Mo., 26.09.2016

Tanja und Henning Bökamp begrüßen 200 Gäste bei Veranstaltung mit Duo »2Flügel« Alte Schokoladenfabrik als Konzerthalle

Mit Lieblingsliedern und Geschichten unter dem Titel »Wo auch immer« hat das Duo »2Flügel« alias Christina Brudereck (Sprache) und Benjamin Seipel (Musik) etwa 200 Zuhörer in der alten Schokoladenfabrik begeistert.

Mit Lieblingsliedern und Geschichten unter dem Titel »Wo auch immer« hat das Duo »2Flügel« alias Christina Brudereck (Sprache) und Benjamin Seipel (Musik) etwa 200 Zuhörer in der alten Schokoladenfabrik begeistert. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen  (WB). Mit einem einzigartigen Kulturevent haben Tanja und Henning Bökamp am Freitag die alte Schokoladenfabrik belebt: Vor 200 Zuhörern präsentierte das Duo »2Flügel« sein Programm »Wo auch immer«.

Bevor Christina Brudereck und Benjamin Seipel das Publikum mit einer Auswahl ihrer Lieblingslieder und Geschichten erfreuten, ergriff Gastgeberin Tanja Bökamp das Wort. Seit ihr Mann Henning und sie die alte Schokoladenfabrik vor drei Jahren erworben hätten, sei deren Entwicklung für beide ein Herzensprojekt.

»Wir hoffen, dass unsere Vision von einem Ort für Kreativität, Austausch und Kommunikation bis Mitte 2018 Gestalt annimmt«, sagte Tanja Bökamp. In der ehemaligen Produktionshalle werde Geschichte greifbar: »Vor mehr als 100 Jahren begann die Pumpernickelproduktion. Vor 90 Jahren erfolgte die Umstellung auf Schokolade. Und heute nutzen wir die Räume als Konzerthalle.«

Die Verantwortung für den musikalisch-literarischen Teil des Abends hatten Tanja und Henning Bökamp in die Hände des Duos »2Flügel« gelegt. Die Künstler äußerten sich beeindruckt über den ungewöhnlichen Auftrittsort. Pianist Benjamin Seipel hob hervor, dass das Architektenpaar einen tollen Flügel für die Veranstaltung bereit gestellt habe.

Aber nicht nur akustisch, sondern auch optisch kamen die Gäste auf ihre Kosten. So wirkte der in die Jahre gekommene Industriebau keineswegs spröde und kalt. Im Kontrast zu diversen Graffiti aus der Zeit des Leerstands sorgten alte Werbeplakate der Schokoladenfabrik Lammert für farbige Akzente. Dass die alte Schokoladenfabrik von außen und innen in buntes Licht getaucht war, verbreitete ebenso heimelige Atmosphäre wie einige innerhalb des Veranstaltungsraums verteilte Heizpilze.

Texte und Musik greifen perfekt ineinander

Das mehr als zweistündige Programm von Christina Brudereck und Benjamin Seipel einfach als Lesung mit Musik zu bezeichnen, käme einer Abwertung gleich. Denn mit Mitteln der Sprache und der Jazz-Improvisation am Klavier erschuf das Duo etwas Besonderes.

In ihren Texten regte Christina Brudereck die Zuhörer zum Nachdenken an: Das Ende der Apartheid in Südafrika, die Verfolgung der Juden im Nationalsozialismus oder ein kritischer Blick nach Burma – mit Hauptaugenmerk auf dem Umgang des Militärregimes mit Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi – gehörten zu ihren gewichtigen Themen. Zwischendurch gab es Zeit für Schalk und Schabernack – etwa bei einem Ausflug in die Welt von Pippi Langstrumpf oder einem Parforceritt durch eine ambitionierte Ansammlung von Zungenbrechern aus aller Welt.

Mit kongenialen Improvisationen setzte Benjamin Seipel den musikalischen Gegenpol. Als Impulsgeber dienten ihm Motive aus Klassik und Pop von Beethoven bis Sting. Doch auch Eigenkompositionen servierte der Pianist – so eine wuchtige Klangcollage mit Loop-Maschine am Flügel. Zu Recht gab es dafür viel Applaus.

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