Do., 29.03.2018

Nordumgehung: Straßen NRW verweist auf Brückenarbeiten im Löhner Kreuz Keine A 30-Freigabe in diesem Jahr

In der Luftaufnahme vom Löhner Kreuz ist eines der Brückenbauwerke zu erkennen, dessen Bau fortgeschritten ist. Eine weitere Brücke kann aber erst von jetzt an fertiggestellt werden. Dadurch verzögert sich die Freigabe der Nordumgehung.     

In der Luftaufnahme vom Löhner Kreuz ist eines der Brückenbauwerke zu erkennen, dessen Bau fortgeschritten ist. Eine weitere Brücke kann aber erst von jetzt an fertiggestellt werden. Dadurch verzögert sich die Freigabe der Nordumgehung.      Foto: Oliver Schwabe/Archiv

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). Die Freigabe der A 30-Nordumgehung wird nicht 2018 erfolgen. Das hat der Landesbetrieb Straßen NRW auf Anfrage bestätigt. Mit anderslautenden Nachrichten aus dem Umfeld des Verkehrsministeriums in Düsseldorf hatte die FDP am Freitag für Irritationen gesorgt. Von der Freigabe ist auch der Beginn des Neubaus der Flutmuldenbrücke abhängig.

»Die Nordumgehung werden wir 2018 nicht mehr so fertigstellen können, dass es zu einer Freigabe kommt. Das ist abzusehen«, sagt Sven Johanning, Sprecher der Regionalniederlassung Bielefeld des Landesbetriebs Straßen NRW.  Dies hat auch Auswirkungen auf Ausgleichsflächen, von denen einige noch erworben werden müssen.

FDP verbreitet Informationen

Diese Einschätzung steht im Widerspruch zu einer Mitteilung des FDP-Landtagsabgeordneten Stephen Paul.  Wie am Samstag exklusiv berichtet, hatte Paul Mitte März aus dem Verkehrsministerium eine Information erhalten, dass »die Autobahnumgehung im Norden der Stadt bis Ende 2018 erfolgt sein« solle. Zudem hatte er erfahren, dass das Land zum 1. Januar 2019 die neue Straße in seine Verantwortung übernehme.

Abgesehen vom Brückenbau liegen die weiteren Arbeiten im Zeitplan, teilt Straßen NRW mit.      Foto: Rajkumar Mukherjee/Archiv

Wie es zu dieser Information aus dem Verkehrsministerium am Freitag kommen konnte, kann sich Sven Johanning nicht erklären. Auch zur Umstufung der B61 gebe es bei Straßen NRW derzeit keine weiteren Informationen: »Das Anhörungsverfahren ist im Ministerium noch in Arbeit.« Generell könne eine Umstufung immer zum 1. Januar erfolgen. »Der 1. Januar 2019 wird aber nicht einzuhalten sein«, sagt Sven Johanning.

Ministerium bezieht Stellung

In einer schriftlichen Stellungnahme teilte das NRW-Verkehrsministerium gestern auf Anfrage mit: »Die Abstufung der innerörtlichen B61 erfolgt in Abhängigkeit von der Fertigstellung der A30, die nach den ursprünglichen Planungen für Ende 2018 vorgesehen war. Durch Verzögerungen im Bauablauf ist eine vollständige Fertigstellung 2018 inzwischen nicht mehr realistisch. Nichtsdestotrotz wird angestrebt, die Neubaustrecke der A30 2019 zur Autobahn zu widmen.« Dies sei notwendig, weil eine Inbetriebnahme für 2019 vorgesehen sei.

Außerdem werde zurzeit die Herabstufung der B61 vorbereitet. Diesbezüglich gebe es noch Gespräche mit allen Beteiligten. Hierbei werde geklärt, ob die B61 komplett zu einer Landesstraße oder in Teilen zu einer Gemeindestraße herabgestuft wird. »Vor diesem Hintergrund ist das Missverständnis im Zusammenhang mit der Fertigstellung der A30 entstanden – die Aktualisierung des Sachstandes war an entsprechender Stelle nicht vorhanden«, teilt das Verkehrsministerium weiter mit.

Brückenbau verzögert ich

Die Verzögerung bei der A30-Freigabe hängt mit der Fertigstellung einer Brücke im Löhner Kreuz zusammen. Hierbei sind Sven Johanning zufolge gerade erst die Gründungspfähle für die Widerlager in den Boden gesetzt worden. »Die Brücke selbst muss jetzt erstellt werden. Die reine Bauzeit beträgt mindestens ein Jahr«, sagt Sven Johanning. Bei einer weiteren Brücke seien die Betonarbeiten dagegen grundsätzlich abgeschlossen.

Weiterer Hintergrund für die Verzögerung sei ein Rechtsstreit mit der Baufirma Bunte. Das führte zwischenzeitlich dazu, dass Straßen NRW den verbindlichen Termin einer Freigabe für die Nordumgehung nicht nennen wollte. Wie mehrfach berichtet, hatte das Oberlandesgericht in Düsseldorf der Firma Bunte im Klageverfahren gegen die Vergabe im vierten Bauabschnitt Recht gegeben. Aufgrund eines Formfehlers war zwischenzeitlich ein anderes Bauunternehmen zum Zuge gekommen.

Sollte die A30-Nordumgehung frühestens 2019 freigegeben werden, heißt das zugleich nicht, dass bis dahin alle Maßnahmen abgeschlossen sind. Im Löhner Kreuz werden sich die Arbeiten konzen­trieren. Nach der Freigabe müssen sogenannte Fahrbahnbeziehungen sowie Auf- und Abfahrten gebaut beziehungsweise umgebaut werden. Zudem werden die Fahrbahnen der alten A30-Trasse in die neue »eingeschliffen«. Denn erst nach der Freigabe gibt es ausreichend Platz für diese Bauarbeiten. Für die Fahrer werde es zu einer sogenannten »4 plus 0«-Lösung kommen: Im Baustellenverkehr können sie nur eine der beiden Fahrbahnseiten und nur zwei von später vier Spuren nutzen.

Flutmuldenbrücke ist betroffen

Von der A30-Freigabe ist zudem auch der Neubau der Brücke über die Flutmulde im Verlauf der Eidinghausener Straße betroffen. »Dieses Vorhaben werden wir definitiv erst nach der Freigabe der Nordumgehung anpacken können«, sagt Sven Johanning. Eine Planung werde dafür vorbereitet.

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