Betriebsleiter Stefan Wiese erläutert die Funktionsweise des Hochbehälters Bergkirchen
Der Ort, von dem das Wasser kommt

Bad Oeynhausen/Löhne  (WB). Die für die nächsten Tage angekündigte Hitzewelle lässt Stefan Wiese kalt. Einen Pegel von 4,19 Metern liest der technische Leiter des Wasserbeschaffungsverbandes (WBV) Am Wiehen am Dienstagmorgen von der Digitalanzeige der beiden Hochbehälter in Bergkirchen ab. Fazit: Der Trinkwasserspeicher für Bad Oeynhausen, Löhne, Hüllhorst und Hille ist gut gefüllt.

Mittwoch, 24.07.2019, 06:45 Uhr aktualisiert: 24.07.2019, 06:50 Uhr
Eigentlich handelt es sich beim »Hochbehälter Bergkirchen« um eine zweiteilige Anlage mit einem kleineren Behälter (1250 Kubikmeter, Foto) und einem größeren Behälter (6000 Kubikmeter), die landläufig als eine Einheit gesehen werden. Am Dienstagvormittag sind alle Bassins gut gefüllt. Foto: Malte Samtenschnieder
Eigentlich handelt es sich beim »Hochbehälter Bergkirchen« um eine zweiteilige Anlage mit einem kleineren Behälter (1250 Kubikmeter, Foto) und einem größeren Behälter (6000 Kubikmeter), die landläufig als eine Einheit gesehen werden. Am Dienstagvormittag sind alle Bassins gut gefüllt.

»Der ältere Behälter stammt aus den 1960er Jahren und fasst 1250 Kubikmeter. Der jüngere Behälter wurde in den 1970er Jahren gebaut. Er hat eine Kapazität von 6000 Kubikmetern«, sagt Stefan Wiese im Gespräch mit dieser Zeitung. Beide Behälter seien in einem sehr guten Zustand. »Sie wurden 2001/2002 umfangreich von innen saniert«, erläutert der Diplom-Ingenieur. Bei regelmäßiger Pflege könnten sie sicher noch viele Jahrzehnte genutzt werden.

Dass voraussichtlich Anfang 2020 auf einem Acker vis à vis der bisherigen Anlage mit dem Bau eines weiteren Hochbehälters begonnen wird, hat Kapazitätsgründe. »In der neuen Anlage stehen uns in zwei Kammern jeweils 5000 Kubikmeter Wasser zusätzlich zur Verfügung«, sagt Stefan Wiese. Nach der für April 2021 geplanten Inbetriebnahme solle es damit gelingen, Trinkwasserengpässe bei längeren Hitzephasen im Sommer zu vermeiden.

Verbrauch hat sich seit Krise eingependelt

Hochbehälter in Bergkirchen

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Der normale Tagesverbrauch im Netz des WBV Am Wiehen liegt bei 13.500 bis 15.000 Kubikmetern Wasser am Tag. Zu Beginn der aktuellen Trinkwasserkrise schnellte der Tagesverbrauch am Montag, 24. Juni, in den Abendstunden unerwartet auf mehr als 18.000 Kubikmeter in die Höhe. »In dieser Situation mussten wir handeln, sonst hätten wir riskiert, dass der Hochbehälter leer läuft«, erläutert Stefan Wiese.

Dank Aufklärung per Warn-App auf dem Smartphone, Lautsprecherdurchsagen von Rotem Kreuz und Feuerwehr und nicht zuletzt durch das Verabschieden von ordnungsbehördlichen Verordnungen gegen Trinkwasservergeudung in Bad Oeynhausen, Löhne und Hille sei es gelungen, den Trinkwasserverbrauch in den vergangenen vier Wochen bei durchschnittlich 16.000 Kubikmetern pro Tag zu stabilisieren. Stefan Wiese: »Das ist eine Menge, die wir aktuell auch bereitstellen können.«

Nach Angaben des technischen Leiters wird der Hochbehälter in Bergkirchen über eine Versorgungsleitung aus dem Wasserwerk Südhemmern gespeist. Die Verbindung sei auf eine Kapazität von 900 Kubikmetern Wasser pro Stunde ausgelegt. »Aufgrund der aktuellen Brunnensituation fördern wir in Südhemmern derzeit aber nur 500 bis 520 Kubikmeter pro Stunde«, sagt Stefan Wiese.

Versorgungsleitung mit besonderer Rolle

Der Versorgungsleitung zwischen Wasserwerk und Hochbehälter komme eine besondere Rolle zu. An verschiedenen Übergabestationen werde aktuell zugekauftes Wasser von den Stadtwerken Minden (1700 bis 1800 Kubikmeter am Tag), dem WBV Wiehengebirge (400 Kubikmeter am Tag) und dem WBV Herford-West (1000 Kubikmeter pro Tag) eingespeist.

Außerdem gebe es Abzweigungen in die Trinkwassernetze von Hille, Löhne und Hüllhorst. Wasser, das nicht bereits vorher in die Netze der anderen WBV-Kommunen abfließe, gelange schließlich in den Hochbehälter in Bergkirchen und von dort aus dann auch nach Bad Oeynhausen. Die Kurstadt deckt zwei Drittel ihres Wasserbedarfs über den WBV Am Wiehen. Ein Drittel kommt aus dem Wasserwerk in Rehme.

»Wenn an diesem Mittwoch die neue Wasserleitung zwischen Bad Oeynhausen und Porta Westfalica eingeweiht wird, hat das – sobald die Versorgung stabil läuft – eine messbare Entlastung des Hochbehälters zur Folge«, sagt Stefan Wiese. Rund 960 Kubikmeter Wasser am Tag sollen durch die zusätzliche Leitung fließen.

Neuer Hochbehälter als ständiger Puffer

Als ständigen Puffer gegen Versorgungsspitzen in Hitzeperioden setzt Stefan Wiese von 2021 an große Hoffnung in den neuen Hochbehälter. »Jede der kreisrunden Kammern hat einen Durchmesser von 36 Metern«, sagt der Diplom-Ingenieur.

Um die Bauzeit zu beschleunigen, solle die Anlage aus Betonfertigteilen errichtet werden. Ein Großteil der etwa sechs Meter hohen Bassins werde unter die Erdoberfläche verlegt. Stefan Wiese: »Nach aktuellen Berechnungen belaufen sich die Kosten auf etwa 3,6 Millionen Euro.«

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