Orthopädie Schuhtechnik Brink besteht seit 125 Jahren – Aktionswoche im Oktober
Jubiläum zwischen Leim und Leisten

Bad Oeynhausen-Werste (WB). Otto von Bismarcks erzwungener Rücktritt vom Kanzleramt lag noch nicht lange zurück, als Fritz Brink im Jahr 1891 eine Schuhmacherei in Werste gründete. Zwei Weltkriege und mehrere Wirtschaftskrisen hat der Betrieb seitdem überstanden. In diesem Jahr blickt die Orthopädie Schuhtechnik Brink auf eine 125-jährige Geschichte zurück.

Mittwoch, 14.09.2016, 06:00 Uhr aktualisiert: 14.09.2016, 09:09 Uhr
Mit dem Meisterbrief des Großvaters: Orthopädieschuhmachermeister Michael Brink führt den Betrieb in vierter Generation. Die Mischung aus handwerklicher Tätigkeit und familiärem Betriebsklima motivieren ihn bei seiner Arbeit.                                                Fotos: Christoph Laabs

»Der Betrieb ist seit jeher im Familienbesitz«, erinnert sich der heutige Inhaber Michael Brink. Er führt die Orthopädie Schuhtechnik Brink bereits in der vierten Generation.

Zum heutigen Namen kam die Firma übrigens erst 1969. »Dann wurde sie zur Orthopädieschuhmacherei, als mein Vater Wilfried die entsprechende Ausbildung abschloss.« Diese Entscheidung habe sich als vorausschauend erwiesen. Denn schon nach dem Zweiten Weltkrieg habe sich der Aufstieg der massenindustriellen Schuhherstellung abgezeichnet. Dies habe das Ende der traditionellen Schuhmacherei bedeutet. »Von ehemals zwölf Schuhmachern in Bad Oeynhausen ist heute außer uns nur noch ein anderer übrig«, sagt Michael Brink.

Immer an neue Entwicklungen angepasst

Der Orthopädiebereich erfordere für den einzelnen Kunden maßgefertigte Produkte und könne nicht durch Konfektionsware ersetzt werden. Dies habe den Fortbestand des Betriebs gesichert. »Mein Vater kannte den Chefarzt für Orthopädie aus der Auguste-Viktoria-Klinik. Die Kooperation beider bescherte einen guten Geschäftsbeginn«, erklärt Michael Brink.

Der Werster Handwerksbetrieb habe sich immer den neuen Entwicklungen angepasst. So können die Mitarbeiter nun Beschwerden von Kunden mit einer elektronischen Fußdruckmessung genau analysieren.

Insgesamt wirkt in der Werkstatt dagegen alles noch sehr traditionell. Die Luft riecht intensiv nach Leim. Hier werden Leisten und Schäfte gebaut und anschließend zum fertigen Schuh montiert. »Handarbeit macht für mich die Schuhmacherei aus«, sagt Michael Brink. Bis zur Fertigstellung von einem Paar könnten bis zu 40 Arbeitsstunden vergehen.

Neben handwerklicher Tätigkeit seien auch die Selbstständigkeit und der soziale Aspekt bedeutend. »Es motiviert mich, mein eigener Herr zu sein und die Lebensqualität anderer Menschen mit meiner Arbeit zu verbessern«, sagt Michael Brink. Der Orthopädieschuhmachermeister absolvierte nach dem Abitur die anschließende Lehre und die Meisterschule in etwas mehr als vier Jahren. Im Jahr 2000 übernahm er den Betrieb.

Ein familiärer Betrieb

Mit seinen Mitarbeitern sei er sehr zufrieden: »Unter uns herrscht ein familiäres Klima, was der Arbeitsmoral sehr zu Gute kommt.« In den 16 Jahren der Geschäftsführung durch Michael Brink seien vier Lehrlinge im Betrieb ausgebildet worden. Unter ihnen sei auch Melina Wiegand gewesen, die nun als Orthopädieschuhmachermeisterin in der Werkstatt arbeite. Im vergangenen Jahr sei der Auszubildende David Metz beim »Leistungswettbewerb des Deutschen Handwerks in NRW« als bester Orthopädieprüfling ausgezeichnet worden. Einen Mitarbeiter hat er besonders vor Augen: Richard Harre, der bis 2005 etwa 30 Jahre tätig war und den er als »Mitarbeiter schlechthin« in Erinnerung behält.

Zudem: »Wir pflegen die Beziehungen zu unseren Stammkunden«, erklärt Michael Brink. »Einige von ihnen machen seit 40 Jahren von unserem Service gebrauch.«

Anlässlich des 125-jährigen Jubiläums ist für Kunden der Orthopädie Schuhtechnik Brink eine Aktionswoche vom 10. bis 15. Oktober vorgesehen.

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