Di., 30.07.2019

»Zuhause sein«: Neue Reihe stellt auch in Bad Oeynhausen altersübergreifendes Wohnen vor Kirchenkreis wird Ideenschmiede

Zur neuen Reihe »Zuhause sein« des Kirchenkreises Vlotho lädt Diakonin Ina Rohleder, eine der Organisatorinnen, Interessierte für die zweite Jahreshälfte ein. Ideen für das Zusammenleben der Generationen sollen entwickelt werden.  

Zur neuen Reihe »Zuhause sein« des Kirchenkreises Vlotho lädt Diakonin Ina Rohleder, eine der Organisatorinnen, Interessierte für die zweite Jahreshälfte ein. Ideen für das Zusammenleben der Generationen sollen entwickelt werden.   Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Wie wollen wir in Zukunft leben? Und wie können sich die Generationen im Alltag unterstützen? Das sind nur zwei Fragen, die eine neue Reihe des Evangelischen Kirchenkreises Vlotho bis Weihnachten behandeln wird. Der Auftaktgottesdienst ist am Sonntag, 4. August, in Löhne.

Mit dem späteren Abschlussgottesdienst im Dezember der neuen Reihe »Zuhause sein« soll die angestoßene Diskussion über das Miteinander im Alltag aber nicht beendet sein, sagt Ina Rohleder, Diakonin im Evangelischen Kirchenkreis Vlotho. »Die Reihe soll mit verschiedenen Angeboten einen Denkanstoß bieten, Bürger zusammen- und verschiedene Ideen hervorbringen«, sagt sie. Alle Generationen und Bevölkerungsgruppen, ob Kinder und Jugendliche, Familien, Alleinerziehende, junge Alte, Alleinstehende und Migranten sollen sich angesprochen fühlen.

Zwölf Veranstaltungen bis Dezember

Im Kirchenkreis ist Ina Rohleder für die Altenseelsorge zuständig. In ihrer Arbeit hat sie sich auch mit Themen des generationenübergreifenden Miteinanders beschäftigt. Zusammen mit Dorothee Holzmeier vom Fachbereich Kindergarten im Kirchenkreis und Anna-Lena Strakeljahn aus der Erwachsenenbildung hat sie die Reihe entwickelt. Ende 2018 habe Superintendent Andreas Huneke die Organisation einer Reihe vorgeschlagen. Im Juni sind dann 15 Vertreter aus allen Gemeinden zusammengekommen, um eine Woche lang Themen zu entwickeln. »Das war eine sehr engagierte Stimmung, in der wir auch kon­trovers diskutiert haben«, sagt Ina Rohleder. Dabei sei auch der Titel der Reihe »Zuhause sein« entwickelt worden – von dem sich die Organisatorinnen der Reihe in den nächsten Monaten »positive Effekte« erhoffen.

Zwölf Veranstaltungen wird es vom 4. August bis 11. Dezember an verschiedenen Orten im Kirchenkreis geben: in Bad Oeynhausen, Vlotho, Löhne und Porta Westfalica (siehe Kasten mit weiteren Informationen). Bereits abgeschlossen – aber ebenso Teil der Reihe – sind vier Aktionen, die im Juli stattgefunden haben: mit zukünftigen Schulkindern des Johannes-Kindergartens in Gohfeld, einem Open-Air-Gottesdienst in Gohfeld sowie mit zwei internationalen Frühstücken in den beiden Familienzentren Arche Noah und Spatzennest in Eidinghausen. Die Ergebnisse mit den Schulkindern sollen im Abschlussgottesdienst vorgestellt werden. Sie haben sich beispielsweise mit der Frage beschäftigt, was man braucht, um sich Zuhause zu fühlen.

Vermehrt kleine Wohneinheiten

Die Hoffnung, die Ina Rohleder mit der Reihe verbindet, drückt sie in einem Satz aus: »Dass sich alle Menschen angesprochen fühlen.« Denn es sei nicht nur wichtig, ein Dach über dem Kopf zu haben. Auch ob und wie man mit anderen lebt, sei für viele Bürger wichtig – nicht nur in Großstädten. Und oftmals seien Alleinstehende mit folgenden Fragen konfrontiert: Wer gießt meine Blumen im Urlaub? Zu wem kann meine Tochter gehen, wenn sie früher von der Schule kommt? Wer kann mich zum Arzt fahren? Und wer hat Lust, mit mir eine Tasse Kaffee zu trinken und zu klönen? Hinter jeder dieser Fragen stehen letztlich Begegnungen, die durch eine aktive Gestaltung in Wohnquartieren angeregt und gefördert werden, sagt Ina Rohleder. Dies sei umso wichtiger, als in Stadtbezirken vermehrt kleine Wohneinheiten zu finden seien – in denen Alleinstehende leben.

In puncto Leben im Alter rät Ina Rohleder zudem, sich schon vor dem Renteneintritt mit der Frage zu beschäftigen, wie und wo Rentner leben wollen – und nicht darauf zu warten, bis ihnen der Alltag aufgrund von Gebrechen plötzlich schwerfällt. »Das wird gesellschaftlich umso bedeutender, als es ohnehin nicht genügend Plätze in Senioreneinrichtungen gibt«, sagt Ina Rohleder.

Impulse erhofft sie sich beispielsweise aus der Podiumsdiskussion am 11. November in der Druckerei mit Andreas Huneke, Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Moderator Wolfgang Wähnke, Projektmanager im Programm »LebensWerte Kommune« der Bertelsmann-Stiftung, sowie Vertretern aus verschiedenen Generationen. Am selben Abend gibt es zuvor auch einen Vortag mit Ursula Kremer-Preiß vom Kuratorium Deutsche Altershilfe. Sie ist auch Ansprechpartnerin im Landesbüro altengerechte Quartiere.NRW.

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