Staatsbad GmbH, GOP-Varieté, Kirchenkreis Vlotho und UCI-Kinowelt reagieren auf Virus
Corona: Einschnitte im öffentlichen Leben

Bad Oeynhausen (WB). Der Coronavirus hat Auswirkungen auf das öffentliche Leben in Bad Oeynhausen. Nicht nur die Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH, sondern auch das GOP-Varieté im Kaiserpalais, der Kirchenkreis Vlotho und die UCI-Kinowelt am Werre-Park sind betroffen.

Freitag, 13.03.2020, 06:00 Uhr
Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Entwicklungen hat die Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH den Frühjahrsmarkt am 28. und 29. März in der Bad Oeynhausener Innenstadt abgesagt. Auch der verkaufsoffene Sonntag fällt aus. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv
Vor dem Hintergrund der Coronavirus-Entwicklungen hat die Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH den Frühjahrsmarkt am 28. und 29. März in der Bad Oeynhausener Innenstadt abgesagt. Auch der verkaufsoffene Sonntag fällt aus. Foto: Malte Samtenschnieder/Archiv

Wie die Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH mitteilt, werden der diesjährige Frühjahrsmarkt, der am Samstag und Sonntag, 28. und 29. März, in der Innenstadt stattfinden sollte, sowie der damit einhergehende verkaufsoffene Sonntag ausfallen . Die Veranstaltungen im Theater im Park und in der Wandelhalle finden weiterhin statt. „Es gelten jedoch geänderte Einlassbeschränkungen“, sagte Staatsbad-Geschäftsführerin Beate Krämer im Gespräch mit dieser Zeitung.

Der Frühjahrsmarkt erfreue sich Jahr für Jahr großer Beliebtheit. Mehrere tausend Menschen bevölkerten die Innenstadt. Dabei lasse sich nicht rekonstruieren, wer wann an welchem Ort war. „Dies ist jedoch nach einer Auflage des Gesundheitsamtes derzeit eine Voraussetzung für eine Veranstaltung dieser Größe“, sagte Beate Krämer. Deshalb werde die Veranstaltung abgesagt. Der verkaufsoffene Sonntag hätte aus Anlass des Frühjahrsmarktes stattgefunden und falle ebenfalls aus.

Neue Regeln fürs Theater

Aus derselben Auflage des Gesundheitsamtes leiten sich laut Beate Krämer auch neue Einlassregelungen für Veranstaltungen im Theater im Park und in der Wandelhalle ab. „Bis auf weiteres müssen alle Besucher am Einlass mit Name und Anschrift erfasst werden“, betont die Staatsbad-Geschäftsführerin. Trete eine Corona-Infizierung bei einem Besucher auf, sei so im Nachhinein nachvollziehbar, wer an der Veranstaltung teilgenommen habe. Dadurch ließen sich mögliche Infektionsketten erschließen.

„Bei allen Veranstaltungen haben Gesundheit und Sicherheit der Besucherinnen und Besucher, aber auch der Mitarbeiter oberste Priorität“, sagt Beate Krämer. Die Staatsbad GmbH stehe in fortlaufendem Austausch mit den Behörden. Sollte die Absage von weiteren Veranstaltungen empfohlen oder angeordnet werden, werde die Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH unverzüglich reagieren und darüber informieren.

Miroslav Nemec kommt nicht

Aus organisatorischen Gründen wurde am Donnerstag das für diesen Freitag geplante Konzert von Miroslav Nemec und Band „Der Kommissar rockt“ um 19.30 Uhr im Theater im Park abgesagt. Die Veranstaltung wird nach Angaben der Staatsbad Bad Oeynhausen GmbH im Herbst 2021 nachgeholt.

Der genaue Termin wird noch bekannt gegeben. Die Tickets behalten für den Ersatztermin ihre Gültigkeit, können aber an der Vorverkaufsstelle zurückgeben werden, an der sie gekauft wurden.

Stadt im engen Austausch

„Die Stadt Bad Oeynhausen und die Staatsbad GmbH stehen im Dialog mit den Verantwortlichen von größeren Veranstaltungen und besprechen das weitere Vorgehen zum Umgang mit den Empfehlungen des Landes zum Corona-Virus“, sagte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich. In vielen Gesprächen sei deutlich geworden, dass die Veranstalter sehr besonnen mit der Situation umgingen und Verständnis für mögliche Absagen hätten und diese oft von sich aus ausgesprochen hätten.

Besonderes Augenmerk muss nach Angaben des Stadtsprechers bei tatsächlich stattfindenden Veranstaltungen darauf liegen, die Namen und Anschriften der anwesenden Personen zu erfassen, um gegebenenfalls Infektionsketten nachvollziehen zu können. Volker Müller-Ulrich: „Der Bereich Sicherheit und Ordnung steht dazu auch im ständigen Austausch mit dem Gesundheitsamt des Kreises, um hier jeweils tagesaktuell die bestmöglichen Entscheidungen zu treffen.“

GOP-Varieté setzt auf Sicherheit

„Wir tun alles Mögliche, um unseren Besuchern – aber auch unseren Mitarbeitern – die maximale Sicherheit zu bieten“, sagte Christoph Meyer, Direktor des GOP-Varietés Bad Oeynhausen, im Gespräch mit dieser Zeitung. Angesichts der aktuellen Corona-Entwicklungen seien die Reinigungszyklen im Kaiserpalais verkürzt worden. „Handläufe und Türklinken werden regelmäßig desinfiziert“, sagte Christoph Meyer.

Zudem seien zusätzliche Desinfektionsmittelspender für die Besucher aufgestellt worden. Zudem seien alle Mitarbeiter bei einer Schulung für das Coronavirus sensibilisiert worden. Christoph Meyer: „Regelmäßiges Händewaschen und Desinfizieren sind bei uns aber Standard.“

Keine Auswirkungen auf Spielplan

Auswirkungen auf den Spielplan sehe er aktuell nicht. „Wir werden alle geplanten Veranstaltungen durchführen. Das sind wir unseren Mitarbeitern und Gästen schuldig“, sagte der Varietédirektor. Messbare negative Auswirkungen auf das Buchungsverhalten, etwa für die neue Show „Sombra“, die am Donnerstagabend im Kaiserpalais Premiere feierte, gebe es bislang nicht.

Im Varietésaal stehen laut Christoph Meyer 342 Sitzplätze zur Verfügung. „Einige unserer Kunden haben allerdings Veranstaltungen, die sie bei uns durchführen wollen, um einige Zeit nach hinten verschoben“, sagte der Varietédirektor. Stornierungen seien die Ausnahme.

Zusätzliche Maßnahmen zur Erfassung von Name und Anschrift, wie sie bis auf Weiteres auch für die Besucher des GOP-Varietés im Kaiserpalais gelten, müssen laut Christoph Meyer nicht ergriffen werden. „Insbesondere über unser digitales Buchungssystem, das auch online verfügbar ist, werden diese Daten automatisch erfasst.“

Kirchenkreis sagt zwei Konzerte ab

Auch der Kirchenkreis Vlotho sieht sich angesichts der Coronavirus-Entwicklungen zum Handeln veranlasst: Das für diesem Samstag geplante Konzert „Leiden- und Auf(er)stehen“ mit der Westfälischen Kantorei um 19 Uhr in der Auferstehungskirche am Kurpark fällt aus. Zwecks Rückerstattung können sich Betroffene an Kreiskantor József Opicz, Telefon 0177/4104646, wenden.

Zudem haben die Veranstalter des Konzertes mit dem „Voktett Hannover“ an diesem Sonntag um 17 Uhr in St. Stephan Vlotho am Donnerstag entschieden, das Konzert abzusagen und auf einen Termin im Herbst zu verschieben. Sie bitten um Verständnis für diese Vorsichtsmaßnahme und erstatten in den nächsten zehn Tagen allen Nutzern des Kartenvorverkaufs den vollen Kartenpreis in der jeweiligen Vorverkaufsstelle.

Gottesdienste wie üblich

„Unsere Gottesdienste finden weiter in vollem Umfang statt“, sagte Christopher Deppe, Sprecher des Kirchenkreises Vlotho, am Donnerstag im Gespräch mit dieser Zeitung. Über die Durchführung weiterer Veranstaltungen müssten die zuständigen Gemeinden beziehungsweise die jeweiligen Veranstalter entscheiden.

Kinopremieren verschoben

Mit Gelassenheit beobachtet Christian Zienc, Theaterleiter in der UCI-Kinowelt am Werre-Park, die aktuellen Coronavirus-Entwicklungen. „Bis jetzt merken wir keine messbaren Auswirkungen auf den Kartenverkauf“, sagte Christian Zienc im Gespräch mit dieser Zeitung. Ein Vergleich der Besucherzahlen für die vergangene Woche und die Woche davor ergebe zudem keinen Besucherrückgang, sondern eine Zunahme.

Auswirkungen auf den Spielbetrieb gebe es aber dennoch. „Die Premiere des neuen James-Bond-Films wurde ja unlängst vom 2. April auf Oktober verschoben“, sagte Christian Zienc. Auch der Film „Peter Hase“ komme nicht, wie geplant, am 26. März, sondern voraussichtlich erst am 30. Juli in die Kinos.

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