Stadt will bis 2019 elf elektrische Sirenen für 165 000 Euro einrichten
Neues Warnsystem geplant

Bad Oeynhausen (WB). Extreme Wetterlagen nehmen zu, der europäische Sommer wurde von Terroraktionen erschüttert. Ein neues Warnsystem befindet sich bundesweit im Aufbau und ist auch für Bad Oeynhausen geplant. In wenigen Jahren sollen Sirenen wieder Bestandteil des Stadtbildes sein.

Mittwoch, 07.09.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 07.09.2016, 06:02 Uhr
Seitdem motorisierte Sirenen (oben) in vielen Kommunen abgeschafft wurden, dienen die Medien zur Warnung der Bevölkerung. Da dies jedoch nicht immer und überall gewährleistet werden kann, sollen nun elektrische Sirenen eingesetzt werden. Foto: dpa
Seitdem motorisierte Sirenen (oben) in vielen Kommunen abgeschafft wurden, dienen die Medien zur Warnung der Bevölkerung. Da dies jedoch nicht immer und überall gewährleistet werden kann, sollen nun elektrische Sirenen eingesetzt werden. Foto: dpa

»Nach der Wiedervereinigung und dem Ende des Kalten Krieges wurden die motorisierten Sirenen ein überflüssiger Kostenfaktor«, erläutert Erwin Harbsmeier, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Oeynhausen. »Sie mussten regelmäßig gewartet werden, befanden sich oft an schwer zugänglichen Orten und waren teilweise schon über 50 Jahre alt.« 1996 habe jede Kommune entscheiden können, ob sie die Anlagen behalten wolle. Zu diesem Zeitpunkt habe der Bund einmalig die Rückbaukosten übernommen, danach hätten die Gemeinden zahlen müssen. »Im Kreis Minden-Lübbecke nahmen neben Bad Oeynhausen auch der Großteil der restlichen Kommunen diese Möglichkeit war«, sagt Erwin Harbsmeier.

Bevölkerung wird bislang über Medien informiert

So seien die Sirenen durch Geräte ersetzt worden, die eine Meldekette über Funk aufbauen. »Diese modernen digitalen Apparate dienen nur zur internen Verständigung der Feuerwehr«, erklärt Erwin Harbsmeier. »Das wirkt einer Panik der Bevölkerung entgegen.« Die Bevölkerung wurde bislang bei Katastrophen über die Medien informiert. Nach Angaben der Stadt Bad Oeynhausen nutzt der Bund seit 2001 ein satellitengestütztes Warnsystem (SatWaS), um Katastrophenmeldungen an die Medien weiterzuleiten. Seit drei Jahren befindet sich eine weitere Stufe von SatWaS im Aufbau. Dieses modulare Warnsystem (MoWaS) soll Bürger auch über neue Technologien wie Apps, Pager, Mobilfunk oder intelligente Rauchmelder benachrichtigen.

»Das Konzept hat Schwachstellen«, betont Erwin Harbsmeier. »Einige Bevölkerungsteile nutzen das Internet und die damit verbundenen Geräte kaum oder gar nicht. Und: Wer soll die Bürger nachts im Schlaf erreichen?« Es mangele an einer Weckfunktion, die ab 60 Dezibel Lautstärke einsetze. Im Sirenenerlass NRW 4 steht: »Trotz vieler technischer Neuerungen sind sich Experten darüber einig, dass ein funktionierendes Sirenensystem das Rückgrat zur Warnung der Bevölkerung darstellt.« Dazu sollen 80 Prozent jeder Kommune durch Signale elektrischer Sirenen erreichbar sein.

Neue Sirenen werden über Solarstrom betrieben

»Die neuen Geräte haben eine größere Reichweite, können über Solarstrom betrieben werden und sind bei Stromausfall dank Akkus noch einige Stunden einsatzfähig«, beschreibt Erwin Harbsmeier die Vorteile. In der Ratssitzung vom 29. Juni heißt es, dass für das Gebiet von Bad Oeynhausen elf dieser Anlagen erforderlich sind, die bis 2019 installiert werden sollen. Es entstünden Kosten von 165 000 Euro, abzüglich Fördermittel des Kreises in Höhe von 23 500 Euro. Die Bereitstellung der zusätzlichen Haushaltsmittel müsse noch geplant werden. Eine Ausschreibung des Kreises für eine spezialisierte Firma zum Aufbau der Anlagen stehe noch aus.

Erwin Harbsmeier hält es für wahrscheinlich, dass die Sirenen an öffentlichen Gebäuden wie den Rathäusern oder Schulen angebaut werden. »Die Bevölkerung muss rechtzeitig über die Rückkehr der Sirenen und die Bedeutung der Signalfolgen informiert werden, damit beim ersten Einsatz keine Panik ausbricht«, sagt er. »Ob die Bürger gewarnt werden, entscheidet bei Katastrophen der Krisenstab in der Kreisleitstelle, die die Anlagen bedient.« Er erwarte, dass die Sirenen zur frühzeitigen Aufklärung der Bevölkerung und Schadensbegrenzung in Notsituationen beitragen.

Kommentare

Roland Wedig  schrieb: 07.09.2016 21:04
"Deutschland wird Deutschland bleiben!"..
Merkel 2016: "Deutschland wird Deutschland bleiben!"

Blüm 1995: "Die Renten sind sicher!"

Die "Folgen beider Sprüche" und die Veränderungen, werden uns auch noch in der Zukunft erheblich belasten...

müssen..
1 Kommentare
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