Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen verzeichnet nach 2017 und 2018 erneut Engpässe
Und wieder wird das Trinkwasser knapp

Bad Oeynhausen/Löhne(WB).  Das Phänomen ist aus den beiden Vorjahren bekannt: Wenn sommerliche Hitze das Quecksilber an mehreren Tagen in Folge über 30 Grad steigen lässt, wird im Versorgungsgebiet des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen das Trinkwasser knapp. Deshalb sind die Verbraucher in Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille erneut zum sparsamen Umgang mit dem kostbaren Nass aufgerufen.

Mittwoch, 26.06.2019, 06:00 Uhr
Bei der Bewässerung des Kurparks kommt Werre-Wasser zum Einsatz. Das Sprengen der Pflanzen geht somit nicht zu Lasten der verfügbaren Trinkwasserkapazitäten. Foto: Malte Samtenschnieder
Bei der Bewässerung des Kurparks kommt Werre-Wasser zum Einsatz. Das Sprengen der Pflanzen geht somit nicht zu Lasten der verfügbaren Trinkwasserkapazitäten. Foto: Malte Samtenschnieder

An einem normalen Tag liegt die im Gebiet des WBV Am Wiehen benötigte Trinkwassermenge bei 15.000 Kubikmetern. An Hitzetagen sind es mehr als 18.000 Kubikmeter. Und genau diese Verbrauchsspitzen bereiten Löhnes Bürgermeister Bernd Poggemöller in seiner Funktion als Vorsteher des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen derzeit Kopfzerbrechen. Zwar habe der WBV nach den Trinkwasserengpässen in den Sommern 2017 und 2018 verschiedene langfristige Maßnahmen eingeleitet. Nicht alle seien allerdings bislang komplett umgesetzt.

Druckerhöhungsstation geht in Betrieb

»Glücklicherweise können wir kurzfristig die neue Druckerhöhungsstation an der Schulstraße in Hille in Betrieb nehmen«, sagte Bernd Poggemöller am Dienstag im Gespräch mit dieser Zeitung. Dadurch könnten 500 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag zusätzlich bereitgestellt werden.

»Außerdem haben wir bei der Bezirksregierung in Detmold eine Notversorgung mit einem Volumen von 1000 Kubikmetern pro Tag beantragt«, sagte Bernd Poggemöller. Sobald es grünes Licht gebe, solle diese Menge zusätzlich vom WBV Herford-West bezogen werden.

» Leider ist der zweite Hochbehälter in Bergkirchen ja noch nicht verfügbar «, sagte Bernd Poggemöller. Doch bevor dieser langfristig für eine spürbare Entschärfung der Trinkwassersituation sorge, kämen noch andere Maßnahmen zum Tragen.

»Ein wichtiger Baustein ist die neue Wasserleitung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica «, sagte Bernd Poggemöller. Nachdem mittlerweile die letzte noch ausstehende Genehmigung vorliege, könne wohl innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen die noch fehlende Rohrverbindung unterhalb der Weser geschlossen werden.

Sparsamer Umgang mit Trinkwasser

Um kurzfristig Abhilfe zu schaffen, sei es wichtig, dass jeder Verbraucher sparsam mit dem vorhandenen Trinkwasser umgehe. »Alleine von Sonntag auf Montag hat der Verbrauch um 2000 Kubikmeter zugelegt«, erläuterte Bernd Poggemöller. Dadurch sei der Pegel im Hochbehälter in Bergkirchen auf weniger als zwei Meter gefallen.

Während der Nacht sei er dann wieder auf mehr als drei Meter gestiegen. Es gebe aber keine Garantie dafür, dass sich der Wasservorrat in den Nächten stets in ausreichendem Maße regeneriere. Bernd Poggemöller: »Deshalb sollte momentan jeder auf das Bewässern von Gärten oder das Befüllen von Swimmingpools verzichten.«

Sollte der Wasserpegel trotz Warnungen in den nächsten Tagen auf kritische Werte – der Tiefststand lag 2017 bei 1,12 Metern – sinken, werden unter Umständen über die Handy-Apps Katwarn und Nina Alarm geschlagen.

Im Wasserwerk Rehme ist alles normal

Im Hinblick auf die Fördermengen im Wasserwerk Rehme bewertet Stadtwerkevorstand Andreas Schwarze die aktuelle Trinkwassersituation als »normal«. Zwar habe sich das Grundwasser nach der langen Trockenperiode im Sommer 2018 angesichts ausbleibender Niederschläge Anfang 2019 nicht im gleichen Maße regeneriert wie im Vorjahr . Dennoch gebe es aus seiner Sicht aktuell keinen Grund zur Beunruhigung. Nichts deute derzeit auf eine längere Trockenperiode hin.

»In den vergangenen Wochen hat es zwischendurch immer wieder geregnet. Allerdings haben die Pflanzen das Wasser so gierig aufgesaugt, dass es nicht in den natürlichen Trinkwasserspeichern angekommen ist.« Unabhängig davon rät Andreas Schwarze zu jeder Jahreszeit zum sparsamen Umgang mit Trinkwasser, da es sich um ein »kostbares Lebensmittel« handele.

»Es wird alles Erforderliche getan«

»Wir als Mitgliedskommune gehen davon aus, dass es dem Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen wie im vergangenen Jahr gelingen wird, ausreichend Wasser für die Versorgung der Bevölkerung bereitzustellen«, sagt Bürgermeister Achim Wilmsmeier. Dafür müsse von allen Beteiligten auch alles getan werden.

»Selbstverständlich sollten wir alle sorgsam mit der Ressource Wasser umgehen und in dieser Situation auf das Bewässern von Rasenflächen und Gärten und das Befüllen von Pools verzichten«, betont Achim Wilmsmeier.

Gießen im Kurpark mit Werre-Wasser

»Bislang planen wir keine Reduzierung der verwendeten Wassermengen«, sagt Cornelia Schnepel, stellvertretende Leiterin des Eigenbetriebs Staatsbad. Mit dieser Aussage bezieht sie sich insbesondere auf öffentliche Wasserspiele wie die Fontänen auf den Kurhausterrassen, die durch einen geschlossenen Wasserkreislauf gespeist werden. Dass die mit Werre-Wasser betriebene Fontäne des Jordansprudels einige Tage nicht zu sehen war, habe technische Gründe gehabt. »Der Fehler sollte inzwischen behoben sein«, sagt Cornelia Schnepel.

Auch bei der Bewässerung des Kurparks seien bislang keine Einschnitte geplant. »Dafür greifen wir allerdings auf Werre-Wasser zurück, so dass die Entnahme keine direkten Auswirkungen auf die Trinkwasserkapazitäten des Wasserbeschaffungsverbandes Am Wiehen oder der Stadtwerke hat«, sagt die stellvertretende Betriebsleiterin.

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