Mi., 11.03.2020

Business Club Bad Oeynhausen lädt zum 16. Sülteschmaus in der Wandelhalle Mit Grünkohl gegen Benachteiligung

Kartoffeln, Grünkohl, Kassler und Rauchenden: Das Küchenteam des Business Clubs hat am Montag alle Hände voll zu tun, um die hungrigen Sülteschmaus-Gäste zu bewirten.

Kartoffeln, Grünkohl, Kassler und Rauchenden: Das Küchenteam des Business Clubs hat am Montag alle Hände voll zu tun, um die hungrigen Sülteschmaus-Gäste zu bewirten. Foto: Jenny Karpe

Von Jenny Karpe

Bad Oeynhausen (WB). Lecker essen, sich austauschen und dabei etwas Gutes tun: Der Business Club Bad Oeynhausen hat am Montag zum jährlichen Sülte­schmaus in die Wandelhalle geladen. In diesem Jahr kam mit 150 Gästen ein Viertel weniger als im Vorjahr – aus Sorge vor dem Coronavirus.

„Weniger Gäste heißt aber nicht, dass sich im kommenden Jahr etwas an unseren Spenden ändert“, erklärte Pressesprecher Dirk Sork. Der Clubvorsitzende Stefan Kolodziejczyk fand in seiner Ansprache sowohl ernste als auch amüsante Worte über die Situation durch den Coronavirus. „Wir sehen gerade, dass wir ganz andere Probleme angehen könnten, wenn wir wollten“, sagte er.

Man solle sich keine gesundheitlichen Sorgen machen, denn: „Der Europäer stirbt vorrangig an seinen schlechten Gewohnheiten.“ Zum Abschluss seiner Rede hatte er Empfehlungen für den Abend parat. „Waschen Sie stets Ihre Hände und niesen Sie nicht in den Grünkohl Ihres Nachbarn.“

Aus Erfahrung weniger eingekauft

Der Sülteschmaus hat den Zweck, „Bürger guten Appetits und guten Willens“ zusammenkommen zu lassen. Tradition und Namen entstammen der Bad Oeynhausener Legende des Colons Sültemeyer mit seinen Schweinen, welche die erste Solequelle der Stadt gefunden haben sollen. Gemäß der Geschichte gibt es darum Grünkohl und etwas vom Schwein.

Dafür war wie immer das Küchenteam des Clubs zuständig. „Wir haben etwas weniger eingekauft als sonst, aber nicht wegen des Virus, sondern aus Erfahrung“, sagte Boris Frankowski, der den Abend zunächst hinter der Theke verbrachte.

Die Einnahmen kommen wie in den vergangenen Jahren der Aktion „Bildungspartner“ zugute. Karola Picht-Dreier, Schulleiterin der Realschule Nord, hat 2000 Euro entgegen genommen. „Von diesem Geld schaffen wir Laptops an, die für benachteiligte und internationale Schüler als Leihgabe dienen sollen“, sagte sie. „Diese Schüler sollen die Möglichkeit haben, unter den gleichen Bedingungen zu arbeiten wie ihre Mitschüler.“

In den vergangenen Jahren sind die Spenden des Clubs auch in Fördermaterialien, individuelle Nachhilfe und Lerninseln an der Realschule geflossen.

Schulleiter Tom van de Loo vom Immanuel-Kant-Gymnasium konnte sich über einen Scheck über 5000 Euro freuen. „Wie in den Vorjahren geht das Geld fast komplett in die Aktion ‚Schüler helfen Schülern­‘“, sagte er. Dabei helfen ältere Schüler jüngeren mit Problemen in allen möglichen Fächern und werden dafür bezahlt. „Die 5000 Euro reichen genau ein Jahr“, sagte Tom van de Loo. „Die Aktion kommt auch Kindern zugute, die derzeit Deutsch als Fremdsprache lernen.“

120.000 Euro gesammelt

Der Sülteschmaus wurde bereits zum 16. Mal organisiert, bislang kamen insgesamt mehr als 120.000 Euro zur Unterstützung für Bildungsprojekte zusammen. „An dem, was hier läuft, kann sich jede Stadt ein Vorbild nehmen“, sagte Ingo Ellerkamp, der in diesem Jahr für die SPD als Landrat kandidiert.

In seiner Heimatstadt Petershagen gebe es kein solches Treffen. „Dabei ist diese ungezwungene Atmosphäre sehr schön, um Kontakte zu knüpfen, die man sonst nicht haben würde“, sagte er. Auch der Löhner Immobilien-Kaufmann Olaf Schweneker freute sich über die Gelegenheit und den Austausch. „Sonst trifft man kaum in so einer Form aufeinander.“

Bürgermeister Achim Wilmsmeier sieht das genauso: „Der Sülteschmaus bringt wichtige Akteure der Stadt zusammen, um sich auf Augenhöhe auszutauschen. Ich höre gerne zu und nehme Vorschläge entgegen.“

Nebenbei konnten die Gäste etwas mehr über die Stadtgeschichte erfahren. Colon Sültemeyer alias Friedrich Obermeier hatte im Stadtarchiv ein Dokument gefunden, in dem nicht die Schweine das Salz fanden, sondern Sültemeyers Frau Christine Alwine Pauline. „Der historische Grundgedanke der Veranstaltung soll schließlich auch bewahrt werden“, sagte Obermeier.

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