Fr., 12.10.2018

Streit um verkaufsoffenen Sonntag: Werre-Park stellt Idee grundsätzlich in Frage Verdi lässt Stadt wohl gewähren

Vermutlich wird der Herbst- und Bauernmarkt in der Innenstadt an diesem Wochenende erneut tausende Interessierte in die Bad Oeynhausener Innenstadt locken.

Vermutlich wird der Herbst- und Bauernmarkt in der Innenstadt an diesem Wochenende erneut tausende Interessierte in die Bad Oeynhausener Innenstadt locken. Foto: Brand/Archiv

Von Philipp Bülter

Bad Oeynhausen (WB). Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi will angesichts der modifizierten Pläne der Stadt nicht weiter gegen den verkaufsoffenen Sonntag am 14. Oktober in Bad Oeynhausen vorgehen. Im Werre-Park könnten Einkaufssonntage nun Vergangenheit sein.

Die Verwaltung hatte den Einkaufssonntag am 14. Oktober per Dringlichkeitsentscheidung auf den Innenstadtbereich begrenzt. In der Folge informierte das zuständige Verwaltungsgericht Minden – hier sind Klage und Eilantrag Verdis gegen die Veranstaltung in Bad Oeynhausen anhängig – die Gewerkschaft als Klägerin über die neue Entwicklung und bat Verdi um eine Stellungnahme. »Die Stellungnahme der Klägerin entscheidet über den weiteren Verlauf bezüglich des Eilantrags«, sagte Gerichtssprecherin Vivienne Bock.

Ursula Jacob-Reisinger, Handelsexpertin bei Verdi, betonte, dass die Gewerkschaft die weitere Vorgehensweise ihrem Anwalt überlassen habe. Nur so viel: »Die Verantwortlichen in Bad Oeynhausen scheinen ja die Unsinnigkeit ihres Tuns erkannt zu haben, auch wenn es für mich eine schräge Handhabe ist, einen Dringlichkeitsbeschluss durchzusetzen, ohne dies mit den anderen Mitgliedern des Rates abzustimmen, wie es ja in Herford der Fall war«, sagte Jacob-Reisinger dem WESTFALEN-BLATT. Mit den flächendeckenden Klagen in OWL habe die Dienstleistungsgewerkschaft gleichwohl »auf jeden Fall etwas bewirkt. Allein schon, weil die Verordnungen in den Städten oft überarbeitet werden«.

So reagiert der Werre-Park

Dass der parallel zum traditionsreichen Herbst- und Bauernmarkt ausgerichtete Einkaufssonntag nun aller Voraussicht nach auch erfolgt, freut neben dem Staatsbad als Organisator ebenso Karl-Ludwig Meyer, Vorsitzender der Initiative Bad Oeynhausen. Meyer hatte sich im Gespräch mit dieser Zeitung bezüglich der Klage Verdis bereits betont entspannt gezeigt. Er habe »keine Bedenken«, dass der Einkaufssonntag nicht ausgerichtet werden könne, sagte er.

Den offensiven Vorstoß der Stadt zu diesem Thema habe er »positiv aufgenommen«, sagte der Unternehmer nun: »Ich finde auch, dass der Einkaufssonntag in der Innenstadt stattfinden muss. Gegenüber dem Werre-Park empfinde ich keine Häme, ich sehe die Entwicklung aber folgerichtig.« Er selbst habe genügend Stimmen von Mitarbeitern aus dem Einzelhandel zu diesem Thema vernommen. Karl-Ludwig Meyer: »Viele wollen gerne an diesen wenigen Sonntagen arbeiten und auch die Chance nutzen, ihre Arbeitsplätze selbst mit zu sichern.«

Außen vor bleibt am 14. Oktober nun der Werre-Park. »Das ist definitiv schade, denn wir sehen uns als Teil Bad Oeynhausens. Wir müssen uns dieser Entscheidung aber fügen«, sagte Center-Manager Christian Trapmann. »Natürlich waren unsere Mieter ob dieser Nachricht enttäuscht«, fügte er hinzu. Ob das Einkaufszentrum angesichts weiterer drohender Klagen künftig überhaupt weitere verkaufsoffene Sonntage anbieten wolle, »wissen wir derzeit noch nicht. Das werden wir sicher in den nächsten Wochen besprechen«.

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