Zum Jahresbeginn hat die Diplom-Bibliothekarin (33) die Aufgabe übernommen
Mareike Skibba leitet Stadtbücherei

Bad Oeynhausen (WB). „Die Stadtbücherei hat eine Atmosphäre, die zum Verweilen einlädt.“ Bei dieser Feststellung blickt Mareike Skibba auf die Brücke mit Leseplätzen unweit des Eingangsbereiches der Bibliothek im Lenné-Karre. Seit Anfang des Jahres leitet die 33-jährige Diplom-Bibliothekarin die Einrichtung, die ihren Nutzern etwa 40.000 Medien bietet. Das Spektrum reicht vom klassischen Buch, über CDs, Hörbücher Comics und anderen Lesestoff bis hin zu Spielen und der Möglichkeit der Digital-Ausleihe.

Donnerstag, 16.01.2020, 07:12 Uhr aktualisiert: 16.01.2020, 07:20 Uhr
Seit dem Jahreswechsel lebt und arbeitet Mareike Skibba (33) in Bad Oeynhausen. Sie ist die neue Leiterin der Stadtbücherei im Lenné-Karree. Hier hält sie den Band „Alte Villen – neu gesehen“ von Hans-Dieter Lehmann in Händen. Foto: Claus Brand
Seit dem Jahreswechsel lebt und arbeitet Mareike Skibba (33) in Bad Oeynhausen. Sie ist die neue Leiterin der Stadtbücherei im Lenné-Karree. Hier hält sie den Band „Alte Villen – neu gesehen“ von Hans-Dieter Lehmann in Händen. Foto: Claus Brand

Lob für vorhandene Strukturen

Nachdem der Kooperationsvertrag zwischen den Städten Porta Westfalica und Bad Oeynhausen mit Blickrichtung auf die Büchereien von Portaner Seite aus beendet worden war, hatte die bisherige Leiterin der Bücherei, Susanne Sieker, die Aufgabe im Mai 2019 wieder abgegeben. Seit 2012 betreute sie zuvor mit jeweils einer halben Stelle die Büchereien in Bad Oeynhausen und Porta.

Die in Bad Oeynhausen ist seit Jahresbeginn nun der Arbeitsplatz von Mareike Skibba. Sie lobt vorhandene Strukturen, „von den Arbeitsmöglichkeiten mit PC-Anschluss bis zu vielfältigen Veranstaltungen, die etabliert sind.“ Sie nennt in diesem Zusammenhang auch die Aktivitäten des Fördervereins mit den „Dienstags“- und „Samstagslesern“ aber auch das Sprachcafé, das jeweils freitags angeboten wird. Aktuell, wenige Tage nach Dienstantritt, macht sie sich zunächst ein Bild von der Bücherei und den Aktivitäten dort sowie in ihrem Umfeld. Das Konzept „Dritte Orte“ deckt sich dabei mit ihrem Verständnis von der Bücherei der Zukunft. „Sie soll ein Treffpunkt für die Menschen sein“, sagt sie. Hier könne sie sich vorstellen, in Zukunft auch weitere Akzente zu setzen. Das Ziel Treffpunkt hat sie auch an ihren bisherigen Wirkungsstätten bereits in die Tat umgesetzt.

„Eine Stadtbücherei muss sich als Dienstleister verstehen.“

Als Leiterin der Stadtbücherei Büdelsdorf ist der Außenbereich unter ihrer Regie zur Lese-Terrasse umgestaltet worden, „um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen“. Dort war sie auch für die Bereiche Organisation und Verwaltung zuständig. Auch die Facebook-Seite und den Internet-Auftritt hat sie betreut. „Wie kann ich das Angebot jeweils der Zeit anpassen?“ Die Antworten auf diese Frage würden für sie eine zentrale Rolle einnehmen. Sie sagt: „Eine Stadtbücherei muss sich als Dienstleister verstehen.“ Dazu könnten für die Nutzer auch Sprechstunden und weitere Beratungsangebote gehören. Und eine Neuerung gibt es auch bereits. In der Bücherei wird „freegal-music“ angeboten. Dabei handelt es sich um einen werbefreien Musik-Streaming- und Download-Service, der von der Bücherei kostenlos zur Verfügung gestellt wird. Die Leser können sich über ihren Bibliotheksausweis einloggen. Basis für die Nutzung sind eine mobile App und/oder eine Webseite.

Zur Person

Mareike Skibba (33) ist in Lennestadt im Sauerland geboren. Von 2007 bis 2012 hat sie Bibliothekswesen an der Universität in Köln studiert. Vor ihrem Wechsel nach Bad Oeynhausen war sie von 2014 bis 2015 in der städtischen Fahrbücherei Preetz in Schleswig-Holstein tätig, die der Büchereizentrale in dem nördlichsten Bundesland angeschlossen ist. Dort hat sie etwa 3000 Medien betreut und ist mit einem Bücherei-Bus über Land gefahren, mit Stationen in 36 Gemeinden. Von 2015 bis zuletzt schloss sich die Leitung der Stadtbücherei Büdelsdorf bei Rendsburg an. Dort hat sie mit einem Team von vier Kollegen einen Bestand von etwa 30.000 Medien betreut.

Projekt „Dritte Orte“

Mittelfristig soll die Bücherei einen neuen Standort erhalten. Sie soll wesentlicher Bestandteil eines Begegnungszentrums für Bürger im Komplex VHS/Druckerei (Kaiserstraße 14) in Verbindung mit einem möglichen Neubau für die Bücherei auf einem von der Stadt in unmittelbarer Nachbarschaft erworbenen Grundstück sein. Es handelt sich um eine Immobilie an der Portastraße. Seit dem Jahr 2004 befindet sich die Bücherei im Lenné-Karree.

Wie Rainer Printz, Bereichsleiter Bildung und Kultur, erklärte, soll bis Ende 2020 in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Richard Stang (Hochschule der Medien, Stuttgart) ein Konzept für das Begegnungszentrum vorliegen. Fördermittel für die Umsetzung erhofft sich die Stadt über das Integrierte Städtebauliche Entwicklungskonzept und seitens des Landes über das Förderprogramm „Dritte Orte“ für solche Zen­tren. In einem ersten Anlauf war eine Förderung der Projektentwicklung abgelehnt worden. Die Jury hatte sich in der ersten Stufe vornehmlich für Projekte auf rein ehrenamtlicher Basis entschieden. In der zweiten Stufe sollen aus diesem Programm Fördermittel neu beantragt werden.

Bitte vollenden Sie Frau Skibba

Das WESTFALEN-BLATT hat Büchereileiterin Mareike Skibba gebeten, einige Halbsätze zu vollenden.

 

Mein Lieblingsort zum Lesen...

...ist das Sofa zu Hause.

 

Mehr als einmal gelesen habe ich...

...„Ich bin dann mal weg“ von Harpe Kerkeling.

 

Ein Buch ist spannend...

...wenn es mich von Beginn fesselt und ich es nicht mehr aus der Hand legen kann.

 

Lesen mit einem E-Book-Reader...

...wird immer mehr zu einer Selbstverständlichkeit.

 

Dass manche Kinder erst in der Schule ihr erstes Buch in Händen halten...

...ist schade. Aber dem wirken wir als Bücherei entgegen, indem wir zum Beispiel für Kindergärten Führungen anbieten.

 

Kindern vorzulesen...

...ist immer richtig, egal in welchem Alter.

 

Die Bücherei der Zukunft...

... bedeutet hier, dass sie immer mehr zum sogenannten Dritten Ort und damit zum Treffpunkt für viele Menschen wird.

 

Eines meiner Lieblingsbücher...

...ist „Die Wüstenblume“ von Waris Dirie.

 

Abends im Bett zu lesen...

...ist für mich ein gutes Einschlafritual.

 

Ein Buch wegzuwerfen...

... ist keine Option.

 

Bestsellerlisten sind für mich...

...richtungsweisend für den Kauf neuer Bücher für die Bibliothek, weil sie das Meinungsbild in der Bevölkerung widerspiegeln.

 

Der Förderverein der Stadtbücherei...

...ist ein wichtiger und bedeutender Partner, um zusätzliche Veranstaltungen und mehr anbieten zu können.

 

 

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