Mi., 03.10.2018

Neugestaltung der Fußgängerzone: Planungsbüro erntet für geplante Fällungen viel Kritik Streit um Bäume spitzt sich zu

An den angestrebten Fällungen von drei Bäumen an der Portastraße hat sich Kritik am Planungsbüro WES entzündet.

An den angestrebten Fällungen von drei Bäumen an der Portastraße hat sich Kritik am Planungsbüro WES entzündet. Foto: Philipp Bülter

Von Philipp Bülter

Bad Oeynhausen (WB). Rund um die geplante Neugestaltung von Teilbereichen der Fußgängerzone herrscht bei Anwohnern, Geschäftsinhabern und Mitarbeitern dicke Luft. Das haben Vertreter des Planungsbüros WES-Landschaftsarchitektur, der Stadt und Stadtwerke im Zuge eines Informationsabends am Montag zu spüren bekommen.

Zugegeben: Mit nur etwa 25 teilnehmenden Bürgern hielt sich das Interesse an dem von der Verwaltung angebotenen Austausch durchaus in Grenzen. Gleichwohl brachten einige der Anwesenden ihr Vorliegen bei der insgesamt 66 Minuten dauernden Zusammenkunft nachdrücklich vor. Im Plenum saßen dabei auch Kommunalpolitiker wie die Fraktionsvorsitzenden Kurt Nagel (CDU) und Dr. Volker Brand (Die Grünen).

Das sind die Pläne

Zunächst hatte Peter Schatz, einer von fünf geschäftsführenden Gesellschaftern vom Planungsbüro WES-Landschaftsarchitektur, in einem Vortrag die Ausführungsplanung zu den Maßnahmen des zweiten Bauabschnitts vorgestellt. Wie berichtet, erfolgen diese im Zuge des Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzepts (ISEK) und nehmen den Bauabschnitt zwei (Südliche Klosterstraße/Portastraße/Platz/Paul-Baehr-Straße) in den Blick.

Diese Planung soll dem Rat im Dezember vorgestellt werden, parallel werde im Winter die Ausschreibung erfolgen. »Die Stadtwerke wollen dann im Februar 2019 mit ihren Arbeiten vor Ort starten, so dass wir im März beginnen können«, erläuterte Peter Schatz. Abgeschlossen werden sollen die Arbeiten Ende 2019.

Unter anderem wollen die Planer ein taktiles System bauen, das insbesondere behinderten Menschen bei der Orientierung helfen soll. Ferner sollen Bänke mit und ohne Rückenlehne, »jede Menge Fahrradständer« und Absperrpoller an den Eingängen zur Fußgängerzone entstehen. Der Start der Arbeiten soll in der Klosterstraße erfolgen, die aber in Etappen aufgerissen werde.

Zudem soll im Bereich Klosterstraße/Portastraße/Paul-Baehr-Straße ein neuer Platz gebaut werden, der noch keinen Namen hat. »Mittelpunkt dieses neuen Platzes soll der Schweinebrunnen sein«, sagte Schatz. Gemeinsam mit den Stadtwerken sei eine Lösung gefunden worden, den Schweinebrunnen nicht versetzen zu müssen. Peter Schatz: »Das hatte für viel Kritik gesorgt und dieser haben wir uns auch angenommen.«

Hitzige Diskussion

Weniger kompromissbereit zeigte sich der Garten- und Landschaftsarchitekt in der Debatte um das angestrebte Fällen von drei Bäumen an der Portastraße. Wie berichtet, läuft derzeit eine Unterschriftenaktion für den Erhalt der Bäume. »Wir würden die Bäume aber gerne wegnehmen, denn sie machen den neuen Platz nicht erlebbar. Hier sollen künftig auch städtische Feste stattfinden, zum Beispiel der Weihnachtsmarkt 2019«, sagte Schatz.

Insbesondere diese Ausführungen sorgten in der anschließenden Diskussion für mächtig Unmut. Die Debatte geriet dabei durchaus hitzig. »Das Fällen der Bäume missfällt uns sehr. Seit fast 50 Jahren findet in diesem Bereich die Innenstadtfete statt. Da haben die Bäume auch noch nie jemanden gestört«, sagte Volker Brand. »Man muss diese Bäume doch in die Planungen integrieren können!«, meinte ein anderer Gast.

Peter Schatz entgegnete, dass er »schon immer Naturschützer« sei und »Bäume mag«. Es gebe ja die Möglichkeit, darüber zu sprechen. Schatz betonte dann, dass einer der drei Bäume die Planungen in jedem Fall »gewaltig« störe. Auf weitere Wortmeldungen zu diesem Thema reagierte der Architekt recht einsilbig: »Das ist unser Vorschlag, und das ist eben so.«

Ein Anwohner der Portastraße lieferte sich mit dem Referenten ein regelrechtes Wortgefecht. Der Zuhörer beschwerte sich zum Beispiel darüber, dass es strengere Regeln für den Lieferverkehr in der Fußgängerzone geben müsse. »Es ist eine Fußgängerzone. Da muss der Lieferverkehr Rücksicht nehmen«, argumentierte Irmgard Pepping, in der Verwaltung für die Stadtgestaltung zuständig.

Als derselbe Anwohner die Sorge äußerte, dass ein Absenken des Schweinebrunnens dazu führe, dass Kurgäste in der Folge anstatt der Schweinefiguren nur noch Poller fotografieren könnten, antwortete Peter Schatz: »Das ist Schwachsinn!« Für den zweiten Bauabschnitt sind laut Aussage des Planers »drei, maximal vier Monate« eingeplant. Die Frage von Einzelhändlerin Irina Jacke, die sich nach einer Anlaufstelle für die Anwohner vor Ort erkundigte, beantwortete Jan-Martin Müller, Mitarbeiter der Stadt- und Verkehrsplanung: »Es soll ein Baubüro für Rückfragen entstehen.«

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