Mi., 09.10.2019

Villa Erika und Wohngruppe Vitalis sind in Seitentrakt der früheren Weserklinik gezogen Alltag kehrt auf zwei Stationen zurück

Zusammen mit Pflegehelferin Roswitha Grimme (links) begrüßt Thies Boysen Bewohnerin Erika Haubrock. Die 78-Jährige fühlt sich auch am neuen Standort wohl. Der Bereich im Seitentrakt war vor dem Umzug modernisiert worden.

Zusammen mit Pflegehelferin Roswitha Grimme (links) begrüßt Thies Boysen Bewohnerin Erika Haubrock. Die 78-Jährige fühlt sich auch am neuen Standort wohl. Der Bereich im Seitentrakt war vor dem Umzug modernisiert worden. Foto: Rajkumar Mukherjee

Von Rajkumar Mukherjee

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Der Schriftzug der früheren »Median Weserklinik« ist abgehängt, an der Einfahrt zur Straße Am Brinkkamp ist das Schild »Curateum« zu sehen. Nach drei Jahren Leerstand ist Leben in die Immobilie zurückgekehrt: 32 Plätze gibt es in stationärer Pflege. Vermutlich im Mai soll der Umbau im Haupttrakt beginnen.

»Die stationäre Pflege ist im Seitentrakt untergebracht, wo bisher die Stationen sechs und sieben waren. Den Bereich haben wir komplett modernisiert«, sagt Dr. Thies Boysen (48). Er vertritt die Medaceum GmbH mit Sitz in Hamburg. Die Gesellschaft hatte die Immobilie im vergangenen April gekauft.

Wenn die Baugenehmigung erteilt worden ist, soll im Mai der weitere Umbau im Haupttrakt bis vermutlich Ende 2020 erfolgen. Dann soll es hier eine Tagespflege, zwei Arztpraxen und Physiotherapie geben. In den oberen Geschossen sollen zudem 35 Appartements, etwa mit zwei Zimmern, für Altersgerechtes Wohnen ausgebaut werden. Interessenten, die größere Einheiten mit bis zu 100 Quadratmetern wünschen, könnten dazu längerfristige Verträge schließen. Eine Million Euro investiert Thies Boysen insgesamt.

»Schon der Umbau des Seitentrakts war sehr aufwändig«, sagt Thies Boysen, der auch den Umbau leitet und derzeit regelmäßig zwischen Hamburg und Bad Oeynhausen pendelt. Hohe Auflagen hatte es gegeben, bevor die stationäre Pflege nach dem Umzug am neuen Standort wieder eröffnen durfte. So mussten neue Brandschutztüren eingebaut werden, das Gesundheitsamt des Kreises achtete auf Hygiene-Standards, und auch die Heimaufsicht gab ihre Erlaubnis. »Insgesamt ist das Gebäude in einem guten Zustand. Zudem ist Renovieren etwas Schönes, weil wir etwas erhalten wollen«, sagt Thies Boysen.

Grundsanierung frühestens in 20 Jahren

Das Gebäude stammt aus dem Jahr 1988/89 und hat insgesamt etwa 12.000 Quadratmeter. Eine Grundsanierung erwarte Thies Boysen frühestens in etwa 20 Jahren. »Wichtig ist jetzt, technisch nachzurüsten, beispielsweise mit Solarpanels und einem Blockheizkraftwerk«, sagt er. Etwa wegen des Schwimmbades, das auch für die Physiotherapie genutzt werden soll. Bereits 2016 hatte er von dem Leerstand der Median-Weserklinik gehört. »Der Standort zwischen Bad Oeynhausen und Löhne ist ideal. In einem nächsten Schritt wollen wir enger in den Austausch mit den Städten treten. Wir wollen hier gemeinsam etwas bewegen«, sagt Thies Boysen.

Mit der Medaceum GmbH betreibt er vier Pflegeeinrichtungen und einen ambulanten Pflegedienst in Hamburg, Niedersachsen und Bad Oeynhausen. »Ich wollte früher Arzt werden, habe mich dann aber für ein Ökonomie-Studium entschieden. Und heute möchte ich mit meinen Hausaufgaben dafür sorgen, dass wir die finanzielle Grundlage für gute Pflege haben«, sagt Thies Boysen, der im Bereich Wirtschaftsethik promoviert hatte. Weiteres Wachstum in seinem Unternehmen erwartet er zudem schon bald »zwischen Bad Oeynhausen und Niedersachsen«.

Zahl der Mitarbeiter soll erhöht werden

An den Standorten Weststraße 7 und der Dr.-Braun-Straße waren bislang 54 Personen betreut worden. Da die Erlaubnis für den neuen Standort zunächst auf 32 Plätze beschränkt ist, mussten 22 Personen in andere Häuser vermittelt werden. »Leider mussten wir das machen. Sie sind aber gut untergebracht«, sagt Thies Boysen. Ziel soll es nun sein, 80 Pflegeplätze am neuen Standort einzurichten sowie die Zahl der Mitarbeiter von derzeit 20 auf 50, 60 zu erhöhen.

Für die geplante Physiotherapie gebe es bereits Anfragen von Betreibern. »Das Schwimmbad sowie eine kleine und eine große Turnhalle machen den Standort für sie interessant«, sagt Thies Boysen. Zudem soll bald die Eingangshalle belebt werden, mit einem Kiosk, Läden und einem Friseur. Auch eine Kindertagesstätte könne er sich hier vorstellen. Pläne hat er zudem für das Außengelände. »Ich würde mir hier einen Garten, Kräuter, Pferde und Hühner wünschen«, sagt Thies Boysen.

Am Standort Weststraße ist das Mietverhältnis beendet, das Gebäude an der Dr.-Braun-Straße ist im Eigenbesitz. Pläne dafür gebe es aber noch nicht. Zudem steht übrigens der neue Name für den Standort Am Brinkkamp noch nicht ganz fest. »Die Mitarbeiter haben vorgeschlagen, etwas mit ›Curateum‹ zu nehmen, das freut mich sehr«, sagt Thies Boysen.

Vereint an einem Standort

Thies Boysen ist seit dem 1. Januar 2017 Geschäftsführer der Villa Erika GmbH & Co. KG, die die Villa Erika Altenheimbetriebe und die Wohngruppe Vitalis betreibt (vormals Boehmer Altenheimbetriebe). Beide Standorte an der Weststraße 7 und der Dr.-Braun-Straße 8 sind seit dem 20. September in der früheren Weserklinik vereint.

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