Do., 14.02.2019

Ute Stahl (60) aus Bad Oeynhausen erzählt die besondere Geschichte der Liebe zu ihrem verstorbenen Mann Liebesschwur am Valentinstag

Elf Jahre waren Ute Stahl und ihr Mann Heinz (kleines Foto) verheiratet, bevor er am 16. Februar 2014, zwei Tage nach ihrem Hochzeitstag, in ihren Armen starb. Nach seinem Tod zog Ute Stahl mit ihrem Kangal »Rocky« nach Bad Oeynhausen. Das Sofa, auf dem sie sitzt, hat das Paar während seiner Ehe gemeinsam angeschafft. Für die 60-Jährige ist es ein besonderes Erinnerungsstück.

Elf Jahre waren Ute Stahl und ihr Mann Heinz (kleines Foto) verheiratet, bevor er am 16. Februar 2014, zwei Tage nach ihrem Hochzeitstag, in ihren Armen starb. Nach seinem Tod zog Ute Stahl mit ihrem Kangal »Rocky« nach Bad Oeynhausen. Das Sofa, auf dem sie sitzt, hat das Paar während seiner Ehe gemeinsam angeschafft. Für die 60-Jährige ist es ein besonderes Erinnerungsstück. Foto: Lydia Böhne

Von Lydia Böhne

Bad Oeynhausen (WB). Valentinstag – ein Tag zum Verlieben: Das WESTFALEN-BLATT hatte im Januar Leser aufgerufen, sich mit ihrer Geschichte dazu an die Redaktion zu wenden. Auch Ute Stahl aus Bad Oeynhausen hat sich ein Herz gefasst und ihre aufgeschrieben. Im Gespräch mit dem WESTFALEN-BLATT erinnert sie sich an eine schicksalhafte Liebe.

Es ist 1968. Ute Stahl ist zehn Jahre alt und sucht auf einem Hof in ihrer Heimatstadt Dinslaken am Rand des Ruhrgebiets einen Platz für ihren Ponyhengst, den sie vor der Schlachtung gerettet hat. Auf dem Hof eines Ackerbauern und Viehzüchters wird sie fündig. Dass dieser 30-jährige Mann, der zu diesem Zeitpunkt bereits vier Söhne mit seiner Frau hat, eines Tages ihr Mann werden würde – damit rechnet zu dieser Zeit niemand. »Ich war damals ein echter Wildfang und habe viel Unsinn gemacht. Immer wieder kamen Nachbarskinder zu Heinz und beschwerten sich über mich«, erinnert sich Ute Stahl. »Er hat ihnen gesagt, dass man mich so nehmen muss, wie ich bin«, fügt die heute 60-Jährige hinzu.

Dann verlieren sich Ute und Heinz aus den Augen. »Mein Vater war Ingenieur. Er hat meine Mutter und mich zu seinen Aufträgen mitgenommen, und so sind wir durch die ganze Welt gereist«, berichtet Ute Stahl.

1973 kehrt die Familie auf den Wunsch der Mutter schließlich nach Dinslaken zurück. Mit 15 Jahren beginnt Ute Stahl eine Ausbildung zur Intensivkrankenschwester. Neben ihrem Hauptberuf eröffnet sie Ende der 1980er-Jahre einen Pferdestall. Als sie auf der Suche nach einem Heu- und Strohlieferanten ist, erinnert sich Ute Stahl an Heinz und knüpft einen Kontakt zu ihm. »Er war seit zehn Jahren Witwer. Seine Frau war an Krebs erkrankt, und er hatte sie bis zu ihrem Tod zuhause gepflegt. Das hat mich sehr beeindruckt«, erinnert sie sich.

Altersunterschied von 21 Jahren

Anfang des Jahres 2000 wird die Doppelbelastung zu viel und die Intensivkrankenschwester gibt ihren Reiterhof auf. Eines von 20 Pferden und einen Hund behält sie. Heinz nimmt erst die Tiere und kurze Zeit später auch Ute bei sich auf. »Ich bin den ersten Schritt auf ihn zugegangen, weil er sich wegen des Altersunterschieds von 21 Jahren so unsicher war. Für mich hat es keine Rolle gespielt, dass er damals 63 und ich 42 war«, fügt Ute Stahl hinzu.

Nach dreijähriger Beziehung ohne Trauschein gibt sich das Paar am 14. Februar 2003 das Ja-Wort. »Es war die Idee der Standesbeamtin. Sie meinte, das sei ein besonderes Datum, das Männer nicht vergessen können«, sagt Ute Stahl. »Von der Trauung haben wir niemandem erzählt. Wir haben die Hochzeit im Sommer mit 250 Gästen auf dem Hof nachgefeiert«, erinnert sich die 60-Jährige zurück.

An ihrem elften Hochzeitstag gehen Ute und Heinz zusammen essen. »Anders als viele Paare um uns herum hatten wir uns wie immer viel zu erzählen. Wir waren wie Pott und Deckel«, sagt die gelernte Intensivkrankenschwester.

Zwei Tage später wundert sich Ute Stahl, dass ihr Mann nicht vom Feld zurückkommt. »Ich habe den Nachbarn gerufen und zusammen haben wir Heinz auf dem Radlader gefunden. Er lag im Sterben«, berichtet die 60-Jährige. In den Armen seiner Frau stirbt Heinz am 16. Februar 2014. Dass der Moment kommen würde, sei beiden aufgrund einer Erkrankung klar gewesen. Oft hätten sie darüber gesprochen.

Erinnerung an den verstorbenen Ehemann

Im September 2015 verkauft Ute Stahl schließlich den Hof in Dinslaken und zieht nach Bad Oeynhausen, um neu anzufangen. Sie behält lediglich einen Teil der Möbel, die sie gemeinsam mit Heinz gekauft hat und ihren Hund, Kangal Rocky. »Am Valentinstag gehe ich seither schön essen und denke an meinen Mann zurück. Er war Landwirt durch und durch und genauso tierlieb wie ich«, sagt Ute Stahl.

Weil die Eheringe bei der Hofarbeit immer wieder im Mist verloren gingen, hätten sie diese nur um den Hals getragen. Ob es Schicksal war, dass sich die Wege von Ute und Heinz so oft kreuzten? »Ich glaube fest an eine höhere Macht«, sagt Ute Stahl. Auch wenn sie inzwischen ein neues Liebesglück gefunden hat: Vergessen werde sie ihren Heinz niemals.

Der Preis

Ute Stahl hat den Hauptpreis der Aktion dieser Zeitung gewonnen: Dabei handelt es sich um ein Drei-Gänge-Menü im Restaurant »Palmengarten« in der GOP-Gastronomie im Kaiserpalais, den anschließenden Besuch einer aktuellen Varieté-Vorstellung, zwei Tagesgutscheine für Therme und Sauna der Bali-Therme sowie eine Balinesische Massage (50 Minuten) dort. Mit einer Freundin will Ute Stahl den Tag genießen

Alle anderen Gewinner einer Tageskarte für Sauna und Therme werden benachrichtigt.

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