Mi., 13.02.2019

Herz- und Diabeteszentrum bietet im Praktischen Jahr Einblicke in Spezialfächer Medizinstudenten schätzen HDZ

Die Oberärzte Dr. Michael Hauber (links) und Prof. Dr. Oliver Lindner (rechts) haben zum Beginn des Praktischen Jahrs am HDZ NRW, als Abschluss des Medizinstudiums, die Studenten (von links) Aleksandra Naber, Imke Stuckenberg, Tobias Szymczyk, Jan Eckstein und Jae-Hyun Ahn begrüßt. Die Ärzte betreuen das wöchentliche Seminar zum Praktischen Jahr mit und organisieren es.

Die Oberärzte Dr. Michael Hauber (links) und Prof. Dr. Oliver Lindner (rechts) haben zum Beginn des Praktischen Jahrs am HDZ NRW, als Abschluss des Medizinstudiums, die Studenten (von links) Aleksandra Naber, Imke Stuckenberg, Tobias Szymczyk, Jan Eckstein und Jae-Hyun Ahn begrüßt. Die Ärzte betreuen das wöchentliche Seminar zum Praktischen Jahr mit und organisieren es. Foto: Armin Kühn

Bad Oeynhausen (WB). Pflicht und Kür: Als Teil des Medizincampus’ OWL bietet das Herz- und Diabeteszentrum (HDZ) NRW Medizinstudenten Gelegenheit, auch unterschiedliche Spezialfächer kennenzulernen und Lernangebote wahrzunehmen. So bereiten sich derzeit fünf Studenten auf ihren bevorstehenden Berufsstart vor.

Selbst der Weg von Prof. Dr. Jan Gummert, Ärztlicher Direktor des HDZ NRW, führte nicht schnurgerade in die Herzchirurgie. »Mein Wahlfach war die Anästhesie. Trotz aller Vorlieben, die sich meist schon im Laufe des Studiums abzeichnen, würde ich jedem angehenden Mediziner dazu raten, sich intensiv mit anderen Fächern zu beschäftigen«, sagt der Chefarzt, der heute am HDZ die größte herzchirurgische Klinik in Deutschland leitet.

Studierende fühlen sich am HDZ wohl

Aleksandra Naber, Tobias Szymczyk (25), Jan Eckstein (28) und Jae-Hyun Ahn (25) studieren an der Ruhr-Universität Bochum, Imke Stuckenberg (36) an der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf. Tobias Szymczyk und Jan Eckstein haben das HDZ NRW bereits in ihrem siebten Semester eingehend kennengelernt.

Und Jae-Hyun Ahn fühlte sich nach dem Sommer-Blockseminar am HDZ NRW so wohl, dass er das Haus auch für seine klinische Ausbildung gewählt hat. Er will das Kinderherzzentrum im HDZ NRW näher kennenlernen.

Für die Anästhesie als Wahlfach hat sich auch Aleksandra Naber (33) entschieden. Seit November wird sie im Institut für Anästhesiologie und Schmerztherapie von Prof. Dr. Vera von Dossow betreut. Sie leitet das Institut gemeinsam mit Prof. Dr. Uwe Schirmer chefärztlich. Bereut hat die Studentin ihre Wahl nicht. »Ganz im Gegenteil: Die Anästhesie zeigt sich hier in aller Vielfalt bei der Narkose von Erwachsenen und Kindern, in der Notfall- und intensivmedizinischen Versorgung«, sagt sie.

Anders als Aleksandra Naber leisten ihre vier Mitstudierenden ihr erstes Drittel (Tertial) in der Inneren Medizin, einem vorgeschriebenen Pflichtfach, am HDZ NRW in den Bereichen Diabetologie und Kardiologie ab. Sie alle haben den zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung nach dem zehnten Studiensemester bestanden und sich für das Praktische Jahr (PJ) qualifiziert.

Praktisches Jahr fast überall möglich

Die drei praktischen Tertiale in der Inneren Medizin, in der Chirurgie und in einem Wahlfach bilden den letzten Teil des Medizinstudiums. Dabei kann das PJ an nahezu allen Krankenhäusern in Deutschland und im Ausland absolviert werden.

Insgesamt leisten etwa 30 angehende Mediziner und damit die Hälfte der Studierenden des ersten Studienjahrs am Medizin Campus OWL ihr PJ an einem angeschlossenen Krankenhaus ab. Zum Medizin Campus OWL gehören das HDZ NRW, das Krankenhaus Bad Oeynhausen, die Auguste-Viktoria-Klinik, das Johannes-Wesling-Klinikum Minden, das Krankenhaus Lübbecke-Rahden, das Klinikum Herford und das Medizinische Zentrum für Seelische Gesundheit.

Inzwischen arbeiten Tobias Szymczyk, Jan Eckstein und Jae-Hyun Ahn an ihren Doktorarbeiten und fühlen sich bestens betreut. »Die Promotionsarbeit ist heute immer noch wichtig, auch wenn man später vielleicht nicht wissenschaftlich arbeiten möchte«, sagt Jan Gummert.

Imke Stuckenberg hat als ausgebildete Physiotherapeutin mit ihrem Medizinstudium begonnen. Im Vergleich zu ihren Kommilitonen kann sie sich eine Zukunft als Hausärztin in der Region vorstellen. »Ich werde das dritte Tertial als Wahlfach in einer Praxis für Allgemeinmedizin ablegen und will mich danach entscheiden, quasi als Ausschlussdiagnostik«, sagt sie.

Für das PJ am HDZ NRW hat sie sich über das PJ-Portal beworben, über das 13 deutsche Universitäten Plätze vergeben. »Hier kann man online sehen, an welcher Klinik freie Plätze zur Verfügung stehen. Ich hatte Glück.«

Spezialfächer werden geschätzt

Die Studenten schätzen am HDZ NRW, dass sie in Spezialfächer wie Transplantation und künstliche Herzunterstützung, die an anderen Häusern in diesem Ausmaß nicht zu sehen seien, Einblick erhalten. Zudem dürften sie im wöchentlichen Seminar den Oberärzten viele Fragen stellen.

Die Zahl der PJ-Plätze am HDZ NRW ist mit der Ruhr-Universität Bochum vertraglich vereinbart. »Wir freuen uns über das Interesse der Studenten und könnten noch einige Plätze besetzen«, sagt Prof. Dr. Wolfgang Burchert. Über sein Sekretariat im HDZ NRW werden die PJ-Studenten betreut.

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