Stadtsportverband: für umfangreichere Aufgaben Geschäftsstelle gesucht
Büro bald im Bürgerhaus?

Bad Oeynhausen (WB). 2013 ist der Stadtsportverband (SSV) neu gegründet worden. Eine Geschäftsstellen-Adresse gibt es für die Organisation nicht. Nach eigenen Angaben vertritt sie die Interessen von stadtweit etwa 20.000 Sportlern, 12.000 davon in 62 Vereinen. Mit zwei Räumen im Bürgerhaus Rehme könnte sich eine Lösung zur Raumfrage abzeichnen.

Dienstag, 01.10.2019, 07:05 Uhr aktualisiert: 01.10.2019, 07:30 Uhr
In der ersten Etage im Bürgerhaus Rehme könnte der Stadtsportverband zwei Räume als Geschäftsstelle nutzen. Foto: Malte Samtenschnieder/ Archiv
In der ersten Etage im Bürgerhaus Rehme könnte der Stadtsportverband zwei Räume als Geschäftsstelle nutzen. Foto: Malte Samtenschnieder/ Archiv

»Wir wollen Strukturen verbessern«

»Wir sind mit der Stadt dazu ständig im Dialog«, sagt Stadtverbandsvorsitzender Hans Milberg. Für den Stadtsportverband arbeitet der 73-Jährige ehrenamtlich von seinem Schreibtisch zu Hause. Das ist quasi auch die Postanschrift des SSV. Ebenso agieren seine Stellvertreter im Vorstand, Wolfgang Feierabend und Rainer Müller-Held. Bislang bietet der SSV in unregelmäßigen Abständen, »je nach Bedarf«, wie Milberg sagt, Sprechstunden in einem Raum im Verwaltungsgebäude Bahnhofstraße 47 an. Milberg: »Wir wollen Strukturen verbessern, eine neue Organisationsform schaffen, auch mit regelmäßigen Sprechstunden.« Der immer mehr wachsende Umfang der Arbeiten für den SSV sei vom eigenen Schreibtisch aus nicht mehr zu bewältigen. »Dafür braucht es eine Geschäftsstelle.«

Im Dialog mit Stefan Tödtmann, Beigeordneter für Bürgerdienste, sei die Idee der Räume im Bürgerhaus entstanden. Milberg: »Der SSV-Vorstand wird während seiner Sitzung am nächsten Dienstag dazu beraten und voraussichtlich entscheiden.« Derzeit würden auf Vorstandsebene noch Pro und Contra diskutiert. Der Vorsitzende kann sich diese Lösung durchaus vorstellen. Milberg: »Entscheidet sich der Vorstand dafür, könnte alles ganz schnell gehen.« Er kann sich eine Nutzung der Räume dann noch von diesem Jahr an vorstellen. Viele Details, von einer notwendigen Renovierung bis zur Schließung eines Vertrages seien dann aber noch zu regeln.

Mittelfristige Lösung

Vor diesem Gesamt-Hintergrund hat der SSV für die nächste Sitzung des Sportausschusses (siehe Infokasten) auch beantragt, die jährliche Pauschale der Stadt an den SSV von 500 auf 2500 Euro zu erhöhen. Dieser Schritt soll auch dazu dienen, beispielsweise den Mitgliedsbeitrag einiger Vereine an den SSV zu senken.

Die Nutzung der Räume im Bürgerhaus ist für den SSV eine mittelfristige Lösung. Milberg: »Dies könnte so zunächst bis zur nächsten Jahreshauptversammlung im Juni 2021 so sein.« Er könne sich vorstellen, dass der SSV Eigenleistungen in die Renovierung einbringe.

Antrag zur Überplanung

Um das Bürgerhaus und sein Umfeld geht es auch in einem Antrag der SPD-Fraktion an den Rat, eingebracht im Frühjahr 2018. Er zeigt Optionen für eine Überplanung des Bereiches auf. SPD-Fraktionschef Olaf Winkelmann erläuterte am Montag auf Anfrage: »Das Areal soll nach unserer Vorstellung langfristig einer Wohnbebauung zugeführt werden. Mittelfristig erhalten bleiben wird dort die Schießbahn, im Sinne der sie nutzenden Vereine und ihrer Sportschützen.« Auch ein Bürgertreff sei dort denkbar. Kurzfristig mache es Sinn, »dem SSV dort Räumlichten zur Verfügung zu stellen«. Im Zuge einer Überplanung des Areals sei zu klären, ob Bürgerhaus und Hallenbad abgerissen werden. Die Frage werde erst Gegenstand einer Prüfung, sollte der SPD-Antrag eines Tages zum Tragen kommen. Die Überlegungen werde man erst konkretisieren können, wenn das neue Hallenbad im Siel eröffnet ist.

Beratung zur Förderung

Es ist erforderlich, die Sportförderungsrichtlinien der Stadt anzupassen. Das geht aus einer Vorlage für den Sportausschusses am 8. Oktober hervor. Als Gründe nennt die Stadt diese:

- Der Stadtsportverband (SSV) hat die Stadt gebeten, den bisher...an ihn gezahlten Jahreszuschuss in Höhe von 500 für seine laufende Arbeit auf 2.500 Euro zu erhöhen.

- Der SSV hat seit 2019 durch die Projekte Sportplatz Kommune und das Programm »Moderne Sportstätten 2022« seinen Aufgabenbereich erweitert. Durch diese Projektarbeit entstehen höhere Geschäftsausgaben. Weiterhin ist der SSV zuständige Sportorganisation für das Sportstättenförderprogramm »Moderne Sportstätten 2022«, welches für Bad Oeynhausen mit einer Summe von etwa 662.000 Euro gefördert wird. Im Rahmen seiner Tätigkeiten will der SSV entsprechende Versicherungen für die Vorstandsarbeit abschließen, so dass sich die Aufwendungen dafür erhöhen werden. Ferner trägt er laufende Betriebskosten für technische Ausstattung seiner Büroräume eigenständig.

- Der SSV hat der Stadt zugesagt, sofern seinem Wunsch nach Erhöhung des Zuschusses entsprochen wird, die Höhe der an ihn zu leistenden Mitgliedsbeiträge der Vereine zu reduzieren. Der Mitgliedsbeitrag wird bei Vereinen mit weniger als 1000 Mitgliedern um je 20 Euro abgesenkt, so dass Mindereinnahmen von 600 Euro entstehen werden.

Über die Zuschusshöhe von 2020 an soll der Ausschuss am 8. Oktober beraten.

In diesem Zusammenhang nennt der SSV-Vorsitzende Hans Milberg weitere Aufgaben, um die sich der SSV mit kümmert: Paralympischer Leistungsstützpunkt, Sport- und Erholungspark Siek, Aktionsplan »Schwimmen lernen.«

Kommentar

Warum kompliziert, wenn es auch einfach geht. Der Ansatz, dass der Stadtsportverband Bad Oeynhausen im Bürgerhaus Rehme ohnehin leer stehende Räume für den Betrieb einer Geschäftsstelle, vielleicht sogar mit regelmäßigen Sprechstunden, nutzt, klingt plausibel. Und wer weiß? Vielleicht kann das Bürgerhaus in Rehme zumindest mittelfristig ja sogar noch mehr sein, als nur ein Probenort für das Kleine Theater Rehme. Eine Prüfung lohnt sich allemal.                                                                                      Claus Brand

 

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