Mi., 20.11.2019

Im Exklusiv-Interview spricht Carla Berling über neuen Krimiband und Komödien-Pläne »Pechmaries Rache« kommt im Advent

Krimis und Komödien sind ihr Ding: Am 9. Dezember erscheint »Pechmaries Rache«, die fünfte Geschichte von Carla Berling um Lokalreporterin und Ermittlerin Ira Wittekind. Im Sommer 2020 folgt die Komödie »Klammerblues um zwölf«, eine dritte ist in Arbeit.

Krimis und Komödien sind ihr Ding: Am 9. Dezember erscheint »Pechmaries Rache«, die fünfte Geschichte von Carla Berling um Lokalreporterin und Ermittlerin Ira Wittekind. Im Sommer 2020 folgt die Komödie »Klammerblues um zwölf«, eine dritte ist in Arbeit. Foto: Random House/Philippe Ramakers

Bad Oeynhausen/Löhne (WB). Krimi-Spannung mit Lokalkolorit, bevorzugt mit Schauplätzen in Bad Oeynhausen, sind ihr Ding. »Pechmaries Rache«, der fünfte Band in der Reihe um Lokalreporterin Ira Wittekind erscheint am Montag, 9. Dezember. Das WESTFALEN-BLATT hat mit Autorin Carla Berling, inzwischen in Köln lebend, aber für viele Jahre in Bad Oeynhausen zu Hause, zuvor gesprochen. Die Fragen stellte Claus Brand.

Der fünfte Fall von Ira Wittekind soll auch ihr letzter sein. Warum?

Carla Berling : Ich denke, ein Fünfteiler ist ein prima Umfang für diese Serie, sie soll sich ja auch nicht totlaufen.

 

Wie groß ist die Nervosität, ob der jüngste Band an den Erfolg der Vorgänger anknüpfen kann?

Berling : Die ist vor jeder Neuerscheinung ziemlich groß. Wenn das Buch erst in den Buchhandlungen liegt, hat niemand mehr Einfluss darauf. Der Inhalt ist lange geschrieben. Cover, Titel und Klappentext sind unveränderbar. Zuerst hab ich mein Bestes gegeben, um eine gute Geschichte zu erzählen, dann hat sich das Team im Heyne-Verlag darum gekümmert, dass aus der Geschichte ein Buch wurde. Alles andere bestimmen die Leser.

 

Gibt es auch in diesem Werk Schauplätze in Bad Oeynhausen und Umgebung?

Berling : Ja, natürlich! Die Geschichte spielt wieder auf Hof Eskendor, und ich habe ein stillgelegtes Sägewerk mit mehreren Gebäuden erfunden, das ich an der Hermann-Löns-Straße angesiedelt habe, auf dem Gelände zwischen Nordbahn und Weserstraße.

 

Worum geht es in der Geschichte in zwei Sätzen?

Berling : Es geht um vier Generationen, die auf dem Hellberger Hof leben und bis aufs Blut verfeindet sind. Und es geht um die Macht der Mütter und was sie mit den nachfolgenden Generationen anrichten kann.

 

Was passiert mit Ira Wittekind? Hat sie eine Chance, eines Tages wieder aufzutauchen?

Berling : Ja, durchaus. Ich hätte noch eine Idee für einen weiteren Fall.

 

Wo liegt in Zukunft Ihr thematischer beziehungsweise inhaltlicher Schwerpunkt beim Schreiben?

Berling : Ich kehre zu meinen Anfängen zurück und schreibe aktuell an der dritten Komödie. Mit den humorvollen Geschichten der Ostwestfälin »Jesses Maria« war ich in fast 200 Städten zu Gast, und ich liebe es, auf der Bühne zu stehen und die Leute zum Lachen zu bringen. Meine kabarettistischen Lesungen sind fast immer sehr voll, und es ist immer eine tolle Stimmung. Daran konnte ich mit dem Buch »Der Alte muss weg« wunderbar anknüpfen. Auch dieses Buch war in der Spiegel-Bestsellerliste, und im nächsten Sommer erscheint dann »Klammerblues um zwölf«.

 

Ist es leichter, Leute zum Lachen oder in einem Krimi zum Schaudern zu bringen?

Berling : Ein Kollege sagte neulich zu mir, Humor sei ein schweres Fach. Mir fällt Komödie leichter als Krimi, weil ich spontan arbeiten kann. Für den Krimi braucht man einen spannenden Fall, eine perfekte Recherche und jede Menge Logik. Und natürlich die entsprechenden Figuren. Für die Krimis habe ich einen exakten Plan, um alle Handlungsstränge der Geschichte im Auge zu behalten, bei den Komödien sind die Personen das Wichtigste. Wenn die Vorarbeiten für die Komödien abgeschlossen sind, folge ich den Figuren, schreibe spontan und intuitiv – und das ist super spannendes Arbeiten.

In etwa einem Monat ist Weihnachten. Welches Buch, das nicht aus Ihrer eigenen Feder stammt, würden Sie aktuell als Geschenk empfehlen?

Berling : »Das Geheimnis meines Mannes« von Liane Moriarty. Eine Geschichte, die mich so gepackt hat, dass ich das Buch gleich zweimal nacheinander gelesen habe.

 

Am Freitag dieser Woche sind sie Gast der Löhner Krimi-Nacht. Aus welchem Buch werden Sie vorlesen? Was erwartet die Zuhörer?

Berling : Ja, darauf freue ich mich schon. Die Werretalhalle, meine Güte – wenn mir das vor fünf Jahren jemand erzählt hätte…

Ich lese 45 Minuten lang aus dem dritten Teil der Ira-Wittekind-Reihe, aus »Tunnelspiel«. Da meine Lesungen sonst doppelt so lange dauern und eine Dramaturgie haben, ist es natürlich eine Herausforderung, den Sound eines Buches in der Hälfte der Zeit vorzustellen.

 

Wenn Sie sich selbst mit einem Buch zum Schmökern zurückziehen: Was ist warum Ihr Lieblingsplatz?

Berling : Ich habe zwei Lieblingsplätze: meinen Lesesessel am Fenster mit Blick in den Garten und mein Bett. Aber meistens lese ich im Bett, diese zwei Stunden, wenn alles ruhig ist, sind für mich seit meiner Kindheit ein festes Ritual vor dem Einschlafen.

 

Greifen Sie oft noch zum richtigen Buch oder lesen Sie lieber online?

Berling : Auf Reisen lese ich nur Ebooks. So habe ich immer genug Lesestoff in der Handtasche – und vor allem immer das richtige Licht. Ich verbringe sehr viel Zeit in Hotelzimmern – und ich kann gar nicht zählen, wie oft ich dort schon geflucht habe, weil ich kein Leselicht hatte. Das ist mit dem E-Reader Geschichte.

 

Haben Sie aktuell ein Werk in Arbeit? Was können Sie dazu schon verraten?

Berling : Ja, ich schreibe an einer Komödie, die sich unter anderem mit dem Altern befasst. Da ich nächstes Jahr 60 werde, ist das in meinem Leben und dem meiner Freundinnen auch ein großes Thema.

 

Welchen Titel würde ein Buch über Ihr bisheriges Leben haben?

Berling : Mein Leben war bisher bunt, aufregend und oft auch tragisch. Der rote Faden ist, dass ich mich niemals unterkriegen lasse und mein Ding durchziehe. Vielleicht »Mädchen, die pfeifen und Hühnern, die krähen...« Mit diesem geflügelten Wort bin ich aufgewachsen und ich habe mir bewiesen, dass der zweite Teil des Satzes »…soll man beizeiten die Hälse umdrehen…« eine Unverschämtheit ist. Ich hab immer laut gekräht, und es hat mich immer weitergebracht.

 

Noch ein abschließender Blick auf die Lesung in Löhne: Wann ist eine solche Veranstaltung aus Ihrer Sicht gelungen?

Berling : Wenn das Publikum lächelnd nach Hause geht, der Autor sich über Applaus freut und der Buchhändler ohne Bücher nach Hause fährt. Dann haben alle alles richtig gemacht.

Bücher von Carla Berling zu gewinnen

Das WESTFALEN-BLATT verlost an diesem Donnerstag, 21. November, drei Exemplare des dritten Bandes der Krimireihe, in der Lokalreporterin Ira Wittekind die Hauptrolle spielt. Der Band hat den Titel »Tunnelspiel«. Aus ihm wird Carla Berling auch am Freitag – Infokasten rechts – bei der Kriminacht in Löhne lesen.

Und so können Sie mitmachen und mit etwas Glück eines der Bücher gewinnen. Rufen sie an diesem Donnerstag die Hotline, 0 13 79/ 88 30 02 (0,50 €/ Anruf dt. Festnetz, ggf. andere Mobilfunkpreise) , an und nennen Sie ihren Namen, Ihre Anschrift und Ihre Rufnummer. Unter allen Anrufern werden die Gewinner ausgelost. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Krimi-Nacht in der Löhner Werretalhalle

Das Kulturbüro Löhne präsentiert in Zusammenarbeit mit der Buchhandlung Dehne an diesem Freitag, 22. November, von 19 Uhr an die erste Löhner Krimi-Nacht mit drei heimischen Autoren im Saal 2 der Werretalhalle (diese Zeitung berichtete). Mit dabei sind an diesem Abend die Krimi-Autoren Carla Berling, die heute in Köln lebt, Matthias Löwe und Thomas Krüger.

Karten für die Krimi-Nacht in der Werretalhalle gibt es in der WESTFALEN-BLATT-Geschäftsstelle, Klosterstraße 24, in Bad Oeynhausen, Telefon 05731/251524, in der Buchhandlung Dehne sowie im Kulturbüro, Telefon 05732/100553, in Löhne und im Internet.

 

 

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