Stärkung des Ehrenamtes in der Feuerwehr: Rat soll über Konzept vor Weihnachten entscheiden
Aufwandsentschädigung inklusive

Bad Oeynhausen (WB). Den Idealismus für das Ehrenamt bringen die Aktiven der neun Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr alle mit. Dass es für diesen Einsatz und Aufwand in der Freizeit – gerade auch der Führungskräfte – eine Entschädigung geben muss: Darüber besteht nach jüngsten Gesprächen zwischen Stadtverwaltung und Feuerwehr inzwischen Einigkeit.

Dienstag, 06.09.2016, 06:00 Uhr
Bürgermeister Achim Wilmsmeier zeigt den Brandschutzbedarfsplan bis 2020. Er ist auch die Grundlage laufender Gespräche zur Stärkung des Ehrenamtes in der Feuerwehr. Foto: Claus Brand
Bürgermeister Achim Wilmsmeier zeigt den Brandschutzbedarfsplan bis 2020. Er ist auch die Grundlage laufender Gespräche zur Stärkung des Ehrenamtes in der Feuerwehr. Foto: Claus Brand

»Detailfragen sind aber noch zu klären«, sagt Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Eine politische Entscheidung dazu im Stadtrat strebt er für die letzte Sitzung vor Weihnachten an.

Grundlage aller derzeit laufenden Gespräche ist die Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes für den Zeitraum von 2015 bis 2020. Wilmsmeier: »Zu den unterschiedlichen Aspekten sind mehrere Arbeitsgruppen gebildet worden.« Im Spätherbst des vergangenen Jahres war der Brandschutzbedarfsplan zuvor vom Stadtrat verabschiedet worden. »Diese Entscheidung hat sehr lange auf sich warten lassen«, führt Wilmsmeier weiter aus, der vor fast einem Jahr sein Amt angetreten hat. Mehrere Jahre sei debattiert worden, ohne zu einer Entscheidung zu kommen. »Ich bin froh, dass jetzt alle Beteiligten auf der Grundlage des Plans ins Gespräch gekommen sind und die Probleme, die zu lösen sind, auf dem Tisch liegen.« Das sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen. Über Details sich jetzt zu äußern, sei aber viel zu früh. »Das würde nur unnötig Porzellan zerschlagen. Das will niemand.«

Stärkung des Ehrenamts

Neben den Millionen-Investitionen, die in Zukunft für die Infrastruktur des Feuerwehrwesens in Bad Oeynhausen zu tätigen sind, enthält der Brandschutzbedarfsplan vor allem auch eine klare Aufgabe mit Blick auf die personelle Aufstellung der Feuerwehr. Stadt und Feuerwehrführung arbeiten zurzeit an Plänen zur Stärkung des Ehrenamts in der Feuerwehr. Wilmsmeier: »Und dazu gehört neben Jugendarbeit und anderen Punkten auch der Aspekt der Aufwandsentschädigung.« Er räumt ein, dass es dafür in vielen anderen Städten und Gemeinden bereits Regelungen gibt. Sie seien aber nicht einfach Eins-zu-Eins übertragbar, da die Feuerwehr-Strukturen in den Kommunen sehr unterschiedlich seien. Willmsmeier: »Auf der Basis von neun Löschgruppen haben wir für die Einsätze derzeit vier Züge.« Um eine bessere Verfügbarkeit zu erreichen, könne man beispielsweise über eine Zusammenfassung in drei Züge nachdenken. Wolle man in Bad Oeynhausen zu einer Richtlinie für die Aufwandsentschädigung vom nächsten Jahr an kommen, müsse eine Entscheidung in der letzten Ratssitzung dieses Jahres fallen. Wilmsmeier: »Die notwendigen Mittel müssen ja auch im Haushalt für 2017 bereitgestellt werden.«

Zur Stärkung des Ehrenamtes in der Feuerwehr werde es seiner Einschätzung nach auch gehören, mehr Werbung dafür zu machen, »eine offensive und gute Öffentlichkeitsarbeit zu betreiben«. Wie sie aussehen könne, werde derzeit erarbeitet. Stimme die Politik diesem Aspekt des Konzeptes und ihm auch insgesamt zu, »wird man dafür auch Geld in die Hand nehmen müssen«, erklärt er in diesem Zusammenhang.

Ziel: Ein neues Gerätehaus für zwei Löschgruppen

Unbestritten sei, dass zur Attraktivität der Feuerwehr auch attraktive Standorte, also Gerätehäuser, gehören. Zu Überlegungen, an der Detmolder Straße auf dem Gelände eines ehemaligen Landschaftsbaubetriebes, ein neues Gerätehaus für die Löschgruppen Bad Oeynhausen-Alt und Lohe zu errichten, meint er: »Das macht nur dann Sinn, wenn damit insgesamt auch das Problem gelöst wird, dass es derzeit weiße Flächen südlich der Südbahn gibt mit Gebieten, die die Feuerwehr nicht innerhalb von acht Minuten nach einer Alarmierung erreicht.« An dieser Vorgabe sei zu arbeiten, auch mit Blick darauf, dass ein neues Gerätehaus an dieser Stelle nur dann Sinn mache, wenn im gleichen Atemzug auch eine ausreichende Zahl von Feuerwehrleuten in diesem Bereich verfügbar sei, »ohne vor einem Einsatz zunächst die Südbahn passieren zu müssen«. Bislang trifft dies sowohl auf die Mitglieder der Hauptwache der Feuerwehr an der Königstraße zu sowie auf die ebenfalls dort stationierte Löschgruppe Bad Oeynhausen der Freiwilligen Feuerwehr.

Als weitere Aufgabe sieht es der Bürgermeister, bei Arbeitgebern im Stadtgebiet für die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr zu werben, um die Akzeptanz dort für Einsätze während der Arbeitszeit zu erhöhen. Achim Wilmsmeier: »Auch uns selbst sehe ich hier in der Pflicht.« Er bleibt optimistisch, dass das Konzept zur Stärkung des Ehrenamtes bis zum Spätherbst mit allen Beteiligten abgestimmt und anschließend vorgestellt werden kann.

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