Gutachter prüfen Ursache für Schäden im Kreuz Bad Oeynhausen – Reparatur im Herbst
A2: Wo kommen nur die Löcher her?

Bad Oeynhausen (WB). Ein Jahr ist es erst her, dass der Landesbetrieb Straßen NRW mehrere Fahrbahnübergänge auf der A2 im Kreuz Bad Oeynhausen repariert hat. Jetzt sind diese Reparaturstellen bereits wieder kaputt und müssen erneuert werden. Wodurch die Schäden entstanden sind, prüfen derzeit mehrere Gutachter.

Donnerstag, 27.06.2019, 15:10 Uhr aktualisiert: 27.06.2019, 15:14 Uhr
Eigentlich hätten dort, wo Thorsten Hild von Straßen NRW (links) hinzeigt, Abstandshalter umgeben von Polymerbeton sein müssen. Doch ein Großteil des Polymerbetons ist einfach verschwunden. Das wundert auch Gerd Eickmeier von der Autobahnmeisterei Herford. Foto: Freya Schlottmann
Eigentlich hätten dort, wo Thorsten Hild von Straßen NRW (links) hinzeigt, Abstandshalter umgeben von Polymerbeton sein müssen. Doch ein Großteil des Polymerbetons ist einfach verschwunden. Das wundert auch Gerd Eickmeier von der Autobahnmeisterei Herford. Foto: Freya Schlottmann

Tiefe Fugen sind an elf Stellen auf der rechten Spur der A2 in Fahrtrichtung Dortmund zu sehen. Dort, wo normalerweise die asphaltierten Übergänge zwischen einzelnen Fahrbahnabschnitten liegen, ist ein großer Teil bereits wieder aufgerissen worden. »Eigentlich sollten an diesen Stellen unter der Fahrbahndecke sogenannte Abstandshalter zwischen den Brückenabschnitten von Polymerbeton umgeben sein«, erklärt Thorsten Hild, Regierungsbaurat und Projektleiter Bauwerkserhaltung beim Landesbetrieb Straßen NRW, bei einer Ortsbesichtigung am Mittwoch.

Der Polymerbeton ist einfach verschwunden

Polymerbeton ist ein schwarzer, fast gummiartiger Stoff, der als Verbindung zwischen den Brückenabschnitten dient, anders als Beton leichte Bewegung zulässt und Wasser abfließen lassen soll. Doch von diesem Polymerbeton ist ein Großteil einfach verschwunden. Und genau das ist ersten Erkenntnissen zufolge der Grund dafür, dass sich vor einigen Wochen Löcher in der Fahrbahndecke gebildet haben und dadurch die Fahrbahn zum Teil abgesackt ist.

»Wir wissen noch nicht, warum da kein Polymerbeton mehr ist«, sagt Thorsten Hild.

Nur noch einzelne Reste des schwarzen Polymer-Stoffes konnten aus den Fugen gezogen werden.

Nur noch einzelne Reste des schwarzen Polymer-Stoffes konnten aus den Fugen gezogen werden. Foto: Freya Schlottmann

Mehrere Gutachter sind deshalb seit Anfang der Woche vor Ort und versuchen, die Ursache zu ermitteln. Eine erste These ist, dass sich ein Blech, dass noch unter dem Polymerbeton eingebaut wurde, durchgebogen hat und das Material nach unten weggebröselt sein könnte. Einige Personen sollen jedenfalls bereits mehrere Brocken des Polymerbetons unter der Brücke gefunden haben. Das ist zumindest auf Fotos zu sehen, die Hild als Dokumentation vorliegen.

Komisch ist aber, dass alle elf wieder aufgerissenen Übergänge andere Probleme aufweisen und somit eventuell unterschiedlichen Ursprungs sind. »Jede Fuge sieht anders aus. Das ist ein Rätselraten, wie das sein kann«, sagt Gerd Eickmeier von der Autobahnmeisterei Herford.

Die große Reparaturphase erfolgt im Herbst

Voraussichtlich noch bis Ende kommender Woche wird es dauern, bis die Gutachter mit ihrer Arbeit fertig sind. Währenddessen gilt es aber bereits, die Fahrbahn schnellstmöglich zu reparieren und für den Verkehr wieder freizugeben. »Die Statik der Brücke ist durch die entstandenen Schäden nicht gefährdet«, betont Thorsten Hild. »Man muss aber trotzdem schnell handeln.« Vor allem der Schwerlastverkehr würde die Fahrbahn ansonsten weiter beschädigen.

Deshalb werden die entstandenen Löcher und Fugen in der kommenden Woche zunächst provisorisch geflickt. In einer etwa acht Wochen dauernden zweiten Bauphase im September und Oktober werden diese Provisorien dann wieder entfernt und alle betroffenen Fahrbahnübergänge erneuert. Diese zwei Etappen seien nötig, weil Baufirmen eine gewisse Vorlauf benötigen, erklärt Hild.

Momentan betrachtet der Landesbetrieb Straßen NRW die Schäden als Gewährleistungsmängel der Firma, die die Erneuerungen umgesetzt hat. Sollten die Gutachten Baumängel bestätigen, würden für den Steuerzahler keine Kosten entstehen. »Neben unserem Gutachter und einem Gutachter des Baustoffherstellers ist aber auch ein Gutachter der Versicherung der Firma vor Ort, der ebenfalls alles prüft«, sagt Thorsten Hild.

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