Sa., 13.10.2018

WBV Am Wiehen investiert 5,3 Millionen Euro in Trinkwasserversorgung Zweiter Vorratsbehälter geplant

Der WBV Am Wiehen versorgt unter anderem Bad Oeynhausen und Löhne mit Wasser.

Der WBV Am Wiehen versorgt unter anderem Bad Oeynhausen und Löhne mit Wasser. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Der Wasserbeschaffungsverband (WBV) Am Wiehen setzt weiterhin alles daran, auch in lang anhaltenden sommerlichen Hitzeperioden mit hohen Spitzenverbräuchen eine ausreichende Versorgung mit Trinkwasser in seinem Verbandsgebiet – darunter die Städte Bad Oeynhausen und Löhne – zu gewährleisten. Deshalb soll ein zweiter Vorratsbehälter gebaut werden. Kostenpunkt: 5,3 Millionen Euro.

Zwei Übergabestationen

»Wir haben bei unserer jüngsten Verbandsversammlung über verschiedene Maßnahmen gesprochen, um eine erneute Wasserknappheit zu verhindern «, sagte Bernd Poggemöller im Gespräch mit dieser Zeitung. Der Löhner Bürgermeister ist zugleich Vorsteher des WBV Am Wiehen. Der Bau einer Übergabestation zum Netz des WBV Wiehengebirge komme gut voran. »Der Rohbau ist fertig. Demnächst kann der Einbau der benötigten Technik beginnen«, sagte Bernd Poggemöller. Er hoffe, dass die Anlage noch in diesem Jahr in Betrieb geht. Die vertraglichen Grundlagen für den Ankauf von Wasser aus dem Netz des WBV Wiehengebirge seien bereits gelegt.

»Zum Netz der Stadtwerke Herford wollen wir ebenfalls eine Übergabestation bauen«, erläuterte der WBV-Vorsteher. Dieses Projekt sei aber noch in der Konzeptionsphase. Bernd Poggemöller: »Ich hoffe, dass wir nach den entsprechenden Vorplanungen im nächsten Jahr mit der Umsetzung beginnen können.«

Ein neuer Hochbehälter

Nicht ganz so schnell wird es voraussichtlich zum Bau des neuen Hochbehälters mit einem Volumen von 10.000 Kubikmetern kommen. Er soll die Vorräte im bereits vorhandenen Hochbehälter in Bergkirchen mit einem Volumen von 7000 Kubikmetern mittelfristig mehr als verdoppeln. »Mit Hilfe beider Hochbehälter ist es möglich, einen kompletten Tagesvorrat an Trinkwasser für das gesamte WBV-Gebiet vorzuhalten – und das selbst bei hochsommerlichen Spitzenverbräuchen«, erläuterte Bernd Poggemöller.

Der Kaufvertrag für das für den Bau des Hochbehälters benötigte Grundstück sei unter Dach und Fach. Die notarielle Beurkundung stehe bevor. Derzeit würden erste Planungsleistungen für den Bau des Hochbehälters ausgeschrieben. »Wir gehen von Gesamtkosten in Höhe von 5,3 Millionen Euro aus«, sagte der WBV-Vorsteher. Er schätze, dass innerhalb eines dreiviertel Jahres die benötigte Planung ausgearbeitet werden könne. Ende 2019 könnten dann die ersten Aufträge vergeben und 2020 mit dem Bau begonnen werden. Bernd Poggemöller: »Entsprechende Mittel sind bereits im Haushaltsplan des WBV vorgesehen.« Die Kosten für den neuen Hochbehälter würden später auf den Wasserpreis umgelegt.

Wasseranalyse in Arbeit

Auch mit dem Thema »Trinkwasserenthärtung« habe sich die Verbandsversammlung des WBV Am Wiehen befasst. »Wir haben ausführlich über die Zwischenergebnisse einer kurz vor dem Abschluss stehenden Untersuchung zur aktuellen und zu erwartenden Wasserqualität im Wassergewinnungsgebiet Südhemmern, in dem sich unsere Brunnen befinden, gesprochen«, sagte Bernd Poggemöller. Bereits die vorläufigen Werte legten nahe, dass es kurz- und mittelfristig nicht erforderlich sei, über den Bau einer Trinkwasserenthärtung in Südhemmern nachzudenken. Der WBV-Vorsteher: »Wir gehen im Moment davon aus, dass die endgültigen Werte nicht so stark von den Zwischenergebnissen abweichen, dass wir beim Abschluss der Untersuchung zum Jahresende noch zu einem anderen Ergebnis kommen.« Aus der erfolgten Diskussion sei für ihn ersichtlich, dass der WBV Am Wiehen in puncto Trinkwasserenthärtung kurz- und mittelfristig nicht handeln werde, betonte Bernd Poggemöller.

Keine zentrale Enthärtung

Das bedeutet, dass die Stadtwerke Bad Oeynhausen nun wohl in puncto Trinkwasserenthärtung ihren eigenen Weg gehen müssen. Im September hatte sich die Mehrheit der Abstimmungsteilnehmer bei einem Ratsbürgerentscheid für den Bau einer zentralen Trinkwasserenthärtung mit Standorten am Wasserwerk in Rehme und am Hochbehälter in Bergkirchen ausgesprochen. Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze hatte die Planungen für die Enthärtung in Bergkirchen aber bislang zurückgestellt, um zunächst Klarheit darüber zu erlangen, ob sich die anderen WBV-Mitglieder an einer größeren Enthärtungsanlage für das gesamte Verbandsgebiet beteiligen wollen. Mangels Notwendigkeit scheint diese Option nun aber vom Tisch zu sein.

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