Fr., 07.12.2018

600 bis 700 Gäste verfolgen Festveranstaltung vor Südportal des Hahnenkamptunnels – mit Video A30-Freigabe – ein historischer Moment

Für Bad Oeynhausens Bürgermeister Achim Wilmsmeier (rechts) ist die Freigabe der A30 ein Grund zur Freude. Für seinen Amtskollegen Bernd Poggemöller aus Löhne ist die Nordumgehung hingegen »nie ein Wunschkind« gewesen. Beim Festakt zur A30-Freigabe am Nikolaustag feierten beide gemeinsam.

Für Bad Oeynhausens Bürgermeister Achim Wilmsmeier (rechts) ist die Freigabe der A30 ein Grund zur Freude. Für seinen Amtskollegen Bernd Poggemöller aus Löhne ist die Nordumgehung hingegen »nie ein Wunschkind« gewesen. Beim Festakt zur A30-Freigabe am Nikolaustag feierten beide gemeinsam. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen (WB). Es ist vollbracht. Endlich. Den Nikolaustag 2018 werden wohl nicht nur die zwölf Beteiligten, die gegen 11.50 Uhr das Band zur symbolischen  Freigabe der A30-Nordumgehung durchgeschnitten haben, nicht so schnell vergessen. Auch für die weiteren 600 bis 700 Gäste war der Vollzug des Lückenschlusses der wichtigen Ost-West-Magis­trale ein bewegender Moment.

Enak Ferlemann, Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr, brachte auf den Punkt, was wohl die meisten Anwesenden dachten: »Wer hätte je gedacht, dass das größte Nadelöhr Deutschlands eines Tages fertig wird?« Mit der Fertigstellung des letzten Teilstücks der wichtigen Ost-West-Verbindung zwischen den niederländischen Seehäfen auf der einen und Moskau auf der anderen Seite sei es aber nicht getan. »Wir geben heute die Straße durch die Innenstadt an Bad Oeynhausen zurück. Nun müssen Sie überlegen, wie Sie diese Chance für Ihre Stadt nutzen.«

Wunde der Stadt wird geschlossen

NRW-Verkehrsminister Hendrik Wüst sagte, er freue sich, dass auch viele ehemalige Verwaltungsträger unter den Gästen sind. Schließlich seien Generationen von Politikern mit dem komplexen Straßenbauprojekt befasst gewesen. Hendrik Wüst: »Einige waren dafür, einige waren dagegen, zwischendurch war das Geld knapp, aber jetzt wird endlich alles fertig.« Die Lücke im Straßennetz, zugleich eine Wunde in der Stadt Bad Oeynhausen, werde geschlossen. »Deshalb ist heute ein guter Tag«, sagte der NRW-Verkehrsminister. Den Rückbau der Ortsdurchfahrt sehe er als Chance für die Stadt: »Lassen Sie dort etwas Neues entstehen, das mehr Lebensqualität für Bad Oeynhausen schafft.«

Einen Dank an alle, die mit der Planung und dem Bau der A30-Nordumgehung befasst waren und sind, formulierte Elfriede Sauerwein-Braksiek, Direktorin des Landesbetriebes Straßen NRW. Mit der Vollendung des Lückenschlusses der A30 sei die Arbeit für ihre Mitarbeiter nicht getan. Im Gegenteil. So müssten etwa mit Blick auf den winterlichen Streu- und Räumdienst neue Pläne erarbeitet und umgesetzt werden. Auch gebe es während der ersten Tage und Wochen nach der Freigabe eines neuen Autobahnstücks meist einige unvorhersehbare Probleme. »Dann ist es wichtig, dass wir schnell vor Ort sind und angemessen reagieren«, sagte die Direktorin.

Grund zur Freude für Bewohner und Besucher

»Die Freigabe der Nordumgehung ist für Bad Oeynhausen von historischer Bedeutung. Die Entlastung der Mindener Straße ist ein Grund zur Freude für alle Bewohner und Besucher der Innenstadt«, sagte Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Die Bad Oeynhausener bekämen ein Stück von Bad Oeynhausen zurück. Nun gehe es darum, die Ortsdurchfahrt sinnvoll neu zu gestalten. Gleichzeitig müsse man Sorgen und Nöte der Bürger ernst nehmen, die sich aus der neuen Verkehrsführung ergeben haben oder ergeben werden.

»Die A30 war nie ein Wunschkind von Löhne«, sagte Bürgermeister Bernd Poggemöller. Dennoch sei es nie gelungen, Bad Oeynhausen und Löhne in puncto Nordumgehung auseinander zu dividieren. Vielmehr habe es stets einen sachlichen Dialog gegeben. »Wir müssen erkennen, dass die Nordumgehung nun auch ein Teil von Löhne ist«, sagte Bernd Poggemöller. Und weiter: »Wenn das heute für unsere Nachbarstadt ein guter Tag ist. Dann ist das auch ein guter Tag für uns in Löhne.«

Positiv über die Freigabe der Nordumgehung äußerte sich auch Landrat Dr. Ralf Niermann im Gespräch mit dieser Zeitung: »Dadurch ist Bad Oeynhausen noch mehr ins Herz von Deutschland und von Europa gerückt.« Angesichts der gute Anbindung an die Achse Amsterdam-Warschau können nun niemand mehr von »abgelegener Provinz« sprechen.

Festakt mit ökomenischer Einsegnung

Sichtlich zufrieden wirkte auch Alt-Bürgermeister Klaus Mueller-Zahlmann im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT. »Ich freue mich, dass die Autobahn endlich eröffnet wird. Ursprünglich war das ja bereits während meiner letzten Amtszeit 2014 geplant.« Zwar dürfe er nun nicht selbst das Band mit durchschneiden. »Es ist aber ein tolles Erlebnis für mich, ganz nah dabei zu sein«, sagte Klaus Mueller-Zahlmann. Angesichts immer neuer Verzögerungen habe er persönlich nicht mehr mit einer Freigabe 2018 gerechnet. »Um so mehr freue ich mich, dass es noch geklappt hat«, betonte der Alt-Bürgermeister.

Dem Wunsch »allzeit unfallfreie Fahrt« sämtlicher Festredner folgte die ökumenische Einsegnung. Superintendent Andreas Huneke sowie die Pastoren Ralf Steiner und Manfred Pollmeier nahmen diese Handlung gemeinsam vor.

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