Do., 06.12.2018

Festakt auf der A30 in Bad Oeynhausen: Bundes-Verkehrsminister regt Beistand der Kirche für Autobahn an Segen für die Nordumgehung

Am Donnerstag, 6. Dezember erfolgt die offizielle Freigabe der A30-Nordumgehung, der erste Verkehr soll dann von Sonntag, 9. Dezember, an rollen.

Am Donnerstag, 6. Dezember erfolgt die offizielle Freigabe der A30-Nordumgehung, der erste Verkehr soll dann von Sonntag, 9. Dezember, an rollen. Foto: Frank Lemke

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB).  Wenn Veranstalter und Besucher die offizielle Freigabe der A30-Nordumgehung feiern , dann wird es auch einen besonderen Programmpunkt geben: eine ökumenische Einsegnung des neuen Autobahnteilstücks. Dies geschieht auf Anregung von Bundes-Verkehrsminister Andreas Scheuer.

Im April hatte Andreas Scheuer (CSU), gebürtig aus Passau in Niederbayern, anlässlich der offiziellen Freigabe eines A33-Teilstückes bei Steinhagen verwundert reagiert: Eine Einsegnung – wie offenbar in anderen Teilen Deutschlands üblich – war bei der Feier nicht vorgesehen. »Daraufhin folgte der Hinweis an das Landesverkehrsministerium mit der Bitte, dies bei der Feier in Bad Oeynhausen zu berücksichtigen«, sagt Sven Johanning, Sprecher der Regionalniederlassung OWL von Straßen NRW. Der Landesbetrieb ist Veranstalter des Festakts.

Höchste Kirchenvertreter begleiten den Festakt

Auf Bitte von Straßen NRW werden Andreas Huneke, Superintendent des evangelischen Kirchenkreises Vlotho, sowie Manfred Pollmeier, Pfarrer der katholischen Gemeinde St. Peter und Paul sowie Leiter des Pastoralen Raumes Werre-Weser, als höchste Kirchenvertreter den Festakt begleiten. Die Segnung vollziehen dann Manfred Pollmeier sowie der evangelische Pastor Ralf Steiner, Pfarrer der Autobahnkirche Exter an der A2 und Leiter der Notfallseelsorge im Kirchenkreis Vlotho. Als Notfallseelsorger ist er auch zuständig für den Bereich der Autobahnpolizei Herford.

Die Einführung in die Segnung wird Andreas Huneke vornehmen. Dabei wird es darum gehen, einerseits auf die Bedeutung der Nordumgehung hinzuweisen, andererseits auf die Gegner und Befürworter des Projekts einzugehen. »Wir blicken mit großem Dank und voller Freude auf das Bauwerk, wollen aber nicht vergessen, dass die Diskussion über die Autobahn zwiespältig war«, sagt An­dreas Huneke. So soll die Nordumgehung zwar die Innenstadt Bad Oeynhausens von Ost nach West und umgekehrt entlasten. Die Gegner beispielsweise würden nun aber Lärm und Dreck befürchten. »Mit dem Segen wollen wir vermitteln, dass es auch größere Dinge gibt, die darüberliegen und zusammenführen können«, sagt Andreas Huneke. Auch aus Sicht von Manfred Pollmeier geht der Blick weiter. »Wir schauen höher und tiefer: Viele Menschen haben sich mit dem Bau der Nordumgehung befasst. Jetzt ist es Zeit, einmal inne zu halten und zu reflektieren«, sagt er.

Segenshandlung und Segensbitte

Weil in der katholischen Kirche die Segnung von Gegenständen eine Tradition hat, wird Manfred Pollmeier die Segenshandlung in vollem Ornat und mit Weihwasser vornehmen. Die Segensbitte mit dem Blick auf die Menschen wird Ralf Steiner sprechen. Das soll die ökumenische Verbundenheit symbolisieren. Nach dem Vaterunser wird dann der Segen für alle Menschen erbeten.

Der Segnung der Nordumgehung kommt auch deshalb eine besondere Bedeutung bei, weil Autobahnen nicht nur ein Ort der Sicherheit sind, sagt An­dreas Huneke. Dem pflichten Manfred Pollmeier und Ralf Steiner bei. Der Segen solle dazu beitragen, dass die Verkehrsteilnehmer in den nächsten Jahrzehnten auf der A30 möglichst unfallfrei unterwegs sind.

Vielbefahrene Verkehrsachsen wie die A2 sind Ralf Steiner als Notfallseelsorger und über sein Wirken in der Autobahnkirche Exter vertraut. In solchen Kirchen finden Reisende auf der Suche nach Gott einen Ansprechpartner. Im kommenden Jahr an Himmelfahrt feiert die Autobahnkirche Exter ihr 60-jähriges Bestehen. Die Institution Autobahnkirche ist bereits in diesem Jahr 60 Jahre alt geworden. Für Ralf Steiner wird es heute indes die erste Segnung einer Autobahn werden.

Festakt zur Eröffnung

Der Festakt beginnt um 11 Uhr am Südportal des Hahnenkamp-Tunnels mit der Begrüßung durch Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebs Straßenbau NRW. Anschließend folgen die Ansprachen mit Enak Ferlemann, parlamentarischer Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sowie Grußworte, unter anderem von Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Vor der Verkehrsfreigabe soll es dann die ökumenische Einsegnung geben.

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