. Die angegriffene Taxifahrerin saß in ihrem Wagen, wartete auf einen Fahrgast. Durch die geöffnete Seitenscheibe sprach sie mit einer Bekannten (28), die in einem weiteren Wagen saß. Aus Richtung des City-Centers sei der Angeklagte gekommen. »In gebrochenem Deutsch sagte er, dass er Arzt ist und den Wagen braucht. Er wirkte hektisch, aufbrausend. So, als wäre er auf der Flucht«, erinnerte sich die Taxifahrerin.

Während des Gerangels sei es dem Mann gelungen, die Fahrerin aus ihrem Wagen zu zerren. Dabei verletzte sie sich an den Knien. Zur Hilfe eilten eine weitere Taxifahrerin (49) sowie zwei Kollegen (47 und 53). Beherzt habe der 47-Jährige den Angreifer in den »Schwitzkasten« genommen. »Dann gab er mir eine Kopfnuss und meine Nase blutete«, sagte der Zeuge. Dennoch sei es gelungen, den Angreifer bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten.

An die Tat hat der Angeklagte, der auf der Flucht aus Algerien durch »Staatsgewalt« traumatisiert worden sei, nach Angaben seines Rechtsanwaltes Mario Prigge keine Erinnerung. Auch der 16-jährigen Schülerin, die im Zug überfallen worden war, fiel es schwer, sich an den Täter zu erinnern. Zwar habe ein Mann im Zug randaliert, wollte die Tür zum Zugfahrer öffnen und ihr die Einkaufstüten wegnehmen, so dass sie ein Pfefferspray einsetzte. »Ich weiß aber nicht, ob es der Angeklagte war«, sagte sie.

Die Verhandlung wird am Donnerstag, 11. August, fortgesetzt.

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