Fr., 28.02.2020

Apotheken in Bad Oeynhausen melden ausverkauft – Regale im Einzelhandel so gut wie leer Coronavirus: Desinfektionsmittel werden knapp

In diesem Regal standen eigentlich Desinfektionsmittel. Fast alle Apotheken in Bad Oeynhausen melden ausverkauft.

In diesem Regal standen eigentlich Desinfektionsmittel. Fast alle Apotheken in Bad Oeynhausen melden ausverkauft. Foto: Louis Ruthe

Von Louis Ruthe

Bad Oeynhausen (WB). Keine Apotheke in Bad Oeynhausen führt nach einer Umfrage des WESTFALEN-BLATTES derzeit noch Desinfektionsmittel oder Schutzmasken – Stand Freitagabend. Seit der Nachricht, dass es erste Infizierte des Coronavirus (Convid 19) auch in Nordrhein-Westfalen gibt, decken sich die Bürger offenbar mit Schutzmasken und Desinfektionsmitteln ein.

„Seit Mittwochnachmittag sind bei uns die Regale leer“, sagte Eldrid Mäckeler, Inhaberin der Süd-Apotheke, am Freitag im Gespräch mit dieser Zeitung. Vor allem Desinfektionsmittel und Schutzmasken seien vergriffen.

„Unser Lieferant hat uns bestätigt, dass eine Lieferung neu bestellter Artikel nicht genau terminiert werden kann“, sagte die Apothekerin. Ihr sei vom Unternehmen mitgeteilt worden, dass ihr Lieferant von Desinfektionsmitteln derzeit im Drei-Schicht-Betrieb arbeite, um der Nachfrage gerecht zu werden.

Die Mehrzahl der Bad Oeynhausener Apotheker berichtete, dass es auch bei den Großhändlern zu extremen Lieferengpässen kommt. Anderen Apothekern ist die Lieferung von Schutzmasken bereits abgesagt worden. Von 13 befragten Apotheken hatte – Stand Freitagmorgen – lediglich eine noch etwa 30 Packungen zur Desinfektion von Händen vorrätig. Diese meldete am Freitagmittag, das auch diese inzwischen verkauft worden seien.

Warenversorgung in Supermärkten „gesichert“

Doch nicht nur bei den Apotheken sind in der Kurstadt die Regale leer geräumt, wenn man nach Desinfektionsmitteln sucht. Auch in den Drogerie- und Supermärkten kommt es zu Engpässen. „Wir beobachten eine erhöhte Nachfrage von bestimmten Produkten und stehen hierzu im engen Austausch mit unseren Lieferanten“, teilte eine Rossmann-Sprecherin auf Anfrage mit.

Über genaue Bestände könne und dürfe sie keine Angaben machen. „Der Mundschutz ist derzeit nahezu nicht mehr verfügbar. Wir arbeiten bereits daran, die Verfügbarkeit der Produkte in unseren dm-Märkten sicherzustellen“, teilte Kerstin Erbe, dm-Geschäftsführerin, auf Nachfrage mit. Für die Edeka Minden-Hannover berichtete eine Sprecherin, dass es im Zusammenhang mit der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus keine auffällige Häufung von Einkäufen im Lebensmitteleinzelhandel gibt.

„Auf lokaler Ebene kann es vereinzelt zu einer höheren Nachfrage in einzelnen Warengruppen kommen“, sagte die Sprecherin. Die Warenversorgung der Märkte sei vollständig gesichert und die aktuellen Entwicklungen rund um das Coronavirus würden sehr genau beobachtet werden.

„Sollten Sofortmaßnahmen in Deutschland notwendig werden, sind wir jederzeit in der Lage, entsprechend kurzfristig zu reagieren“, heißt es seitens der Edeka.

Tipps bei Arbeitsausfällen

„Das Corona-Virus kann durch Lieferengpässe oder Schutzmaßnahmen bei Betrieben erhebliche Arbeitsausfälle verursachen“, teilte auch die Agentur für Arbeit OWL mit. Sollten diese Ausfälle mit einem Entgeltausfall verbunden seien, sei ein Ausgleich mit Hilfe des Kurzarbeitergeldes möglich.

Der Anspruch auf Kurzarbeitergeld müsse grundsätzlich auf einem unabwendbaren Ereignis oder wirtschaftlichen Gründen beruhen. „Dies trifft etwa dann zu, wenn Lieferungen ausbleiben und die Produktion eingeschränkt werden muss. Ein unabwendbares Ereignis liegt auch dann vor, wenn etwa durch staatliche Schutzmaßnahmen Betriebe geschlossen werden“, heißt es in einer Erklärung der Agentur.

Ob die Voraussetzungen für die Gewährung von Kurzarbeitergeld vorliegen, entscheide die zuständige Agentur für Arbeit. Betriebe müssten Kurzarbeit vorher bei der Arbeitsagentur anzeigen. „Die Arbeitsagenturen sind auf solche Situationen gut eingestellt.“, heißt es von ihrer Seite. Arbeitgeber können sich entweder direkt in der Arbeitsagentur oder telefonisch unter 0800/4555520 informieren.

Hotline fürs Wochenende

Das Gesundheitsamt des Kreises bittet darum, bei allgemeinen Fragen zum Coronavirus die kassenärztliche Vereinigung unter Telefon 116117 zu kontaktieren. Dort ist eine Patientenhotline “Corona” für dieses Wochenende eingerichtet. Über die Hotline beraten Ärzte Anrufer, die Sorge wegen Corona haben. Die Anrufer müssen allerdings mit Wartezeiten rechnen.

Es gelten folgende Telefonzeiten: Samstag, 29. Februar, 8 bis 22 Uhr und Sonntag, 1. März, 8 bis 22 Uhr.

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