Mi., 20.02.2019

SPD begrüßt 170 Teilnehmer zu erstem Bürgerempfang im Mehrgenerationenhaus Eine Frage von »Respekt und Solidarität«

Auf dem Podium sind Sebastian Dietz (von links), Anja Weber, Stefan Meier und Dirk Rahlmeyer engagiert für mehr »Respekt und Solidarität« eingetreten. Von den Zuhörern gab es reichlich Zuspruch.

Auf dem Podium sind Sebastian Dietz (von links), Anja Weber, Stefan Meier und Dirk Rahlmeyer engagiert für mehr »Respekt und Solidarität« eingetreten. Von den Zuhörern gab es reichlich Zuspruch. Foto: Malte Samtenschnieder

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen  (WB). Dem zunehmenden Werteverfall in der Gesellschaft hat sich die SPD Bad Oeynhausen am Montag mit ihrem ersten Bürgerempfang im Mehrgenerationenhaus entgegengestemmt. »Respekt und Solidarität« lautete das Thema der Veranstaltung. 170 Gäste nahmen daran teil.

»Mit der Auswahl Ihres Themas rücken Sie zwei Herzensanliegen von mir in den Mittelpunkt«, betonte DGB-Landesvorsitzende Anja Weber in ihrem Impulsvortrag. Nicht nur in der vermeintlich schützenden Anonymität von sozialen Netzwerken im Internet werde der Ton und somit auch der Umgang miteinander seit einiger Zeit immer rauer. »Dieses Phänomen macht sich auch verstärkt in der realen Welt breit«, sagte Anja Weber.

Dies bekämen zum einen Mitarbeiter von Polizei, Feuerwehr oder auch Behörden zu spüren. Zum anderen seien Ehrenamtliche immer öfter betroffen. Wenn Respektlosigkeit und Ausgrenzung zunähmen, gerate der gesellschaftliche Zusammenhalt in Gefahr. »Denn wenn Menschen ausreichend verunsichert werden, sind sie irgendwann bereit, ihre Grundwerte in Frage zu stellen«, sagte die DGB-Landesvorsitzende.

Eintreten für Demokratie

»Aus meiner Sicht ist es wichtig, jeden Tag aufs Neue für die Demokratie einzutreten«, sagte Anja Weber. Dabei gehe es nicht darum, auf seinem eigenen Recht zu beharren. Demokratie in einer heterogenen, vielfältigen Gesellschaft bestehe vielmehr darin, immer wieder neue Kompromisse zu suchen. Das sei sowohl im persönlichen Umfeld, als auch auf dem politischen Parkett wichtig.

»Für Deutschland kann es aus meiner Sicht nur auf EU-Ebene Antworten auf wichtige Herausforderungen unserer Zeit geben«, sagte die DGB-Vorsitzende. Dafür sei es wichtig, die EU weiter zu stärken. Die Weimarer Republik sei gescheitert, weil es zu wenig Demokraten gegeben habe. Anja Weber: »Wir müssen verhindern, dass es der EU einmal ähnlich ergeht.«

Respekt nimmt stetig ab

Von mangelndem Respekt im Alltag wusste unter anderem Podiumsgast Stefan Meier, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Bad Oeynhausen, zu berichten. Immer wieder sähen sich seine Kollegen und er Pöbeleien und Anfeindungen ausgesetzt, sagte er zu Beginn einer Gesprächsrunde, die von Dirk Windmöller moderiert wurde.

Jüngstes Beispiel sei vor ein paar Wochen ein Einsatz zur Beseitigung einer Dieselspur im nördlichen Stadtgebiet gewesen. »Die Beschimpfungen einer Verkehrsteilnehmerin zogen sogar eine Strafanzeige nach sich«, sagte der Feuerwehrchef. Dennoch überwiege bei ihm und seinen Kameraden weiterhin die Begeisterung für die ehrenamtliche Tätigkeit – vor allem, weil man im Team etwas auf die Beine stelle.

Smartphone, Internet und Co.

»Deutsch, Mathematik und Englisch sind wichtig. Respekt und Solidarität spielen bei uns im Alltag aber eine genau so große Rolle«, sagte Dirk Rahlmeyer, Leiter der Europaschule Bad Oeynhausen. Dazu gehöre auch das Vermitteln eines richtigen Umgangs mit Smartphone, Internet und Co.

Dirk Rahlmeyer: »Unterricht mit Kreide, Schwamm und Tafel hat ausgedient. Stattdessen versuchen wir, die zunehmende Digitalisierung mit einzubeziehen.« Dabei dienten traditionelle Werte als Leitfaden. »Es ist nicht wichtig, alles richtig zu machen, wohl aber zu seinen Fehlern zu stehen. Die Schüler sollen Farbe bekennen und gradlinig durchs Leben gehen«, sagte Dirk Rahlmeyer.

Erfolge und Niederlagen

Für Letzteres tritt auch Sebastian Dietz ein. »Eine grundlegende Voraussetzung für den respektvollen Umgang miteinander ist für mich, dass jeder Einzelne respektvoll mit sich selbst umgeht«, sagte der zweifache Paralympics-Goldmedaillengewinner. In diesem Zusammenhang spiele aus seiner Sicht auch Sport eine wichtige Rolle. »Dabei lernen schon Kinder – unabhängig von ihrer Herkunft oder ihrer Religion – mit Erfolgen aber auch mit Niederlagen angemessen umzugehen«, betonte Sebastian Dietz.

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