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Mi., 11.10.2017

Regisseur Axel Sand lobt Actionfilm mit Szenen aus Bad Oeynhausen und Löhne »Out of control« erst 2018 im Kino

Viele Schaulustige haben im Februar 2016 die Dreharbeiten für »Out of control« auf der künftigen A30 verfolgt.

Viele Schaulustige haben im Februar 2016 die Dreharbeiten für »Out of control« auf der künftigen A30 verfolgt. Foto: Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Nun haben die Spekulationen ein Ende: Im exklusiven Interview erläutert Regisseur Axel Sand, warum die Weltpremiere des Films »Out of control« beim Kölner Film-Festival fast unbemerkt blieb, warum das Action-Spektakel voraussichtlich erst Anfang 2018 in die chinesischen Kinos kommt und welche Rolle Filmszenen von der künftigen A30 zwischen Bad Oeynhausen und Löhne für die rasante Handlung spielen. Die Fragen stellte Redakteur Malte Samtenschnieder.

Der Film »Out of control« ist beim Film-Festival in Köln vor einigen Tagen erstmals öffentlich gezeigt worden. Wie haben Sie als einer der beiden Regisseure diese Weltpremiere erlebt? Wie haben die Fans auf den Film reagiert?

Axel Sand: Es ist noch mal ein anderes Vergnügen, den Film im voll besetzten Kinosaal zu sehen und die Reaktionen der Zuschauer hautnah mitzuerleben. Nach der Vorführung war das Feedback der Fans altersentsprechend: die Älteren mochten die gefühlsbetonten und stillen Momente, die Jüngeren liebten die geballte Action.

Bei der Vorstellung des Trailers für »Out of control« während des Shanghai International Film Festivals im Frühsommer 2016 waren unter anderem alle Hauptdarsteller dabei. Entsprechend groß war der Medienrummel. Die Weltpremiere in Köln fand dagegen fast im Verborgenen statt. Was sind die Gründe dafür?

Sand: Da der Film in Asien erst Anfang 2018 startet, hatten wir von der chinesischen Produktion lediglich die Erlaubnis, den Film ohne großes Tamtam auf dem Festival vorzustellen. Die große Premiere mit Presserummel muss also noch warten.

Die Regisseure Axel Sand (von links) und Richard Lin haben die Dreharbeiten auf der künftigen A30 begleitet. Foto: Malte Samtenschnieder

Warum wurde »Out of control« ausgerechnet beim Film-Festival in Köln gezeigt? Hat das mit gewährten Fördergeldern zu tun?

Sand: Es war ein Dankeschön der Produktion an NRW für die großzügig bewilligten, außergewöhnlichen Drehorte, die ich mir als Regisseur wünschte. Da ist ja immer viel guter Wille nötig, die Absperrungen seitens der Stadt zu bewilligen. Ebenso großzügig sind wir ja auch in Bad Oeynhausen, Löhne und Cochem empfangen worden.

Eigentlich sollte das Actionspektakel ja bereits im Dezember 2016 in China anlaufen. Bisher ist aber kein Kinostart in Sicht. Wie erklären Sie sich diese Verzögerung?

Sand: Der Kinostart in Asien wurde vertagt, weil es zu leichten politischen Spannungen zwischen China und Südkorea kam – und da unser Hauptdarsteller Koreaner ist, hielt man es für klüger, zu warten, bis sich die Aufregung legt.

Dürfen die Fans in anderen Ländern – beispielsweise auch in Deutschland – darauf hoffen, dass »Out of control« dort irgendwann in die Kinos kommt?

Sand: Stellen sie sich eine Litfaßsäule vor mit einem Plakat mit diesen für uns unbekannten Namen: Würden Sie in diesen Film gehen? In Asien sieht man die Gesichter unserer Hauptdarsteller überall auf haushohen Werbetafeln und Titelseiten der Hochglanzmagazine und während unserer Dreharbeiten sind sogar Fans nach Deutschland angereist, um einen Blick auf ihre Stars zu erhaschen. Aber wir sind hier doch eher amerikanisch und europäisch geprägt, was Kino angeht. Also wird man sich wohl mit dem DVD-Release begnügen müssen, schätze ich.

In der Hauptrolle des Agenten Tom Young ist der Südkoreaner Choi Seung-Hyun zu sehen. Foto: Action Concept

Während der Dreharbeiten sind Sie mit dem kompletten Filmteam zweimal für mehrere Tage in den Städten Bad Oeynhausen und Löhne zu Gast gewesen, um auf der künftigen Autobahn 30 zu drehen. Welche Erinnerungen verbinden Sie mit dieser Zeit?

Sand: Die Menschen waren hier extrem entgegenkommend, schon bei der komplexen Vorbereitung. Dass dann beim Dreh die Bürger von Bad Oeynhausen und Löhne nicht nur verständnisvoll waren für unsere Faxen, sondern sogar stundenlang auf den Brücken ausharrten, um Zeugen des einen oder anderen Stunts zu werden, spricht für ihre Lust an Film und Actionszenen. Das Team und ich haben uns sehr über das große Interesse gefreut. Die Magie des Filmemachens fasziniert uns jeden Tag neu, und wir freuen uns, wenn wir das teilen können.

Welche Rolle spielen die auf der künftigen A30 gedrehten Szenen – insbesondere die Explosion der Schrägseilbrücke – innerhalb der Handlung von »Out of control«?

Sand: Diese Szenen nehmen den Hauptteil des Films ein, wenn unsere Protagonisten versuchen, auf der einsamen Autobahn ihrer aussichtslosen Lage Herr zu werden. Und die gigantische Explosion auf der Brücke ist natürlich der absolute Höhepunkt des Films – nicht nur was die Action angeht, sondern auch die verworrene Gefühlswelt unseres Liebespaares betreffend. Und selbstverständlich sind diese Bilder auch der Eyecatcher im Trailer.

Sicherlich haben Sie auch mitbekommen, dass sich Hauptdarsteller Choi Seung-Hyun gerade von den Folgen eines Drogenskandals erholt. Was sagen Sie zu dieser Angelegenheit?

Sand: In Europa hätte man solch einen unschönen Vorfall als Werbeeffekt für den Film ausgenutzt nach dem Motto: »Jede Presse ist gute Presse.« Das ist sehr fragwürdig. In Asien geht man mit der Signalwirkung solcher »Ausrutscher« auf Jugendliche viel sorgsamer um – und ich persönlich finde das gut so. Stars haben Verantwortung. Und wenn unser Film schon schöne Werte transportiert, sollte es hinter den Kulissen nicht anders aussehen.

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