Do., 11.07.2019

An der Europaschule in Bad Oeynhausen erhalten Schüler Tipps zum Thema Bewerbungen »Macht Entscheider neugierig«

Im Forum der Europaschule haben sich diese Schüler des neunten Jahrgangs an einer Podiumsdiskussion beteiligt. Mit Berufsberatern und Personalentscheidern haben sie sich über ihre Erfahrungen aus dem Praktikum ausgetauscht.  

Im Forum der Europaschule haben sich diese Schüler des neunten Jahrgangs an einer Podiumsdiskussion beteiligt. Mit Berufsberatern und Personalentscheidern haben sie sich über ihre Erfahrungen aus dem Praktikum ausgetauscht.  

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen (WB). Ob Fach- oder Führungskräfte: Eng begleiten Lehrer und Berufsberater an der Europaschule die Schüler bei der Orientierung zur passenden Ausbildung oder zum Studium. Die Neuntklässler haben gerade ihr Praktikum beendet. Bei einer Podiumsdiskussion im Forum tauschten sie sich aus.

Dazu hatte Lehrer und Moderator Ulrich Franz, Koordinator für die Studien- und Berufswahlorientierung in der Sekundarstufe I, eingeladen. Die Podiumsteilnehmer, darunter Berufsberater und Mitarbeiter in Personalabteilungen, gaben den Schülern wichtige Hinweise.

Tipps für die Bewerbung

An der Diskussion haben teilgenommen: (von links) Uwe Kaiser, Berufsberater der Arbeitsagentur, Torsten Tappe, Personalleiter der Sparkasse Bad Oeynhausen-Porta Westfalica, Bianca Klabunde, Personalmanagement Gyncolleg Weserland, Dr. Mario Kluth, Narkosearzt Gyncolleg Weserland, Carsten Krüger, Personalabteilung Kögel-Bau, und Berufseinstiegsberater Benjamin Prothmann. Foto: Rajkumar Mukherjee

Ein Beispiel dafür ist die Bewerbung, mit der sich die angehenden Zehntklässler spätestens nach den Sommerferien beschäftigen müssen – wenn sie eine Ausbildung im August 2020 beginnen möchten. Eindringlich regten Benjamin Prothmann, seit vier Jahren Berufseinstiegsbegleiter an der Europaschule, und Bianca Klabunde aus dem Personalmanagement des Gyncollegs Weserland, Praxis für Frauenheilkunde und Anästhesiologie, an, sich Mühe beim Anschreiben und dem Lebenslauf zu geben. »Wäre ich Personalentscheider, dann müsstet Ihr mich neugierig machen. So verhindert Ihr, dass Ihr direkt auf dem Stapel B landet«, sagte Benjamin Prothmann. Warum Bewerbungen auf diesem Stapel mit den Absagen landen können, zeigte Bianca Klabunde mit einem Fauxpas auf. Sie habe eine Bewerbung um einem Beruf erhalten, in dem das Gyncolleg Weserland gar nicht ausbildet. »Wenn der erste Satz lautet: ›Hiermit bewerbe ich mich um eine Stelle als Zahnmedizinische Fachangestellte‹, dann weiß ich sofort, dass es sich um einen Serienbrief handelt«, sagte sie.

Auch Tipps, die Zeit bis zu den Bewerbungen – und darüber hinaus – sinnvoll zu nutzen, gaben die Podiumsteilnehmer den Schülern mit auf den Weg. »Wenn Ihr nach der zehnten Klasse abgehen wollt, dann ist das Zeugnis sehr wichtig. Legt also nach den Ferien noch eine Schippe drauf, um Noten eventuell zu verbessern«, sagte Torsten Tappe.

Viele Fragen der Schüler

Auch die Schüler beteiligten sich an dem Austausch und stellten Fragen. Zum Beispiel interessierte sie, ob Männer und Frauen gleich bezahlt werden. Carsten Krüger betonte, dass Bewerbungen – hier im Baugewerbe – auch von auch Frauen ausdrücklich erwünscht sind. Etwa 200 Bewerbungen erhalte Kögel-Bau für zwei Stellen im kaufmännischen Bereich (Industriekaufleute) und gewerblichen Bereich (neun Ausbildungsberufe). Davon seien 2019 acht Bewerbungen von Frauen eingegangen. »Unsere Branche ist natürlich eine Männerdomäne. Wir haben aber auch junge Damen, die wissen, was sie können und das auch zeigen wollen«, sagte Carsten Krüger.

Zudem würden Männer und Frauen aufgrund tariflicher Regelungen dasselbe Gehalt oder denselben Lohn erhalten, erfuhren die Schüler. Allerdings seien es meist Männer, die bei außertariflichen Verträgen mehr Geld verlangen würden.

Die Podiumsdiskussion ist ein Teil eines Beratungsangebotes der Europaschule. Dazu gehöre auch eine Evaluation der Schülererfahrungen aus dem Praktikum. Drei Wochen, von Mitte Juni bis Anfang Juli, hatten insgesamt 138 Schüler des neunten Jahrgangs Betriebe besucht. 129 hatten sich an einer Befragung beteiligt. »Darunter sind 80 Schüler, die zurückgemeldet haben, dass sie ein Praktikum in ihrem Wunschberuf absolviert haben«, sagte Ulrich Franz. Und sogar 95 Prozent hätten in der Befragung geantwortet, dass ihr Praktikum »sinnvoll« sei.

Europaschüler seien motiviert

»Uns stehen viele Angebote zur Verfügung, um jeden Schüler individuell auf dem Weg zur Ausbildung und zum Beruf zu begleiten«, sagte Benjamin Prothmann. Zum Beispiel können Schüler mit Unterstützungsbedarf ausbildungsbegleitende Hilfen der Bundesagentur für Arbeit beantragen: Schüler erhalten einen persönlichen Förderplan, Nachhilfeunterricht in Deutsch und anderen Fächern oder Hilfe bei der Prüfungsvorbereitung.

Erkennbar sei aber, dass die Europaschüler motiviert seien, zu lernen: 91 Prozent der aktuellen Abiturienten hätten von der Grundschule keine Empfehlung für den Besuch des Gymnasiums erhalten, sagte Ulrich Franz.

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