Sa., 14.03.2020

Die Stadtwerke Bad Oeynhausen suchen am Weserufer in Porta Westfalica-Vennebeck nach Trinkwasser Vier Probebohrungen mit offenem Ausgang

Seit Wochenbeginn bohrt eine Spezialfirma am Weserufer in Vennebeck im Auftrag der Stadtwerke Bad Oeynhausen nach Trinkwasser. Das Bohrgestänge wird im Trockenbohrverfahren etwa 20 Meter tief in den Untergrund getrieben.

Seit Wochenbeginn bohrt eine Spezialfirma am Weserufer in Vennebeck im Auftrag der Stadtwerke Bad Oeynhausen nach Trinkwasser. Das Bohrgestänge wird im Trockenbohrverfahren etwa 20 Meter tief in den Untergrund getrieben. Foto: Stadtwerke Bad Oeynhausen

Von Malte Samtenschnieder

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica  (WB). Die Stadtwerke Bad Oeynhausen lassen nach Trinkwasser bohren. Seit Wochenbeginn ist dazu eine Spezialfirma am Weserufer in Porta Westfalica-Vennebeck – in Sichtweite des Rehmer Wasserwerkes – im Einsatz.

„Es ist vorgesehen, dass die Firma vier sogenannte Messpegel bohrt“, sagt Susanne Brants. Sie ist Geschäftsbereichsleiterin Wasser bei den Stadtwerken Bad Oeynhausen. Es handele sich um Erkundungsbohrungen mit offenem Ausgang. Denn bislang gebe es keine Erfahrungswerte zu Bohrungen in den Kieslagen am Weserufer.

Das Bohrgestänge werde im Trockenbohrverfahren etwa 20 Meter tief in den Untergrund getrieben. Der Bohrkern habe einen Durchmesser von 30 Zentimetern. „Wir erhoffen uns von der Bohrung Erkenntnisse über die geologischen Verhältnisse“, sagt Susanne Brants. Pro Bohrung seien zwei bis drei Tage veranschlagt. Bis Ende März solle das Vorhaben abgeschlossen sein. Dann beginne die Auswertung.

Qualität und Menge des verfügbaren Grundwassers interessieren

„Uns interessieren insbesondere die Qualität und die Menge des verfügbaren Grundwassers“, sagt die Geschäftsbereichsleiterin. Falle die Bewertung negativ aus, würden die Aktivitäten im aktuellen Untersuchungsgebiet nicht weiterverfolgt. Seien sie vielversprechend, werden über einen längeren Zeitraum weitere Untersuchungen erforderlich sein. Erst danach könne entschieden werden, ob die Trinkwasservorkommen erschlossen werden könnten.

Für den möglicherweise zukünftig anstehenden Transport von Trinkwasser von der Portaner auf die Bad Oeynhausener Weserseite haben die Stadtwerke Bad Oeynhausen bereits im Sommer 2019 vorgesorgt. Im Zuge der Anbindung des Wassernetzes der Stadtwerke Porta Westfalica an das Pumpwerk in Rehme wurde ein zusätzliches Leerrohr mitverlegt. „Das war die kostengünstigste Lösung“, erläutert Susanne Brants.

Dass die aktuellen Bohrungen auf dem Gebiet der Stadt Porta Westfalica stattfinden, hat auch mit der Flächenverfügbarkeit zu tun. „Wir bohren dort, weil uns ein entsprechendes Grundstück zur Verfügung steht“, erläutert Susanne Brants. Ein weiteres Kriterium für die Auswahl des Standorts sei die kurze Entfernung zum Pumpwerk Rehme.

Suche nach Trinkwasser auch an anderen Orten im Stadtgebiet

„Grundsätzlich überlegen wir, ob es auch Sinn macht, an anderen Orten im Stadtgebiet nach weiteren Trinkwasservorkommen zu suchen“, sagt die Geschäftsbereichsleiterin. Da die Solevorkommen aufgrund von Verwerfungen im Untergrund auch Auswirkungen auf die Trinkwassergewinnung haben, sei das aber nicht so einfach. Spruchreif sei aktuell nichts. „Konkrete Angaben zu weiteren Suchgebieten kann ich derzeit nicht machen“, betont Susanne Brants.

Im Hinblick auf die angespannte Trinkwassersituation in den vergangenen drei Sommern ist die Geschäftsbereichsleiterin dankbar für die reichlichen Niederschlagsmengen in den vergangenen Wochen und Monaten. „Das sorgt für eine volle Weser, und auch die Grundwasserstände füllen sich auf“, sagt Susanne Brants.

Ob das Wasser im kommenden Sommer – insbesondere in längeren Hitzeperioden mit hohen Verbrauchsspitzen – ausreichen werde, könne derzeit niemand sagen. Das gleiche dem Blick in die Glaskugel. „Natürlich bereiten wir uns auf mögliche Trockenperioden vor und stehen dazu auch in engem Kontakt zum Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen“, betont die Expertin. Die Stadt Bad Oeynhausen bezieht etwa zwei Drittel ihres Wassers vom Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen. Der Rest wird vornehmlich über das Rehmer Wasserwerk gefördert.

Hoffnungen ruhen auf neuem Hochbehälter in Bergkirchen

Große Hoffnungen setzt Susanne Brants in den neuen Hochbehälter in Bergkirchen , für den in Kürze der erste Spatenstich erfolgen soll. Wenn er fertiggestellt ist, könnte der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen seine Wasserreserven von derzeit 7000 Kubikmetern um zusätzliche 10.000 Kubikmeter mehr als verdoppeln. „Der zusätzliche Hochbehälter ist eine gute Maßnahme, die sicherlich für uns Vorteile bringt.“ Auch Löhne, Hüllhorst und Hille – die weiteren Kommunen, die der Wasserbeschaffungsverband Am Wiehen mit Wasser versorgt – würden davon profitieren.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.

Google-Anzeigen

© WESTFALEN-BLATT
Vereinigte Zeitungsverlage GmbH

Alle Inhalte dieses Internetangebotes, insbesondere Texte, Fotografien und Grafiken, sind urheberrechtlich geschützt. Verwendung nur gemäß der Nutzungsbedingungen.

Mehr zum Thema

Anzeige


https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7326548?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2198384%2F2198399%2F2516044%2F