Sonderaktion in Bad Oeynhausen stößt auf viel Interesse – keine zusätzlichen IC-Halte
Bahn gewinnt Vertrauen zurück

Bad Oeynhausen (WB). Zum Ende einer dreimonatigen Sonderaktion in Bad Oeynhausen zieht die Deutsche Bahn eine positive Bilanz: Seit Anfang April seien dort deutlich mehr Bahncards zum halben Preis verkauft worden als sonst in einem vergleichbaren Zeitraum zu regulären Konditionen.

Samstag, 01.07.2017, 06:00 Uhr
Seit die Deutsche Bahn auf der IC-Linie 55 neue Großraumzüge der Generation Intercity 2 einsetzt, entfällt der Halt am Nordbahnhof in Bad Oeynhausen. So soll etwa kompensiert werden, dass der Intercity 2 mit geringerer Geschwindigkeit unterwegs ist. Foto: Deutsche Bahn
Seit die Deutsche Bahn auf der IC-Linie 55 neue Großraumzüge der Generation Intercity 2 einsetzt, entfällt der Halt am Nordbahnhof in Bad Oeynhausen. So soll etwa kompensiert werden, dass der Intercity 2 mit geringerer Geschwindigkeit unterwegs ist. Foto: Deutsche Bahn

Das geht aus einem Brief von Werner J. Lübberink, Konzernbevollmächtigter für das Land NRW, an Bürgermeister Achim Wilmsmeier hervor. Wie dem Schreiben, das der Redaktion vorliegt, zu entnehmen ist, sei die Sonderaktion im Nordbahnhof nach Aussage der Kollegen vor Ort gut bei den Kunden angekommen.

»Gleichzeitig haben wir allen Pendlern mit Fernverkehrsabonnements zum Ausgleich für die Umstellung der gewohnten Reiseverbindung Gutscheine zur Verfügung gestellt«, teilt Werner J. Lübberink mit. Er bezieht sich damit auf die Streichung von elf IC-Halten Ende 2016 . Vom zugesagten Sonderkündigungsrecht aufgrund geänderter Abfahrtszeiten haben Kunden nach Angaben des Konzernbevollmächtigten bisher nur vereinzelt Gebrauch gemacht.

Trassenkonflikte und Anschlusssicherung

Auch zu der von Pendlern geäußerten Kritik, die Streichung der IC-Halte sei angesichts von Standzeiten der Züge der IC-Linie 55 von bis zu 20 Minuten im Hannoveraner Hauptbahnhof nicht nötig, äußert sich Werner J. Lübberink in dem Brief an die Stadt. Diese seien einerseits durch Trassenkonflikte mit anderen Zügen in der Zugführung zum beziehungsweise im Hauptbahnhof sowie andererseits durch die Anschlusssicherung für Reisende zu erklären.

»Aufgrund der Vielzahl der Zugfahrten auf der hoch ausgelasteten Infrastruktur ist der Fahrplan in Hannover Hauptbahnhof sehr starr, so dass Verschiebungen einzelner Fahrten auch um wenige Minuten nach vorne oder nach hinten fast unmöglich sind«, schreibt der Konzernbevollmächtigte. Eine Folge wäre es seiner Einschätzung nach, das Gesamtsystem neu ordnen zu müssen.

In der Ost-West-Relation würde laut Lübberink eine spätere Abfahrt der IC-Züge in Minden zu einem Trassenkonflikt mit der S-Bahn-Linie 1 führen. Diese werde aktuell von den IC-Zügen in Wunstorf passiert. Die Folge wäre laut Lübberink, dass der überregional verkehrende IC bis Hannover Hauptbahnhof hinter der S-Bahn herfahren und folglich deutlich später ankommen würde.

»Bei einer früheren Abfahrt der IC-Züge in Hannover in Richtung Westen bestünde ebenfalls ein Konflikt mit der S-Bahn-Linie 1«. teilt der Konzernbevollmächtigte mit. Diese Linie werde aktuell in Haste überholt. Ein früheres Verlassen des Hannoveraner Hauptbahnhofes würde laut Lübberink dazu führen, dass der IC auf die S-Bahn auflaufe und entsprechend auch nicht früher in Minden wäre.

Komplexes Fahrplangefüge in Hannover

Die Möglichkeiten für einen zusätzlichen Halt beim Frühzug (Abfahrt ab Minden um 7.46 Uhr in Richtung Hannover) habe die Bahn ebenfalls untersucht: »Da eine spätere Ankunft in Hannover durch das komplexe Fahrplangefüge in Hannover nicht umsetzbar ist, haben wir geprüft, ob der IC 2445 in Dortmund einige Minuten früher abfahren könnte, um diesen Zeitpuffer über den Bahnhof Hamm bis Bad Oeynhausen weiterzutragen.«

Dies sei fahrplantechnisch aber nur machbar, wenn der Fahrplan des RE 1 (Aachen-Köln-Dortmund-Hamm) verlegt beziehungsweise der Ausfall von ein bis zwei Halten umgesetzt werde. Lübberink: »Dies ist aus unserer Sicht verkehrlich nicht sinnvoll, da die RE-Züge des sogenannten NRW-Express zu den Linien mit der höchsten Auslastung in ganz Deutschland zählen.«

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