Jugendliche der Europaschule Bad Oeynhausen kommen mit Experten und untereinander ins Gespräch
Jeder kann etwas für besseres Klima tun

Bad Oeynhausen (WB). „Einsicht ist der erste Schritt zur Besserung.“ Auf diesem alten Sprichwort basiert das Konzept der beiden „Klima-Schul-Kongresse“, die die Agentur Get People in dieser Woche an aufeinander folgenden Tagen in Kooperation mit den Stadtwerken und dem Business Club Bad Oeynhausen in der Kur­stadt veranstaltet. Am Dienstag verwandelte sich die Europaschule in ein Kongresszentrum, am Mittwoch geht es im Immanuel-Kant-Gymnasium weiter.

Mittwoch, 29.01.2020, 06:30 Uhr
Wir sollten die Auswirkungen unseres Handelns auf das Klima öfter hinterfragen. Dieses Fazit ziehen die Moderatorinnen Lisa Gerkensmeier (von links) und Maja Ramic im Gespräch mit Corinna Zima (Schülerin an der Europaschule) und Nicki Balouchian (Praktikantin der Veranstaltungsagentur Get People). Foto: Malte Samtenschnieder
Wir sollten die Auswirkungen unseres Handelns auf das Klima öfter hinterfragen. Dieses Fazit ziehen die Moderatorinnen Lisa Gerkensmeier (von links) und Maja Ramic im Gespräch mit Corinna Zima (Schülerin an der Europaschule) und Nicki Balouchian (Praktikantin der Veranstaltungsagentur Get People). Foto: Malte Samtenschnieder

„Bei der Vorbereitung haben sich die Schüler sehr viel Mühe gegeben“, sagte Lehrerin Susanne Burg am Rande der Veranstaltung im Forum der Europaschule. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Gabriel Mohamed Haji hatte sie die Mitwirkenden der Jahrgangsstufen EF, Q1 und Q2 bei der Zusammenstellung des Programmablaufs für die etwa 240 Schüler der Jahrgangsstufen 10 und EF unterstützt. Weitere Hilfestellung kam von der Agentur Get People.

Programm stimmt die Teilnehmer nachdenklich

Neben mehreren Video-Einspielern und zwei Skype-Konferenzen mit Gesprächspartnern in Australien und auf der Insel Sylt erwartete die Jugendlichen ein nachdenklich stimmendes Live-Programm. Unter das Motto „CO 2 -Fußabdruck und Klimagerechtigkeit“ hatten die Schülerinnen Charlotte Nävy und Anna Dammeyer ihren Vortrag gestellt. Über das gleiche Thema kamen auch die Klima-Zwillinge Anna-Sophia und Marie-Luise Rother mit ihren Mitschülern ins Gespräch. Für den reibungslosen technischen Ablauf des Morgens sorgte Oliver Ebsen.

Zwei Gesprächsrunden waren ebenfalls in den eng getakteten Ablauf der vierstündigen Veranstaltung integriert. Bei einer Expertenrunde stellten sich Klimaschutzmanager Andreas Witt, Bürgermeister Achim Wilmsmeier, Klimaforscher Prof. Dr. Peter Lemke und Kreishandwerksmeister Karl Kühn den Nachfragen der beiden Moderatorinnen Maja Ramic und Lisa Gerkensmeier.

„Wir haben schon viel für den Klimaschutz getan. Es wäre jedoch falsch, sich auf diesen Lorbeeren auszuruhen“, sagte Achim Wilmsmeier. Insbesondere der weitere Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs biete Potenzial, um noch mehr zum Klimaschutz beizutragen. Als weiteres Beispiel nannte der Bürgermeister das geplante Bikesharing-Angebot.

Viele Chancen im Bereich erneuerbare Energien

Welche Wachstumschancen sich im Bereich erneuerbare Energien bieten, machte Klimaschutzmanager Andreas Witt am Beispiel Solarenergie klar. Vergleiche man die Leistung der aktuell pro Jahr in Deutschland produzierten Solarmodule mit der Jahresproduktion in den 1990er Jahren, habe die Leistungsfähigkeit ungefähr um den Faktor 1000 zugenommen.

„Im Bereich erneuerbare Energien ergeben sich auch viele neue Berufschancen“, sagte Kreishandwerksmeister Karl Kühn. Er verwies darauf, dass beispielsweise auch Solaranlagen fachmännisch montiert und gewartet werden müssten. Zudem spiele die Digitalisierung eine immer wichtigere Rolle. Solarmodule, die selbstständig über eine Störung informieren, seien schon lange keine bloße Zukunftsmusik mehr.

„Mit Solarenergie lassen sich aber nicht alle Mobilitätsprobleme lösen“, betonte Prof. Dr. Peter Lemke. Für schwerere Fahrzeuge wie Busse oder Lastwagen seien derzeit nicht Elektromotoren, sondern Wasserstoffantriebe die beste Wahl. In der öffentlichen Diskussion spiele der Wasserstoffantrieb bislang aber eher eine untergeordnete Rolle. Lemke: „Die Kosten waren einfach zu hoch.“ Werde der Wasserstoff mit Hilfe von Solarstrom erzeugt, sei das aber durchaus klimafreundlich.

Schülerinnen reflektieren ihr eigenes Verhalten

In einer zweiten Gesprächsrunde räumten die Schülerinnen Corinna Zima und Nicki Balouchian ein, dass sie in der Vergangenheit wenig darüber nachgedacht haben, welche Auswirkungen ihr Konsumverhalten auf das Klima hat. „Wenn mir ein Kleidungsstück gefiel, habe ich in erster Linie auf den Preis, nicht aber auf das Herkunftsland geschaut“, sagte Nicki Balouchian. Auch bei Nahrungsmitteln sei ein Hinterfragen der eigenen Gewohnheiten wichtig. „Es macht durchaus Sinn, öfter Produkte aus der eigenen Region einzukaufen“, sagte Corinna Zima.

Öko-Sünden wie Urlaubsreisen im Flugzeug kamen bei der Diskussion ebenfalls auf den Tisch. Fazit: Diejenigen, die das Klima am wenigsten schädigen, leiden am meisten unter den Folgen.

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