Di., 23.04.2019

Neues Hallenbad im Siel in Bad Oeynhausen: Politiker von Grünen, UW und der Linken setzen sich für Kleinkinderbecken ein Letzte Chance vor der Abstimmung

Vor der Skulptur der Badenden: Für ein familienfreundliches Angebot im neuen Hallenbad sprechen sich (von links) Thomas Heilig (Unabhängige Wähler), Andreas Korff (Die Linke) sowie Volker Brand und Andreas Edler (beide Bündnis 90/Die Grünen) aus. 

Vor der Skulptur der Badenden: Für ein familienfreundliches Angebot im neuen Hallenbad sprechen sich (von links) Thomas Heilig (Unabhängige Wähler), Andreas Korff (Die Linke) sowie Volker Brand und Andreas Edler (beide Bündnis 90/Die Grünen) aus. 

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). Über das Angebot des neuen Hallenbads im Siel entscheiden die Mitglieder des Rates in einer Sitzung am 2. Mai. Vertreter der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, Unabhängige Wähler (UW) und Die Linke sehen darin die letzte Chance, sich für ein familienfreundliches Bad einzusetzen.

Während der Sitzung des Rates wird es um die Ausführungsplanung gehen. Anschließend werden die Mitglieder des Verwaltungsrates der Stadtwerke Bad Oeynhausen (SBO) eine Entscheidung treffen. »Es geht nicht darum, den Bau zu verhindern oder zu verzögern. Wir sehen nur jetzt die letzte Möglichkeit, den Aspekt der Familienfreundlichkeit zu berücksichtigen. Und damit wollen wir uns als Kommunalpolitiker für die Bürger hier einsetzen«, sagt Grünen-Fraktionsvorsitzender Volker Brand.

Blick geht auch auf Prüfungen für Feuerwehrleute

In einem gemeinsamen Positionspapier der Fraktionen Grüne, UW und Linke geht es um die Ergänzung eines Kleinkinderbereiches in der Ausführungsplanung sowie gegebenenfalls eine Vertiefung beziehungsweise ein Sprungbrett/eine Grube. Dies würde auch Schwimmern der DLRG (Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft) und Feuerwehrleuten die Chance bieten, Prüfungen in Bad Oeynhausen abzulegen. Im neuen Hallenbad wäre dies nach jetziger Planung nicht möglich, sagen die Vertreter von Grünen, UW und Linke.

In den Überlegungen spielen auch die Baukosten eine Rolle. Laut einer Machbarkeitsstudie von 2017 liegen diese zwischen 9,9 Millionen und 10,4 Millionen Euro – nach damaligem Stand. Weitsicht sei hier wichtig. »Wir bauen hier kein Wohnhaus in abgespeckter Variante. Das ist eine Entscheidung, die wir für Jahrzehnte treffen«, sagt Volker Brand. Es gelte nun, mit sorgfältiger Planung eventuelle spätere Kosten zu vermeiden. »Ziel kann es nicht sein, nur ein ›besseres Rehmer Bad‹ zu bauen«, sagt Andreas Korff. Zudem werde aus seiner Sicht bei der Frage der Kosten ein wichtiger Punkt vernachlässigt: »Was ist eigentlich mit dem Freibad, wenn es einmal saniert werden muss?«

Die Höhe der Baukosten habe sich zudem aufgrund neuer Finanzierungsmöglichkeiten »relativiert«. Zur Senkung der Kosten könnten, wie berichtet, Mittel aus dem Bundesförderprogramm für die Sanierung kommunaler Einrichtungen in Höhe von 1,8 Millionen Euro beitragen.

Ausschuss und Rat stimmen für Sport- und Vereinsbad

Wie mehrfach berichtet, hatte der Sportausschuss nach jahrelangen Überlegungen im September 2017 mehrheitlich für ein Sport- und Vereinsbad im Siel gestimmt. Vor der Entscheidung hatten Vertreter der Linken, UW und Grünen sowie Ratsherr Wilhelm Ober-Sundermeyer (FDP) ein Allwetterbad in die Diskussion eingebracht. Im Oktober 2017 stimmte auch der Stadtrat mehrheitlich für ein Sport- und Vereinsbad. Zur Entscheidung hatte ein Besuch von Ratsmitliedern im Nordbad in Gütersloh beigtragen. Für die Ausführung sind die SBO seit dem 1. Januar 2018 zuständig. Im April 2018 hatten sich die Mitglieder des Verwaltungsrates der SBO mehrheitlich für ein Sport- und Vereinsbad im Siel ausgesprochen.

Die Bali-Therme sei aus Sicht von Andreas Edler keine Alternative für Familien: »Wenn dort eine Mutter mit Kind für zwei Stunden Schwimmen 23,50 Euro zahlt, dann ist das für Familien schlicht zu teuer. Ich kenne Eltern, die eher nach Hausberge, Minden oder Espelkamp ausweichen«, sagt er. Für Thomas Heilig sei die Diskussion auch für die Stadt als solche entscheidend: »Wenn wir unsere Einwohnerzahl von etwa 50.000 halten wollen, dann brauchen wir ein Familienbad, das sich auch so nennen darf.« Sympathien für einen Kleinkinderbereich hätten bereits Bürgermeister Achim Wilmsmeier (SPD) und SBO-Vorstand Andreas Schwarze gezeigt. Eine deutlichere Positionen beider würden sich Grüne, UW und Linke hierbei wünschen.

Deshalb spricht sich Andreas Korff für die Möglichkeit zur freien Entscheidung der Ratsmitglieder aus, ohne Fraktionszwang, eventuell in geheimer Abstimmung. »Jedes Ratsmitglied muss für sich entscheiden können«, sagt Volker Brand.

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