Sa., 24.03.2018

Neuer Besitzer Manuel N. Ersay will die Sanierung an Bad Oeynhausener Hotel vorantreiben Schlüsselübergabe am Königshof

Zur Schlüsselübergabe für den Königshof haben sich am Freitag Verkäufer Dr. Friedrich-Wilhelm Molzahn und Investor Manuel N. Ersay getroffen. Am selben Tag sollte die Bestandsaufnahme vor der Kernsanierung beginnen.    

Zur Schlüsselübergabe für den Königshof haben sich am Freitag Verkäufer Dr. Friedrich-Wilhelm Molzahn und Investor Manuel N. Ersay getroffen. Am selben Tag sollte die Bestandsaufnahme vor der Kernsanierung beginnen.     Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). Seinen Traum hat Manuel N. Ersay mit der Schlüsselübergabe Wirklichkeit werden lassen: Schon 2008 hat der neue Besitzer des Hotels Königshof mit seiner damaligen Freundin ein Auge auf die schöne Lage am Kurpark geworfen.

Freitagmittag händigte Verkäufer Dr. Friedrich-Wilhelm Molzahn den Schlüsselsatz für das Gebäude aus. Bereits in der vergangenen Woche sei die Kaufsumme überwiesen worden. Nach wie vor sei darüber Stillschweigen vereinbart. Wehmut verspürte Friedrich-Wilhelm Molzahn, der im Sinne von Cäcilie Wolf, der langjährigen Betreiberin des Hotels, einen Nachfolger ausgesucht hatte: »Es ist ein Stückchen Abschiednehmen, aber auch ein Abschluss.« Er werde aber weiterhin in Bad Oeynhausen seinen Lebensmittelpunkt haben.

Wichtig für die Entwicklung sind auch die Parkmöglichkeiten am Königshof. Das Deck (rechts) hat nur 50 Stellplätze. Foto: Rajkumar Mukherjee

Für den neuen Besitzer Manuel N. Ersay (41) schließt sich nun ein Kreis. 2008 hatte er seine jetzige Ehefrau zu einem spontanen Konzertbesuch in Bad Oeynhausen eingeladen – Karten gab es keine mehr: »Dann haben wir uns in Kurparknähe in ein Café gesetzt, und ich dachte: ›Hier möchtest Du wohnen oder ein Haus kaufen.‹«

Als privater Investor kaufte Manuel N. Ersay zehn Jahre später das Gebäude. Mit der von seiner Familie betriebenen Firma Arealplanung GmbH mit Sitz in Bielefeld fließt weiteres Know-how ein, etwa mit einem Architekten. Die Investition belaufe sich auf eine »zweistellige Millionensumme«, inklusive Kauf und Kernsanierung.

Mit der Übernahme sei nun »alles auf Null gesetzt«. Die Bestandsaufnahme beginne jetzt und dauere bis zum 30. Juni an. Allerdings werde entgegen der Planung im Januar der Hotelbetrieb – vor einer »umfangreichen Sanierung« – nicht wieder aufgenommen. »Auch, weil wir keine doppelte Investition vornehmen wollen«, sagte Manuel N. Ersay. Somit werde das Gebäude nicht schon jetzt mit W-Lan, drahtlosem Internetzugang, ausgestattet. Derzeit gebe es 240 Zimmer sowie Appartements. Vermietungen solle es nun ebenso nicht geben.

Investor sucht namhaften Hotelbetreiber

Zugleich deutete Manuel N. Ersay an, für die einzig verbliebene Vollzeitstelle im Hotel eine »Lösung zu finden«. Gemeint ist Inge Unterkötter, die seit 39 Jahren im Haus tätig ist. »Eine Lösung sollte es auch für die acht Aushilfen geben«, stellte Friedrich-Wilhelm Molzahn dazu fest.

Dass Manuel N. Ersay weiter an eine Wiedereröffnung des Hotels arbeitet, versicherte er: »Ich plane langfristig und kenne die mehr als 100-jährige Tradition in Bad Oeynhausen. Das Haus ist kein Spekulationsobjekt für mich, auch wenn ein Abriss und Neubau wirtschaftlicher wäre.« Gesucht werde nun eine »namhafte Betreibergesellschaft für das Hotel, vielleicht auch familiengeführt«.

Kurzfristig sollen neue Mieter für die derzeit frei stehenden Geschäfte in den Kolonnaden gefunden werden. Foto: Rajkumar Mukherjee

Die Bestandsaufnahme begann am Freitag auch mit dem Besuch von Vertretern der Versorger (Gas, Wasser, Strom), den Stadtwerken Bad Oeynhausen und Eon. In einem nächsten Schritt will Manuel N. Ersay noch bis Ostern mit einem Partner die Mietbelegung in den »wichtigen Kolonnaden« vorantreiben. Partner sei Stefan Raukohl von »Immobilien Besser-Wohnen«. Insgesamt 15 Läden gebe es in den Kolonnaden, davon seien derzeit sechs vermietet.

Stefan Raukohl habe im Oktober auch den Kontakt zu Friedrich-Wilhelm Molzahn hergestellt. Im November habe es dann ein Gespräch mit Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Wirtschaftsförderer Patrick Zahn und Friedrich-Wilhelm Molzahn gegeben – wichtig für die Kaufentscheidung. »Die Stadt hat mir deutlich gesagt, ›wir wollen Sie unterstützen‹«, sagte Manuel N. Ersay. Entscheidend sei nämlich die Frage des Parkdecks, bei der mit der Stadt eine Lösung gefunden werde solle. 50 Stellplätze seien zu wenig. Allgemein gehe es auch um mögliche Mittel aus dem Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK).

Platz für gewerblich genutzte Räume

Aktuelle Überlegungen sehen zudem vor, dass nach einer Sanierung die oberste Etage vermietet, das Geschoss darunter für gewerbliche Zwecke angeboten werden soll. Auch das Eiscafé solle als »schönes Entrée« belebt werden, ebenso das Restaurant.

»Das Hotel hat viel Potential, gerade im Dreieck zwischen Bahnhof, Innenstadt und Kurpark«, sagte Manuel N. Ersay.

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