Ingrid Kuben-Langmann und ihr Partner Wolfgang Bechmann aus Bad Oeynhausen verabschieden sich
Adieu, Hotel Wittekind

Bad Oeynhausen (WB). Seit Jahrzehnten haben sich Prominente hier die Klinke in die Hand gegeben: Mike Krüger, Uschi Glas, Rufus Beck – die Liste ist lang. Sie alle haben im Hotel Wittekind am Kurpark übernachtet. Doch das Haus verändert sich. 60 Jahre lang war es Besitz der Familie Kuben. Die Inhaberin hat es jetzt verkauft.

Dienstag, 31.12.2019, 10:00 Uhr aktualisiert: 31.12.2019, 15:56 Uhr
Das Hotel Wittekind ist eines der ältesten Häuser der Stadt. Es hat viele Prominente beherbergt, die im Theater im Park aufgetreten sind. Foto: Frank Dominik Lemke
Das Hotel Wittekind ist eines der ältesten Häuser der Stadt. Es hat viele Prominente beherbergt, die im Theater im Park aufgetreten sind. Foto: Frank Dominik Lemke

„Das Hotel läuft gut. Unsere Stammgäste werden es vermissen. Wir haben uns für den Verkauf entschieden, weil das Angebot gut war“, sagt Inhaberin Ingrid Kuben-Langmann. Das Hotel ist beliebt. Gäste bewerten es im Internet als „Unterkunft mit Seele“, „ein Hotel mit ganz besonderem Charme“.

Hotel ist eines der ältesten Häuser der Stadt

Das Hotel aus dem Jahr 1848 zählte zu den ersten Häusern in Bad Oeynhausen, die für Kurgäste gebaut wurden. Damals verfügte die Pension über sieben Zimmer. 1911 stockte der Inhaber Julius Baudorff das Gebäude auf. 1954 modernisierten die Geschwister Baudorff das Haus ein weiteres Mal. Othmar Kuben übernahm es 1959. Mit Zustimmung des damaligen Ministerpräsidenten Heinz Kühn ließ der neue Inhaber eine Zuleitung an die Thermalsole-Quelle der Stadt Bad Oeynhausen in das Hotel legen .

Hotel Wittekind Bad Oeynhausen

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Diese nutzt seine Tochter bis heute. Die Gäste des Wittekind können im Wasser der Thermalsole von Bad Oeynhausen baden. Das Interieur ist elegant und zeitlos. Zwei alte Bleiglasfenster im Treppenhaus erinnern an die mehr als 150 Jahre alte Geschichte des Hauses.

Ingrid Kuben-Langmann und ihr Lebenspartner Wolfgang Bechmann können viele Geschichten erzählen, die das Hotel erlebt hat. Harald Juhnke hat an der ehemaligen Bar im Keller von seinen Auftritten im Theater im Park erzählt. Uschi Glas zankte sich hier mit Schauspielkollegen. Inge Meysel pflegte ihr Frühstücksei an die Wand des Speisesaals zu klopfen, damit sie die Schale abpellen konnte. „Ich fragte sie, ob ich ihr einen Teller dafür bringen sollte“, erinnert sich Ingrid Kuben-Langmann. „Wenn ich einen Teller wünsche, dann melde ich mich“, antwortete sie und klopfte ihre Frühstückseier weiter an die Wand.

Neuer Besitzer ist noch nicht bekanntgegeben

Das Hotel schließt am 31. Dezember 2019. Mit Weihnachtsgrüßen per Post haben sich Ingrid Kuben-Langmann und Wolfgang Bechmann von ihren Stammgästen verabschiedet. In der Karte steht unter anderem: „Wir danken Ihnen auf diesem Weg für Ihr jahreslanges Vertrauen uns gegenüber. Alle Mitarbeiter, mein Partner Wolfgang Bechmann und ich sagen ‚Adieu‘, leider nicht auf Wiedersehen.“

Der neue Eigentümer will vorerst unerkannt bleiben. Ob und wie er das Hotel weiterführt, ist noch offen. Soweit das Paar weiß, will der Investor weitere Entscheidungen bei der Renovierung treffen. Für Ingrid Kuben-Langmann und Wolfgang Bechmann beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Ursprünglich wollten sie bis 2022 arbeiten.

Was jetzt kommt, darüber haben sie sich kaum Gedanken machen können. Einen Traum wollen sie sich auf jeden Fall erfüllen: die Seebühne in Bregenz besuchen und die Inszenierung von „Rigoletto“ sehen.

Weitere Informationen zum Hotel gibt es hier.

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