Module in Antriebstechnik ausgefallen – Wasserstand gesunken
Sielwehr: Defekte Technik schnell ersetzt

Bad Oeynhausen(WB). Kleine Ursache, große Wirkung: Ein Defekt in der Antriebstechnik für einen der beiden Elektromotoren für eine der beiden Klappen am Sielwehr hat am Sonntag dafür gesorgt, dass der Wasserstand der Werre rapide gesunken ist. Die beiden defekten Module konnten bereits gestern morgen ausgetauscht werden.

Dienstag, 16.08.2016, 06:00 Uhr
Blick auf die Werre und die Brücke über das Sielwehr: Die Auswirkungen des technischen Defektes in der Steuerungstechnik für eine der Klappen des Wehrs sind klar zu sehen. Foto: Claus Brand
Blick auf die Werre und die Brücke über das Sielwehr: Die Auswirkungen des technischen Defektes in der Steuerungstechnik für eine der Klappen des Wehrs sind klar zu sehen. Foto: Claus Brand

Im Normalfall regelt sich die Klappe über den Wasserstand der Werre automatisch. Durch den Defekt ist sie heruntergefahren. mit der Folge des Wasserabflusses. Die Information über das technische Problem erreichte Horst Peper, Technischer Leiter des Staatsbades, an seinem letzten Urlaubstag. Ohne lange zu überlegen, eilte er zum Sielwehr. Zunächst gingen er und seine Kollegen davon aus, dass möglicherweise sogar der ganze Motor in dem kleinen Technikgebäude auf der Werster Seite des Sielwehres defekt ist. »Das hat sich zum Glück nicht bestätigt«, sagte der 58-Jährige gestern erleichtert, während er auf den nach wie vor niedrigen Wasserstand blickte. Am Sonntag hatten er sowie Friedhelm Vogt-Dunken, Elektriker beim Staatsbad, und Schlosser Udo Holtz mit Kurbel und Manneskraft versucht, das Schott ein Stück weit wieder zu schließen. »Mit Blick auf den normalen Wasserstand haben wir das auch zu 20 Prozent geschafft. Mehr war nicht zu machen«, erklärte Peper. Insgesamt sei der Wasserstand um etwa 2,50 Meter gefallen.

Ersatzteile können schnell beschafft werden

Die Ersatzteile für die defekten Module konnten die Staatsbad-Mitarbeiter gestern über einen Elektrogroßhandel beziehen. »Wäre der Motor nicht mehr zu reparieren gewesen, hätte uns das Probleme bereitet. Der wäre so schnell sicher nicht zu beschaffen gewesen«, meinte Dirk Henschel, Leiter des Eigenbetriebes Staatsbad. »Den hat nicht jeder Elektriker mal eben zu Hause liegen.« Eine Reparatur hätte man möglicherweise über eine heimische Elektromotorenwickelei erledigen lassen können. Henschel: »Beide Elektromotoren stammen aus dem Jahr 1956 und sind von einem Bielefelder Unternehmen gefertigt worden. Die sind langlebig.« Die Antriebstechnik, deren Module jetzt ihren Dienst unerwartet quittierten, sind dagegen nach Angaben des Technischen Leiters des Staatsbades erst vor etwa sechs Jahren installiert worden. Laut Peper sind zwei Einschaltmodule für den Elektromotor, der die Klappe antreibt, verbrannt. Während der Austausch der Module das Staatsbad vom reinen Materialwert 5o bis 60 Euro gekostet hat, konnten weder Henschel noch Peper beziffern, was ein neuer Motor gekostet hätte.

Auch Kokturkanal von niedrigem Wasserstand betroffen

Der Technische Leiter ging gestern Mittag davon aus, dass bereits am späteren Nachmittag der normale Wasserstand der Werre wieder erreicht sein würde. »Gegen 16 Uhr müssten wir wieder bei einem Wasserstand von 2,80 Meter liegen«, meinte Peper. Gegen 12 Uhr lag er bei etwa einem Meter. Henschel ergänzte: »Wenn man die Klappe aber zu schnell hochfährt, riskiert man, dass sich im Unterlauf gar kein Wasser mehr befindet. Das muss man beachten und verhindern.«

Im Zuge des Defektes und der Folgen für den Wasserstand spiegelte sich diese Situation Eins zu Eins im Wasserstand des nahen Kokturkanals wider. Der Leiter des Eigenbetriebes: »Am Sonntag war er fast komplett leer.« Nach aktuellem Stand habe man keine negativen Auswirkungen auf die Tierwelt beobachten können.

Henschel und Peper sind froh, dass das Staatsbad zur Behebung des Defekts nicht tiefer in die Tasche greifen musste. Denn das wäre zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt der Fall gewesen. 2017 soll nach derzeitiger Planung mit der Umgestaltung der Anlage begonnen werden. Angestrebt wird die Renaturierung der Werre in Bad Oeynhausen und Löhne.

Aus Löhner Sicht

Ralf Isemann, bei der Stadt Löhne für die Gewässerunterhaltung zuständig, sagte: »Natürlich war der geringe Wasserstand in Löhne zu sehen. Wenn die Klappe am Sielwehr unten ist, sinkt er erheblich. Wäre es zu einer länger andauernden Absenkung gekommen, hätte das Umweltschäden zur Folge haben können. Er befürchtet, dass die Löhner Angler Einbußen haben werden, weil viele der von ihnen eingesetzte Fische die Werre heruntergeschwommen sein könnten.

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