Investition in Bad Oeynhausen-Eidinghausen liegt jetzt bei 20,6 Millionen Euro
Höhere Kosten für Grundschul-Neubau

Bad Oeynhausen (WB). Der Neubau der Grundschule Eidinghausen in mehreren Abschnitten wird teurer als bisher angenommen. Aktuell gehen die Verwaltung und das beauftragte Architekturbüro von 20,6 Millionen Euro brutto aus. Das haben die Mitglieder des Schulausschusses erfahren.

Mittwoch, 30.10.2019, 19:25 Uhr aktualisiert: 30.10.2019, 19:28 Uhr
Im ersten Bauabschnitt soll von Sommer 2020 an die Mensa/das Bürgerhaus (vorne links) der Grundschule Eidinghausen abgerissen werden. Bis Sommer/Herbst 2022 soll im Hauptgebäude (rechts) sowie in Containern der Unterricht stattfinden. Foto: Moritz Winde
Im ersten Bauabschnitt soll von Sommer 2020 an die Mensa/das Bürgerhaus (vorne links) der Grundschule Eidinghausen abgerissen werden. Bis Sommer/Herbst 2022 soll im Hauptgebäude (rechts) sowie in Containern der Unterricht stattfinden. Foto: Moritz Winde

Diese Zahl nannte Karsten Schlattmeier, Geschäftsführer des Büros Schlattmeier Architekten/Schlattmeier Planungs GmbH & Co. KG mit Sitz in Herford, am Mittwochabend. Wie berichtet, hatte das Büro im Oktober 2018 den Wettbewerb mit seinem Entwurf zum Gebäude gewonnen.

Besonderes Merkmal ist die Planung der Räume: Für die Schüler jeweils eines Jahrgangs der Grundschule soll es um einen »Marktplatz« herum transparent gestaltete Bereiche für den Unterricht im sogenannten Cluster geben, zum Lernen und Entspannen. Damit soll der inklusive Charakter der Schule pädagogisch und räumlich hervorgehoben werden.

Im Sommer 2020 sollen zunächst die Container aufgebaut werden

Mit den am 30. August ermittelten Baukosten von 20,6 Millionen Euro liegt die Planung hierfür 4,6 Millionen Euro über der Summe von bislang 16 Millionen Euro. »Die Zahl stammt aber aus dem Jahr 2017 und ist ohne eine Planung genannt worden«, sagte Karsten Schlattmeier.

2017 seien in den Kosten folgende Maßnahmen beispielsweise noch nicht berücksichtigt worden: das Aufstellen von Containern für den Unterricht in der Übergangsphase, der Abriss der Mensa/des Bürgerhauses mit Anbau, die Verlegung der Rue de Fismes dann als Spielstraße weiter in Richtung Eidinghausener Straße sowie der Bau einer Heizung in der Sporthalle, die bislang erhalten und erst in einigen Jahren neu geplant werden soll.

Der Zeitplan sieht derzeit folgendes Vorgehen vor: Im Sommer 2020 sollen zunächst die Container aufgebaut werden. Anschließend soll im ersten Bauabschnitt das Mensagebäude/Bürgerhaus abgerissen werden. Hier sollen drei neue, ineinander gestaffelte Baukörper in Flachdachbauweise entstehen. Geplant ist zudem, das Hauptgebäude aus den 1950-er Jahren während der Bauphase und bis zur Inbetriebnahme des neuen Gebäudes weiter zu nutzen.

Bäume müssen für den Neubau gefällt werden

Voraussichtlich zwei Jahre, bis Sommer 2022, werden die Arbeiten in diesem Abschnitt andauern. »In dieser Zeit soll es einen Interimsparkplatz geben, und der Apostelweg wird als Einbahnstraße geöffnet«, sagt Karsten Schlattmeier. Bis Herbst 2022 soll der Umzug in das neue Gebäude erfolgen.

Das Architektur- und Planungsbüro ist derzeit mit der Erstellung des sogenannten B-Plans beschäftigt. Hierbei geht der Blick auch auf die Vegetation: Denn einige Bäume werden für den Bau gefällt werden müssen.

Überwiegend positive Rückmeldungen gab es im Schulausschuss für den aktuellen Stand der Planung. Von einem »Leuchtturmprojekt« sprach Dietrich Langenbruch (SPD). »Aber es gibt die Sorge vieler Vereine, die sich jetzt fragen: Wo bleiben unsere Materialien. Sie wollen sich zukünftig nicht als Gäste im neuen Schulgebäude fühlen«, sagte Dietrich Langenbruch.

»Die Planung ist wunderbar, dafür unser großes Dankeschön«

Kommentar

20,6 Millionen Euro soll der Neubau insgesamt kosten – Stand Oktober 2019. Sicher viel Geld, das die Stadt in die Hand nimmt. Dafür entsteht mit der Grundschule Eidinghausen aber auch ein modernes Gebäude, in dem das Thema Inklusion mit modernen Lernmethoden umgesetzt werden soll. Die Erfahrungen, die hier gesammelt werden, können auch die anderen Grundschulstandorte positiv beeinflussen. Denn das »Eidinghausener Modell« darf nicht losgelöst von der gesamten Schullandschaft betrachtet werden. Jedes Kind in der Stadt hat es nämlich verdient, unter möglichst denselben guten Bedingungen unterrichtet zu werden. Insofern wäre der Neubau in Eidinghausen eine Fortführung der Investitionen in die Zukunft aller Kinder in Bad Oeynhausen.                  Rajkumar Mukherjee

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Den Blick auf den Eingangsbereich in Richtung Kirchbreite mit sogenanntem »Kiss and Drop«-Platz für Eltern, – um Kinder zur Schule zu bringen oder sie wieder abzuholen – und auf das Sicherheitskonzept warf Silke Nolting (CDU). »Die Planung ist wunderbar, dafür unser großes Dankeschön«, sagte sie. Zugleich fragte sie, ob es im »Kiss and Drop«-Bereich genug Platz geben wird. Erfahrungsgemäß würden einige Eltern ihre Kinder mit Autos bringen.

»Vier bis fünf Autos werden hier jeweils gleichzeitig stehen können. Und es gibt genug Platz zum Vorbeigehen«, sagte Karsten Schlattmeier. Zum Thema Einbruchssicherheit, besonders im Hinblick auf die Laubengänge, verwies er auf ein feines Edelstahlgewebe, das auch verhindern soll, dass Einbrecher den Weg über die Außenfassade ins Gebäude finden.

Kritisch blickte Wolfgang Ochs (BBO) auf die Kosten für den Neubau der Grundschule Eidinghausen, die im Vergleich zur Vorplanung höher sind: »Was ist, wenn die Kosten davonlaufen und wir dann bei 22 Millionen Euro oder 24 Millionen Euro sind?«

Neubau umfasst ein besonderes Lernkonzept

Die Gebäudeteile entstehen laut Entwurf in Stahlbeton-Skelettbau und mit einer Holzfassade aus Lärche. An das zen­trale Gebäude, das »Herz der Schule«, schließen nach links und rechts die Lernbereiche an. Dort soll es die »Marktplätze« als Räume der Begegnungen geben. Im Zentrum mit hohem Raum und großen Lichtschächten als Gemeinschaftsbereich sollen auch die Aula/das Forum, die Mensa und der Musikraum eingerichtet werden. Dieser Bereich soll einmal den Bereich Mensa/Bürgerhaus ersetzen. Die Schulverwaltung ist am Eingang.

Wie berichtet, soll es zukünftig vier Züge pro Jahrgang geben, statt bislang drei, sowie sogenannte Cluster: unterteilte Lernbereiche für die Klassen, die multifunktional genutzt werden können. Besonders die Aspekte Inklusion und individuelle Lernförderung spielen hierbei eine Rolle. Die Cluster sind in jeweils zwei Ebenen der beiden angeschlossenen Gebäudeteile angeordnet und bieten Zugänge zum Schulhof, der in der jetzigen Form erhalten bleiben soll. Lichthöfe sowie Ruhe- und Rückzugsorte kennzeichnen die Lernbereiche ebenso.

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