Sa., 10.11.2018

Altstadt-Gemeinde feiert 150-jähriges Bestehen – mit Blick für die Zukunft Gemeinschaft, Kultur undVersöhnung als roter Faden

Freuen sich auf die Jubiläen: Pfarrer im Ruhestand Bernhard Silaschi (links) und Pfarrer Lars Kunkel. Die zweite Auferstehungskirche wurde 1954 als klassische Hallenkirche neu aufgebaut. Die erste Auferstehungskirche von 1874 wurde 1947 durch einen Brand zerstört.

Freuen sich auf die Jubiläen: Pfarrer im Ruhestand Bernhard Silaschi (links) und Pfarrer Lars Kunkel. Die zweite Auferstehungskirche wurde 1954 als klassische Hallenkirche neu aufgebaut. Die erste Auferstehungskirche von 1874 wurde 1947 durch einen Brand zerstört. Foto: Eva-Lotta Dehne

Von Eva-Lotta Dehne

Bad Oeynhausen (WB). »Wir wollen unser Jubiläum nicht nur mit der Gemeinde, sondern mit der ganzen Stadt feiern. Es soll ein Fest des Friedens und der Versöhnung gegen die aufkommenden rechtspopulistischen Strömungen in der heutigen Gesellschaft werden«, sagt Pfarrer Lars Kunkel im Hinblick auf das 150-jährige Bestehen der evangelischen Kirchengemeinde Altstadt und 120 Jahre Posaunenchor in der Gemeinde.

Zum Jubiläum wird am Sonntag, 2. Dezember, von 10 Uhr an ein Gottesdienst in der Kirche am Kurpark gefeiert. Er steht in Verbindung mit der Ausstellung »Weg für den Frieden«. Für den Nachmittag ist am 2. Dezember eine Andacht geplant.

Festgemacht wird das Jubiläum vor allem am Leitbild der Gemeinde: »Gemeinschaft, Kultur und Versöhnung sind der rote Faden, der sich durch unsere Geschichte zieht«, berichtet Bernhard Silaschi, aktives Mitglied im Posaunenchor.

16 Tafeln werden sich wichtigen Stationen der Gemeinde widmen

»Wer sagt, wo er hin will, muss auch wissen, wo er herkommt«, meint der Pfarrer im Ruhestand. Deswegen wird sich die Ausstellung zum Jubiläum sowohl auf die Vergangenheit, als auch auf die Zukunft beziehen. 16 Tafeln werden sich den wichtigen Stationen der Gemeinde widmen, auch kommenden Veränderungen in den Kindergärten oder der Zukunft in der Altenseelsorge.

»Wir wollen uns bei der Ausstellung vor allem mit den Stationen beschäftigen, die eine gewisse Bedeutung für die Altstadtgemeinde haben. Stationen, die Probleme bereitet haben oder viele Skeptiker hatten. Wir wollen zeigen, was aus diesen Stationen geworden ist oder noch werden soll«, sagt Lars Kunkel. Zuerst gebe es immer einen Wunsch für ein Projekt, darauf folgende Skepsis mit anschließenden faktischen Problemen und zum Schluss dann die tatsächliche Umsetzung, erklärt der Seelsorger.

Ein Beispiel für eine Station ist das Café im Foyer der Auferstehungskirche. Es habe bereits seit etlichen Jahren sonntags ein Kirchencafé gegeben, verdeutlich der Pfarrer. Um dieses Projekt noch größer zu gestalten, kam die Idee für das professionelle Café im Eingangsbereich der Auferstehungskirche auf.

»Wir riskieren das mal!«

Nach der Klärung der wichtigsten Fragen seien sich Pfarrer Kunkel und das Presbyterium dann einig gewesen: »Wir riskieren das mal!« Während der Baumaßnahmen hätten Mitglieder der Gemeinde immer wieder Skepsis geäußert, ob denn die Kirche dadurch nicht teilweise zerstört würde, berichtet Kunkel. Seit sechs Jahren sei das Café aber nun donnerstags von 10.30 bis 18 Uhr geöffnet mit »einer Atmosphäre, die gut tut«, sagt der Pastor.

Ein weiteres Beispiel für ein aus einer Krisensituation entstandenes Objekt sei der Gedenkbrunnen, sagt Bernhard Silaschi. Im Jahr 2000 habe man den Kirchvorplatz neu gestalten wollen, berichtet er. »Die einen wollten einen Brunnen, die anderen ein Denkmal.« Kurzum wurden die beiden Gedanken vereint und ein Künstler aus Porta Westfalica mit dem Entwurf eines Gedenkbrunnens beauftragt.

Dieser ist den jüdischen Mitbürgern gewidmet, die in Nazi-Deutschland verfolgt, deportiert und ermordet wurden. »Im Leitbild steht ja auch der Versöhnungsgedanke. Und Versöhnung geht nicht ohne Buße«, sagt Bernhard Silaschi.

Arbeit auf interkultureller und interreligiöser Ebene

In Zukunft sollen, auch in Absprache mit anderen evangelischen Gemeinden, jeweils bestimmte Bereich in der Gemeinde in den Fokus genommen werden. In der Altstadt sei das beispielsweise die Altenseelsorge wegen der Nähe zu mehreren Altenheime, erklärt Lars Kunkel. Zudem soll auch weiterhin interkulturell und interreligiös gearbeitet werden. Damit, wie der Pfarrer betont, »Verständigung, Frieden und Toleranz in der Kirchengemeinde gelebt werden können«.

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