Sa., 06.01.2018

Erneuter Engpass in Bad Oeynhausen ist laut Stadtwerken allerdings nicht vom Tisch Trinkwasserspeicher regeneriert sich

Friedrich Marks (links) und Markus Schramm tragen Sorge dafür, dass im Leitungsnetz der Stadtwerke Bad Oeynhausen ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht.

Friedrich Marks (links) und Markus Schramm tragen Sorge dafür, dass im Leitungsnetz der Stadtwerke Bad Oeynhausen ausreichend Trinkwasser zur Verfügung steht. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen (WB). Dass die hohen Pegel von Weser und Werre derzeit vielerorts für Überschwemmungen sorgen, ist Friedrich Marks durchaus bewusst. Trotzdem ist der Mitarbeiter des Wasserwerkes Rehme dankbar für den niederschlagsreichen Winter. Denn dadurch können sich die natürlichen unterirdischen Trinkwasservorkommen in Bad Oeynhausen regenerieren.

»Derzeit ist die Trinkwassersituation wieder gewohnt stabil«, sagt Markus Schramm. Er ist als Geschäftsbereichsleiter bei den Stadtwerken Bad Oeynhausen unter anderem für das Rehmer Wasserwerk zuständig. Komplett vom Tisch sei die Gefahr einer erneuten Trinkwasserknappheit im nächsten Frühjahr aber nicht.

Anders als in den Jahren zuvor hätten in diesem Winter zwar ausgiebige Regen- und Schneefälle in den vergangenen Wochen dazu beigetragen, dass sich die Poren im Erdreich vollsaugen und so ausreichend Grundwasser gebildet wird. »Dennoch ist es wichtig, dass die Bürger verantwortlich mit der wertvollen Ressource umgehen, wenn es im Mai oder Juni die ersten heißen Tage gibt«, sagt Wassermeister Friedrich Marks.

Trinkwasserreserven sind nur begrenzt

Denn selbst, wenn sich die natürlichen Speicher derzeit auffüllten, seien die Trinkwasserreserven begrenzt. »Wir haben beispielsweise im Wasserwerk Rehme eine ganz andere Situation als unsere Kollegen Weser aufwärts in Vlotho«, sagt Friedrich Marks. Die Brunnen in Vlotho seien mehr als 100 Meter tief. Mit ihnen könnten andere Trinkwasserleiter angezapft werden als in Rehme. Hier seien die Brunnen nur 15 bis 18 Meter tief. »Wenn wir versuchen würden, so tief zu bohren, würden wir früher oder später auf Sole stoßen und dadurch das Trinkwasser ungenießbar machen«, sagt der Wassermeister. Verursacher des Phänomens sei eine rote Gesteinsschicht, die sich unter weiten Teilen der Stadt erstrecke.

Dies sei ein Grund, warum nun geprüft werde, Trinkwasservorkommen auf dem Portaner Weserufer für Bad Oeynhausen nutzbar zu machen. Mit einer Mischung aus Kies und Sand sei die Bodenbeschaffenheit viel versprechend. Markus Schramm: »Wir müssen aber darauf achten, dass wir benachbarten Brunnen, die es bereits gibt, nicht im wahrsten Sinne des Wortes das Wasser abgraben.«

2017 fehlten 300.000 Kubikmeter Wasser

Unabhängig von in Zukunft neu zu erschließenden Trinkwasservorkommen, geht der Geschäftsbereichsleiter davon aus, dass das Wasserwerk Rehme 2018 die geforderten 1,1 Millionen Kubikmeter Trinkwasser zur Versorgung der Kurstadt beisteuern kann. Weitere zwei Millionen Kubikmeter Wasser sollen über den Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen bereitgestellt werden. »Zur Wasserknappheit war es 2017 gekommen, weil wir in Rehme nur 300.000 Kubikmeter Wasser weniger als benötigt bereitstellen konnten«, sagt Markus Schramm.

Da in Rehme 20 bis 40 Prozent des Trinkwassers aus Uferfiltrat der Weser gewonnen werden, ist Friedrich Marks an einem gut gefüllten Fluss gelegen. »Mit unserer Brunnengalerie greifen wir Grundwasser ab, das aus Richtung Lohe gegen die Weser drückt«, sagt der Wassermeister. Sechs Brunnen seien derzeit in Betrieb.

Sparsamer Verbrauch weiter erwünscht

Trotz der aktuell guten Trinkwassersituation appelliert Friedrich Marks schon jetzt an die Vernunft der Bürger. Wenn an den ersten heißen Tagen des Jahres ungezügelt Planschbecken gefüllt, Blümchen gewässert und Rasenflächen gegossen würden, könne das erneut zum Kollaps führen. »Wir können auf einzelne Spitzentage reagieren, schwierig aber wird es bei fünf oder sechs in Folge«, sagt der Wassermeister.

In Ergänzung zum selbst geförderten Trinkwasser aus Rehme kommt zusätzliches Wasser aus einem Hochbehälter des WBV Am Wiehen in Bergkirchen in das Netz der Stadtwerke Bad Oeynhausen. Grob gesprochen wird der Nordbereich von Bad Oeynhausen über den WBV Am Wiehen und der Südbereich aus dem Wasserwerk in Rehme versorgt. »Eine Übergabestelle zwischen beiden Kreisläufen gibt es in der Flutmulde«, erläutert Friedrich Marks.

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