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Fr., 28.04.2017

Gute Resonanz auf Workshop zur Neugestaltung ehemaliger Rollschuhbahn im Siel Verschiedene Ideen treffen aufeinander

Gabriele Schmidt (von links), Janina Kracht (beide Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen), Frauke Uhe und Nicola Jenik (beide Planungsbüro »Stadtkinder«) schauen sich während des Workshops im Rathaus I eins der Wunschkonzepte an, das in diesem Fall von Oliver Windus, Jürgen Demberg, Hussein Mawassi, Claudia Pieper-Kahl und Matthias Rixe erarbeitet worden.

Gabriele Schmidt (von links), Janina Kracht (beide Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen), Frauke Uhe und Nicola Jenik (beide Planungsbüro »Stadtkinder«) schauen sich während des Workshops im Rathaus I eins der Wunschkonzepte an, das in diesem Fall von Oliver Windus, Jürgen Demberg, Hussein Mawassi, Claudia Pieper-Kahl und Matthias Rixe erarbeitet worden.

Von Lydia Böhne

Bad Oeynhausen (WB). Die geplante Umgestaltung der ehemaligen Rollschuhbahn im Siel weckt bei vielen Bürgern Wünsche und Ideen. Bei einem Workshop am Mittwoch im Rathaus I haben 30 Interessierte mit dem Planungsbüro »Stadtkinder« Konzepte entwickelt, wie die Fläche künftig genutzt werden könnte.

 

»Das ist wie Weihnachten. Wünschen darf man sich erst mal alles«, sagt Laura Ellen Smaczny. Gemeinsam mit ihrer Tochter Zora (8) und Ralf Heine von der TG Werste gestaltet die Bad Oeynhausenerin in einer von vier Gruppen einen Plan, wie die ehemalige Rollschuhbahn nach ihren Vorstellungen aussehen sollte. Mit buntem Papier, Marker und Aufklebern platzieren die drei unter anderem Bänke, einen Kletterpark für Kinder und ein Beet.

Konzept soll viele Ansätze vereinen

Die Landschaftsarchitektinnen Nicola Jenik und Frauke Uhe vom beauftragten Planungsbüro »Stadtkinder« aus Dortmund verfolgen gespannt, wie sich die Pläne der Gruppen entwickeln. Die Gruppe von Oliver Windus versucht nach eigener Aussage, »so viele Interessen wie möglich mit ihrem Konzept zu vereinen«.

Dass gerade dies der Knackpunkt an der Sache ist, deutet sich schon zu Beginn des Planungsworkshops an. Die angestrebte Umgestaltung, die im Rahmen einer Städtebau-Förderungsmaßnahme erfolgen soll, sieht vor, dass der Platz »multifunktional und für die Öffentlichkeit gedacht sein soll«, erläuterte Arnold Reeker, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung und Bauen. Auch die finanziellen Mittel seien begrenzt.

Dass die Wünsche der Bürger da weitaus größer sind, zeigen die Ergebnisse einer Befragung, die das Planungsbüro bereits durchgeführt hat. 42 befragte Bürger äußerten Wünsche nach einem Trampolin, einem Barfußparcours, Klettermöglichkeiten, einem Imbiss oder weiteren sportlichen Geräten, oder schlugen die Nutzung für Outdoorfitness, etwa als Zumba-Fläche, vor.

Platz bei Basketballern beliebt

Auch die Teilnehmer des Planungsworkshops dürfen noch mal ihre Wünsche äußern. Joachim Bröskiewicz vom Jugendcafé Sonderfahrt bemerkt, dass der Platz vor allem von Basketballern hochfrequentiert ist. Pawel Kröker von der Freeletics-Gruppe würde sich Stangen zum Hochziehen wünschen und Laura Ellen Smaczny fände einen Aufenthaltsort schön.

Jürgen Demberg vom Radsport- und Rollschuh-Club (RRC) Lohe wünscht sich dagegen eine Nutzung im ursprünglichen Sinn einer Rollschuhbahn. »Wenn dort etwas regelmäßig stattfindet, fühlt sich auch jemand für die Fläche verantwortlich und sie verwahrlost nicht so schnell«, gibt Jürgen Demberg zu bedenken.

Ähnlich sehen es auch Rainer Müller-Held und Hans Milberg vom Stadtsportverband. »Die Rollschuhläufer müssen bis hinter Hameln fahren, um zu trainieren, weil es keine Trainingsmöglichkeit gibt«, bemängelt Rainer Müller-Held. Für die Rollschuhbahn werden etwa zwei Drittel des Platzes, etwa 56 mal 26 Meter, sowie ein spezieller Bodenbelag benötigt. Dieser würde laut Nicola Jenik so viel des knapp 60 000 Euro umfassenden Budgets kosten, dass nur wenig Geld für die weitere Gestaltung bliebe.

Weitere Beratung folgt

»Außerdem bekommen wir mit den Bedingungen für den Förderantrag Probleme, wenn die Nutzung der Fläche zu bestimmten Zeiten nur einem Verein zusteht«, sagt Arnold Reeker. Er halte zudem die Lage der Lokalität nicht für eine Rollschuhbahn geeignet und empfiehlt daher die Suche nach einem anderen Platz.

Trotzdem versuchen mehrere Arbeitsgruppen, die Rollschuhbahn mit in ihr Konzept zu integrieren und hingegen den Platz der umliegenden Grünflächen für ihre Ideen zu nutzen. Basket- und Fußball könne man zum Beispiel auch auf der Rollschuhbahn spielen.

Rainer Müller-Held sieht die Entwürfe trotzdem kritisch. »Viele Ideen lassen sich einfach nicht mit einer Rollschuhbahn vereinbaren«, sagt er. Was letztendlich vereinbar ist, wird das Planungsbüro in der kommenden Zeit mit dem Fachbereich Stadtentwicklung und Bauen ermitteln. Auch im nächsten Ausschuss für Stadtentwicklung soll das Thema noch einmal aufgeworfen werden.

Bevor alle Teilnehmer nach zweieinhalb Stunden den Heimweg antreten, dürfen sie noch mit Klebepunkten für ihre Favoriten stimmen, was die Nutzungsmöglichkeit betrifft. Die meisten Stimmen bekommt der Bereich Freeletics, Trim-Dich und Calisthenics. Dicht gefolgt vom Basketballplatz. Gleichauf liegen die Rollschuhbahn und ein Bistro mit Stromnutzung und Sanitäranlagen.

»Wir nehmen alle Anregungen mit in die Planung und bewerten den Dialog zwischen den Interessenverbänden als positiv«, bilanziert Nicola Jenik.

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