Dr. Frank Urban stellt Planungen für Anlagen in Rehme und Bergkirchen vor
Trinkwasserenthärtung kommt voran

Bad Oeynhausen  (WB). Mit dem aktuellen Planungsstand für die beiden zen­tralen Anlagen zur Trinkwasserenthärtung hat sich am Mittwoch der Verwaltungsrat der Stadtwerke Bad Oeynhausen befasst. In seinem Vortrag ging Dr. Frank Urban vom Planungsbüro HU jedoch vorrangig auf den Standort in Rehme ein.

Freitag, 01.03.2019, 06:30 Uhr
Die neue Trinkwasserenthärtungsanlage auf Basis der Umkehrosmose soll in möglichst großer Nähe zum vorhandenen Wasserwerk in Rehme (Foto) entstehen. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv
Die neue Trinkwasserenthärtungsanlage auf Basis der Umkehrosmose soll in möglichst großer Nähe zum vorhandenen Wasserwerk in Rehme (Foto) entstehen. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

»Wir befinden uns derzeit am Ende der Entwurfsplanung«, sagte Frank Urban. Am Standort Rehme gelte es, drei verschiedene Wasserqualitäten zu berücksichtigen. »Einmal das Rohwasser aus Rehme, dann zugekauftes Wasser aus Porta Westfalica und schließlich Wasser des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen, das wir über den Hochbehälter in Bergkirchen erhalten«, sagte der Experte.

Die Trinkwasserenthärtungsanlage sei nur für die Aufbereitung des Rohwassers aus Rehme gedacht. »Da das Wasser aus verschiedenen Brunnen stammt, wird es zunächst in einen Vorlagebehälter geleitet«, erläuterte Frank Urban. Dann durchlaufe etwa die Hälfte des Wassers die Umkehrosmose, der Rest werde lediglich durch einen Aktivkohlefilter geleitet.

»Bei der Umkehrosmose entziehen wir dem Wasser 99,9 Prozent der Härte. Würden wir das komplette Wasser hindurchleiten, wäre das Ergebnis zu weich«, sagte der Experte. Das nach der Aufbereitung wieder gemischte Wasser komme mit 13 Grad deutscher Härte hingegen der gewünschten Halbierung des bisherigen Härtegrades nach.

Suche nach richtigem Antiscalant

»Bevor das Wasser ins Netz eingespeist wird, findet noch eine UV-Desinfektion statt«, betonte Frank Urban. Dieses zusätzliche Verfahren sei so angeordnet, dass es auch für Wasser aus Porta Westfalica oder aus dem Hochbehälter Bergkirchen greife, sofern es am Wasserwerk Rehme in das städtische Netz eingespeist werde.

Noch offen ist laut Frank Urban, was für ein Antiscalant bei der Umkehrosmose eingesetzt werden soll. Eine Untersuchung dazu nehme derzeit die Technische Universität Hamburg-Harburg im Auftrag der Stadtwerke Bad Oeynhausen vor.

»Ein Antiscalant ist ein chemisches Mittel, das bei der Umkehrosmose im Fall des Rehmer Wassers vor allem das Ausfällen von Kalk und somit ein Schädigen der Membran verhindern soll«, erläuterte der Experte.

Grundsätzlich gebe es die Möglichkeit, Phosphon- oder Polycarbon-Säure als Antiscalant einzusetzen. Phosphon-Säure scheide allerdings wohl in Rehme aus, weil sie nicht biologisch abbaubar ist.

»Sonst bekommen wir unter Umständen ein Problem, wenn wir die nicht als Trinkwasser verwendbaren Abwässer wie geplant in die Weser einspeisen«, sagte Frank Urban. Bei der Umkehrosmose seien das 20 Prozent der durchgeleiteten Gesamtmenge.

Standortfrage wird noch geklärt

Auch die Frage des genauen Standorts werde derzeit geklärt. »Wir prüfen, inwieweit das Gebäude des alten Wasserwerks genutzt werden kann«, erläuterte Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze im Gespräch mit dieser Zeitung.

Derzeit gehe es darum, ob es aufgrund urheberrechtlicher Vorschriften überhaupt möglich sei, das vom US-Büro Randall Stout Architects errichtete Gebäude innen und außen baulich zu verändern. Der Architekt sei 2014 verstorben, die Rechte seien auf seine Erben übergegangen.

Andreas Schwarze: »Je nachdem, wie viel wir von der Gebäudesubstanz nutzen können, fällt der in jedem Fall erforderliche zusätzliche Neubau größer oder kleiner aus.«

Parallel zur Planung für die Enthärtungsanlage in Rehme will Frank Urban nun auch die Planungen für die zweite Anlage in Bergkirchen vorantreiben. Ziel ist, dass beide Anlagen bis Anfang 2022 in Betrieb gehen. Weitere Details – etwa auch zu den Kosten – sollen bei der nächsten Verwaltungsratssitzung im Mai erörtert werden.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6430458?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F
Corona-Tests vor dem Trainingsstart
Mannschaftsarzt Dr. Tim Niedergassel nimmt einen Rachen- und Nasenabstrich bei DSC-Profi Reinhold Yabo. Foto: Thomas F. Starke
Nachrichten-Ticker