Schauspielerin Corinna Harfouch liest bei den »Poetischen Quellen«
Auf dem Weg zur Apokalypse

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Mit der Verpflichtung der Schauspielerin Corinna Harfouch für die 15. »Poetischen Quellen« in Bad Oeynhausen und Löhne ist dem Künstlerischen Leiter Michael Scholz ein Glücksgriff gelungen: 400 Besucher waren am Mittwoch beim Auftakt des Literaturfests dabei.

Freitag, 26.08.2016, 05:00 Uhr
Nach der Performance fällt die Spannung von der Schauspielerin Corinna Harfouch und ihrem Sohn, dem Tonkünstler Johannes Gwisdek, ab. Zum Auftakt der »Poetischen Quellen« haben sie Etel Adnans »Arabische Apokalypse« vorgetragen. Foto: Malte Samtenschnieder
Nach der Performance fällt die Spannung von der Schauspielerin Corinna Harfouch und ihrem Sohn, dem Tonkünstler Johannes Gwisdek, ab. Zum Auftakt der »Poetischen Quellen« haben sie Etel Adnans »Arabische Apokalypse« vorgetragen. Foto: Malte Samtenschnieder

Im Mittelpunkt der Sonderveranstaltung zum 15-jährigen Bestehen der »Poetischen Quellen« stand das künstlerische Schaffen Etel Adnans. Michael Scholz hatte der Schauspielerin Corinna Harfouch die Rolle zugedacht, den Text »Arabische Apokalypse« der libanesischen Schriftstellerin vorzutragen. Diese Aufgabe meisterte Corinna Harfouch mit Bravour. Bei ihrer eindringlichen Performance wurde sie von ihrem Sohn, dem Tonkünstler Johannes Gwisdek, unterstützt.

Auftakt der »Poetischen Quellen«

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»Etel Adnan schafft Texte, bei denen man als Leser besondere Erfahrungen macht«, erläuterte Corinna Harfouch dem Publikum in der Auferstehungskirche in Bad Oeynhausen. In den Texten eröffneten sich ungeahnte Räume, in denen sich bisweilen Heftiges abspiele. »Oft trifft es einen wie ein Blitz«, meinte die Schauspielerin.

Das war auch während der Lesung der »Arabischen Apokalypse« der Fall. Der aus 59 Gedichten bestehende Zyklus entstand 1980. Darin entwirft Etel Adnan aberwitzige Bilder einer aus den Fugen geratenen Welt. Sie versucht Worte dafür zu finden, was der Mensch dem Menschen antun kann. Eigentlich Unaussprechliches kleidet sie in Gedichte.

Corinna Harfouch lieh Etel Adnan, die angesichts ihres Alters von 91 Jahren nicht aus ihrer Wahlheimat Frankreich anreisen konnte, nicht nur ihre Stimme. Mit Mimik und Gestik machte die Schauspielerin die apokalyptische Vision Etel Adnans, die sie als enge Freundin bezeichnet, für die faszinierten Zuhörer erlebbar. Mit düsteren, sich verschiebenden Klangwolken unterstrich der Tonkünstler Johannes Gwisdek die Endzeitstimmung. Durch das perfekte Zusammenwirken von Mutter und Sohn riss der Spannungsbogen nie ab.

Ausstellung »Bilder Schreiben« ist noch bis 2. Oktober zu sehen

Außer den Texten von Etel Adnan räumte Michael Scholz auch weiteren Facetten ihres künstlerischen Schaffens Raum ein. Zeitgleich wurde die Ausstellung »Bilder Schreiben« mit einer Auswahl von Zeichnungen und Aquarellen sowie dem Manuskript zu »Arabische Apokalypse« eröffnet. Eine fundierte Einführung gab die Kuratorin Klaudia Ruschkowski.

Hanna Mittelstädt, Etel Adnans Verlegerin in Deutschland, hatte zudem zu fortgeschrittener Stunde noch eine Buchpremiere im Gepäck. Sie stellte Passagen aus Etel Adnans jüngstem Werk »Nacht« vor, das erst seit wenigen Tagen erhältlich ist.

Die »Poetischen Quellen« werden noch bis zum Wochenende fortgesetzt. Ein Höhepunkt ist das Sonntagsgespräch mit Harald Welzer, Alexander Pschera und Stefan Selke an diesem Sonntag um 11.30 Uhr auf der Aqua Magica der Städte Bad Oeynhausen und Löhne. Weitere Infos gibt es auf der Internetseite der »Poetischen Quellen« .

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