Mann aus Bad Oeynhausen wird seit fast 19 Jahren vermisst
Nach Leichenfund: Toter ist identifiziert

Bad Oeynhausen (WB/fs). Die in Bad Oeynhausen im September unter der Terrasse von „Karlchen’s Brotschaft“ gefundene Leiche ist identifiziert. Laut der Bielefelder Staatsanwältin Claudia Bosse handelt es sich bei dem Leichnam um einen seit fast 19 Jahren vermissten Mann aus Bad Oeynhausen.

Dienstag, 10.12.2019, 16:15 Uhr aktualisiert: 11.12.2019, 10:26 Uhr
Unter der Terrasse einer Bäckerei in Bad Oeynhausen wurde im September ein Skelett gefunden. Der Tote ist nun identifiziert. Foto: Wilhelm Adam
Unter der Terrasse einer Bäckerei in Bad Oeynhausen wurde im September ein Skelett gefunden. Der Tote ist nun identifiziert. Foto: Wilhelm Adam

Anhand der Zahnstellung sei der Mann nun zweifelsfrei identifiziert worden, erklärte Bosse auf Nachfrage des WESTFALEN-BLATTES. „Der Mann wird bereits seit dem 31. Januar 2001 vermisst“, sagte die Staatsanwältin. Einen Tag nach dem Verschwinden des Mannes habe seine damalige Lebensgefährtin eine Vermisstenanzeige für den Bad Oeynhausener bei der Polizei aufgegeben. Der gehbehinderte Mann habe laut Staatsanwaltschaft damals seine Wohnung ohne Geld und Ausweis verlassen.

Zum Zeitpunkt des Verschwindens sei der Mann laut der Staatsanwältin 63 Jahre alt gewesen. „Wir haben bereits Angehörige ermittelt, die wir in den kommenden Tagen zur möglichen Ursache des Verschwindens befragen werden“, erklärte Claudia Bosse. Die Lebensgefährtin, die am 1. Februar 2001 die Vermisstenanzeige aufgegeben hatte, sei mittlerweile allerdings verstorben.

Verwandte sollen befragt werden

Durch die Befragungen erhoffen sich die Ermittler neue Erkenntnisse über den möglichen Grund des Verschwindens und vielleicht auch über die Todesursache. Eine erste Vermutung, dass der Bad Oeynhausener an einer Kopfverletzung starb, die ihm möglicherweise gewaltsam zugefügt worden war, konnte eine Obduktion bereits im Oktober widerlegen. Deshalb besteht jetzt die Frage, ob der Mann eventuell auch Suizid begangen haben könnte.

Da die Rechtsmediziner nur das Skelett des Mannes untersuchen konnten, sei laut Bosse nicht zweifelsfrei festzustellen, was zum Tode des 63-Jährigen geführt habe. Es könne jetzt nicht mehr nachgewiesen werden, ob der Mann nicht eventuell auch Organverletzungen erlitten hat, die – gewaltsam zugefügt oder nicht – zum Tod geführt haben könnten. „Die Ursache werden wir deshalb vermutlich nicht endgültig aufklären können“, sagte sie.

Derzeit ermittelt die Kreispolizeibehörde Minden in dem Fall. Eine anfangs gegründete Mordkommission war im Oktober aufgrund des ersten Obduktionsergebnisses aufgelöst worden. „Diese würden wir auch nur wieder aufleben lassen, wenn neue Erkenntnisse bei den Befragungen herauskämen“, sagte die Staatsanwältin.

Die Leiche war zufällig am 20. September unter der Holzterrasse der Bäckerei-Filiale an der Weserstraße, in der Nähe des Südbahnhofes, gefunden worden. Es war vermutet worden, dass sich dort ein Wespennest befindet.

 

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