Sa., 21.09.2019

400 Teilnehmer beim Klimastreik – viele Bad Oeynhausener dabei »Von Löhne geht ein Signal aus«

Mit etwa 400 Teilnehmern sind doppelt so viele Menschen zum Klimastreik neben der Musikschule in Löhne gekommen, als vom Klimabündnis angemeldet. Mit Plakaten haben vor allem Schüler ihren Ärger über die aktuelle Politik gezeigt.

Mit etwa 400 Teilnehmern sind doppelt so viele Menschen zum Klimastreik neben der Musikschule in Löhne gekommen, als vom Klimabündnis angemeldet. Mit Plakaten haben vor allem Schüler ihren Ärger über die aktuelle Politik gezeigt. Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). »Wir wollen auf dieser Erde alt werden!« Mit dieser Forderung hat Jan Philipp Fründ vom Klimabündnis Löhne die Bedeutung des Klimastreiks am Freitag in Löhne hervorgehoben. Unter den etwa 400 Teilnehmern waren auch viele Bad Oeynhausener.

Das Klimabündnis schloss sich mit seinem Aufruf zur Teilnahme, der »Fridays for Future«-Bewegung an: 575 Städte beteiligten sich unter dem Motto #AlleFürsKlima. Zwischen der Musikschule und der Investorenwiese fand die Kundgebung statt.

Unter den Teilnehmern waren viele Löhner und Bad Oeynhausener – etwas mehr Erwachsene als Schüler. Alleine mehr als 50 Mitglieder der katholischen Kirchengemeinde St. Peter und Paul in Bad Oeynhausen waren nach Löhne gekommen.

Vom Städtischen Gymnasium Löhne waren Fred Scheer (11) aus dem Jahrgang sechs mit seinem Vater Volker und Karoline Bröder­hausen (18) aus dem Jahrgang 13 gekommen. »Ich bin heute hier dabei, weil mir die Aussagen der Experten zum Klima Angst machen. Und ich habe kein Verständnis dafür, dass viele jetzt nicht handeln wollen«, sagte Karoline Bröderhausen. Fred Scheer kennt das Engagement für die Umwelt aus seiner Familie. »Ich fahre zum Beispiel im Sommer mit dem Fahrrad zur Schule«, sagte er.

Mahnung, sich einzusetzen

Genau diesen Einsatz forderte Rednerin Anne Jahn aus Löhne, Mitglied bei »Fridays for Future« von Jugendlichen bei der Demo ein: »Sich aufs Fahrrad zu setzen – und sich nicht von den Eltern mit dem Auto zur Schule bringen zu lassen – ist ein erster Schritt zum Klimaschutz.«

Einen Bogen von Löhne nach Bad Oeynhausen und zurück schlug Thomas Dippert aus Bad Oeynhausen, Vorsitzender des Kreisverbands Minden-Lübbecke-Herford im ökologischen Verkehrsclub Deutschland. »In Löhne und Bad Oeynhausen wird zu wenig für den Öffentlichen Personennahverkehr getan. Wir brauchen einen Ringbus, der vom Bahnhof in Löhne bis zum Werrepark Bad Oeynhausen fährt«, sagte er. Kritik an Politikern übte er mit einem Beispiel, bezogen auf Achim Wilmsmeier, Bürgermeister in Bad Oeynhausen. »Er hat gleich nach Amtsantritt einen neuen Dienstwagen angeschafft, einen Audi A7«, sagte er.

Lob gab es dagegen von Jan Philipp Fründ für die Ratsmitglieder in Löhne: Die hatten, wie ebenso berichtet, den Klimanotstand beschlossen. »Damit wird hier das 1,5-Grad-Ziel anerkannt«, sagte er.

An der Seite der Jugendlichen

Aus Sicht der Stadt sprach auch der Löhner Bürgermeister Bernd Poggemöller zu den Demo-Teilnehmern. »Von Löhne geht heute ein Signal aus. Was umso bedeutender ist, da nicht jede Stadt mitmacht«, sagte er. Als Vertreterin der Erwachsenen sagte Stephie Karger, Bezirksvorsitzende von Verdi OWL, ihre Unterstützung der Jugend von »Fridays for Future« zu. »Es wird jetzt Zeit, dass wir an Eurer Seite stehen«, rief sie in die jubelnde Menge.

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