Mi., 01.05.2019

Hallenbad-Neubau in Bad Oeynhausen: Fraktionen äußern sich zu Vorstoß von Grünen, UW und Linken Eine »nahezu optimale Lösung«

Der Vorschlag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, Unabhängige Wähler und Die Linke, die Planung für das neue Hallenbad zu überdenken, hat Zustimmung, aber auch Kritik bei Vertretern von anderen Fraktionen ausgelöst.

Der Vorschlag der Fraktionen Bündnis 90/Die Grünen, Unabhängige Wähler und Die Linke, die Planung für das neue Hallenbad zu überdenken, hat Zustimmung, aber auch Kritik bei Vertretern von anderen Fraktionen ausgelöst. Foto: Rajkumar Mukherjee/Archiv

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). Die Diskussion um ein kinderfreundliches Angebot im geplanten Hallenbad im Siel reißt nicht ab. Kritik an dem Vorstoß der Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, Die Linke und Unabhängige Wähler (UW) vor der Ratssitzung am Donnerstag, 2. Mai, aber auch Zustimmung äußern Vertreter anderer Fraktionen sowie der BSG.

Den eingeschlagenen Weg zum Neubau des Hallenbades weiter zu beschreiten, dafür setzt sich Ratsherr Axel Nicke (BBO) ein. Er sieht in dem aktuellen Plan eines Sport- und Vereinsbades eine »nahezu optimale Lösung«, nach dem Vorbild des Gütersloher Hallenbades.

Zugleich warnt er davor, dass es mit einem Signal am Donnerstag gegen die aktuellen Hallenbad-Pläne als Sport- und Vereinsbad zu einer Verzögerung bei der Umsetzung kommen könnte. »Wir beschäftigen uns seit 21 Jahren mit dem Thema. Sollte es nach der Ratssitzung zu einem Verzug kommen, wird es meiner Ansicht nach auch in fünf Jahren kein neues Hallenbad in Bad Oeynhausen geben«, sagt Axel Nicke.

Vario-Becken auch als Planschbecken nutzbar

Der Argumentation von Grünen, Linken und UW hält er entgegen, dass die Familienfreundlichkeit im geplanten Hallenbad-Neubau bereits mit dem Vario-Becken sichergestellt werde. »Die Tiefe lässt sich zwischen Null Zentimetern und zwei Metern variabel einstellen. Damit kann dass Becken auch als Planschbecken sowie allgemein zur Wassergewöhnung genutzt werden«, sagt Axel Nicke.

Zudem verweist er auf andere wichtige Investitionen der Stadt, die zunächst zu berücksichtigen seien, bevor der Hallenbad-Bau aufgrund eines zusätzlichen Familienbereichs womöglich teurer würde. Zu diesen Vorhaben gehören der Neubau der Grundschule Eidinghausen, der Bau von Kindertagesstätten sowie die laufende Straßen- und Kanalsanierung.

Unterstützung gibt es dagegen von Ulrich Kreft, Vorsitzender des FDP-Stadtverbands: »Nach mehr als 20 Jahren der Diskussion ist eine Umsetzung des Hallenbads erforderlich. FDP-Ratsherr Wilhelm Ober-Sundermeyer und ich halten es aber nicht für sinnvoll, wenn im Siel ein reines Sport- und Vereinsbad gebaut wird. Wir unterstützen die Wünsche der Allgemeinheit, wenn sie in der Mehrzahl einen Familienbereich wünscht«, sagt er.

Verbesserung für Vereine, Schulen und Kinder

Aus Sicht der SPD müsse die Planung auf Grundlage der bisherigen Beschlusslage weitergeführt werden, teilt Fraktionsvorsitzender Olaf Winkelmann mit. Ergebnis einer Fraktionssitzung der SPD am Montag sei gleichwohl, dass das Leistungsangebot angepasst werden solle. »Nach einer Diskussion schlug Bürgermeister Achim Wilmsmeier vor, eine Verbesserung für Vereine, Schulen und Kinder innerhalb der bereits erfolgten Planung anzuregen«, sagt Olaf Winkelmann.

Das Ergebnis der Überprüfung der Leistungsverbesserungen soll nun in den Sitzungen eingebracht werden, teilt Achim Wilmsmeier im Namen der Stadt mit. »Aufgrund langjähriger Diskussionen, Abstimmungsgespräche und Beschlüsse ist ein sehr gutes Konzept für das Hallenbad im Siel entwickelt worden. Die detaillierten Planungen dazu werden am Donnerstag in Rat und Verwaltungsrat SBO ausführlich vorgestellt.«

Offen an die »klar strukturierten Entscheidungsprozesse« geht die CDU-Fraktion, teilt deren Fraktions- und Stadtverbandsvorsitzender Kurt Nagel mit: »Die in den Ratsunterlagen erwähnten Planergänzungen beziehungsweise -änderungen müssen mit Kosten unterlegt werden. Alles, was in Ergänzung der bisherigen Planung hinsichtlich eines echten Sport- und Familienbades in Relation zu den gesamten Investitionskosten vertretbar und sinnvoll ist, werden wir bei unserer Entscheidung verantwortlich abwägen. Wir hoffen, dass die Vorstellung im Stadtrat später eine Entscheidung im Verwaltungsrat der Stadtwerke ermöglicht, das Projekt an den Start zu bringen. Wichtig ist für die CDU-Fraktion zudem, dass der Blick auch auf die Zukunft des Freibades und damit verbundene Kosten gerichtet ist.«

Kritik der BSG

Holger Diekmann, Vorsitzender des Vereins »Bewegung – Sport – Gesundheit Bad Oeynhausen« (BSG), sieht den Vorstoß von UW, Grünen und Linken kritisch. »Das ist eine unsägliche Diskussion, die kurz vor Toresschluss losgetreten wurde. Die BSG war zehn Jahre an der Planung beteiligt.

Unglücklich ist nun, dass Grüne, Linke und UW nicht im Vorfeld mit uns gesprochen haben«, sagt Holger Diekmann. Er warnt vor einer zeitlichen Verzögerung durch ein ablehnendes Signal des Rates. Als Vorsitzender des mit 1900 Mitgliedern größten Sportvereins der Stadt kündigt er an: »Dann gibt es Krieg. Wer Wind sät, wird Sturm ernten.«

Ausschlaggebend sei, dass das neue Hallenbad aus Sicht der BSG ein Sport- und Rehasportbad werde, kein Freizeitbad. »Dafür wäre ein anderes Konzept nötig, mit einer Gastronomie. Die Besucher würden sich hier dann länger aufhalten«, sagt Holger Diekmann. Zugleich sei wichtig, dass die beiden Lehrschwimmbecken in Werste und Oberbecksen erhalten bleiben – auch nach Eröffnung des Hallenbades.

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