Mi., 25.03.2020

Stadt und Initiative Bad Oeynhausen wollen Auswirkungen der Krise mildern Digitale Plattform als Schaufenster?

Wie stark Handel und Dienstleister derzeit leiden, belegt auch der Blick in die menschenleere Klosterstraße im Stadtzentrum am Dienstagnachmittag. Die massiven Einschränkungen im Zuge der Coronakrise treffen die Gewerbetreibenden hart.

Wie stark Handel und Dienstleister derzeit leiden, belegt auch der Blick in die menschenleere Klosterstraße im Stadtzentrum am Dienstagnachmittag. Die massiven Einschränkungen im Zuge der Coronakrise treffen die Gewerbetreibenden hart. Foto: Claus Brand

Von Claus Brand

Bad Oeynhausen (WB). Die Initiative Bad Oeynhausen mit ihrem Vorsitzenden Tim Schütte und die Stadt wollen an einem Strang ziehen, wenn es um die Abfederung von Auswirkungen für Dienstleister und Einzelhandel durch die Corona-Krise geht. Die Stadt richtet ihr Augenmerk dabei auf die heimische Wirtschaft insgesamt. Die gemeinsamen Anstrengungen gehen aus Schreiben von Schütte an die Mitglieder der Initiative und einem des Bürgermeisters an die Initiative als Organisation sowie die heimischen Unternehmen insgesamt hervor. Beide liegen der Redaktion vor.

Fixkosten laufen weiter

„Vor allem Sie als Gewerbetreibende sind auf besondere Weise von der Pandemie betroffen“, richtet sich Bürgermeister Achim Wilmsmeier in seinem Brief an die Einzelhändler und Dienstleister, die in diesen Tagen ihre Geschäfte schließen mussten. In dieser Zeit würden die Fixkosten für Immobilien und Personal weiterlaufen. Achim Wilmsmeier: „Das trifft gleichermaßen Kleinstunternehmen und größere Firmen bei uns. Als Stadt möchten wir da unterstützen, wo es geht.“ So habe er bereits Lockerungen bei der Vorauszahlung der Gewerbesteuer veranlasst. Darüber hinaus habe er sich an den Städte- und Gemeindebund gewandt. Er hoffe, dass die Vertretung der Kommunen in NRW ihren Einfluss geltend machen könne, „um möglichst schnell unbürokratische und vor Ort wirksame Hilfen für Unternehmen in Bad Oeynhausen auf den Weg zu bringen“.

Hilfe auch für den kleinen Laden an der Ecke

Gerade in den Kommunen mit ihrem lokalen Bezug und dem Draht zu den Gewerbetreibenden werde in dieser Krisensituation deutlich, dass es nicht nur Weltkonzerne und deutschlandweit agierende Konzerne gebe, „die jetzt schnelle Hilfe brauchen“. Auch der sprichwörtliche kleine Laden an der Ecke brauche die gleiche Hilfe und habe diese auch verdient. Der Bürgermeister führt weiter aus: „Derzeit loten Wirtschaftsförderung, Stadtmarketing und Staatsbad GmbH gemeinsam aus, wie man die lokalen Unternehmen und Produkte auch während der Corona-Krise sichtbar machen kann.“ Die Stadt werde auf die Initiativen der lokalen Wirtschaft zukommen. „Wir würden uns über deren Unterstützung sehr freuen.“

Ansprechpartner

Alle aktuellen Informationen rund um die Corona-Pandemie hat die Stadt auf ihrer Internetseite gebündelt. Das Angebot richte sich an Unternehmen, aber auch an alle Bürger der Stadt. Ansprechpartner für weitergehende Fragen sind der städtische Wirtschaftsförderer Patrick Zahn, Telefon 05731/141050. Er ist auch per E-Mail an die Adresse p.zahn@badoeynhausen.de erreichbar. Der Bürgermeister: „Ich hoffe, dass wir gemeinsam einen guten Weg für Bad Oeynhausen durch die Krise finden werden.“

Suche nach Lösungen

Zu derzeit sich auch in der Stadtverwaltung in der Überlegung befindenden Ansätzen für den kurzfristigen Aufbau einer Online-Plattform für den Bad Oeynhausener Einzelhandel sagte Stadtsprecher Volker Müller-Ulrich dieser Zeitung auf Anfrage: „Es geht jetzt darum, gemeinsam mit den Händlern in Bad Oeynhausen eine Lösung umzusetzen, bei der keine langfristigen finanziellen und vertraglichen Bindungen entstehen. Hier können wir uns eine Plattform als Schaufenster des lokalen Handels vorstellen, über die die Bad Oeynhausener Händler ihre Produkte vorstellen und gleichzeitig Wege anbieten können, wie sie die Waren am Ende zum Kunden bekommen.“

Informationen seitens der Stadt gibt es im Internet: www.badoeynhausen.de/corona

So sieht die Initiative die aktuelle Krisenlage

„Auf Grund der Corona-Krise befinden wir uns in einer schwierigen und existenzbedrohenden Lage.“ Mit diesen Worten leitet Tim Schütte, Vorsitzender der Initiative Bad Oeynhausen, einen Brief an die Einzelhändler und Dienstleister im Stadtzen­trum ein. Tim Schütte weiter: „Wir als Initiative möchten Sie in dieser Situation nicht alleine lassen.“ Der Vorstand hat Punkte aufgelistet, die aus seiner Sicht für Händler und Dienstleister von besonderer Wichtigkeit sind:

  • Kurzarbeitergeld beantragen: Dem Schreiben an die Mitglieder ist ein Anhang beigefügt, der über die Beantragung informiert. Beim Arbeitsamt in Bad Oeynhausen seien weitere Informationen zum Ablauf erhältlich.
  • Herabsetzung der Gewerbe-, Körperschafts- und Einkommenssteuer-Vorauszahlung: Dieses müsse bei den jeweiligen Ämtern beantragt werden. Der Bürgermeister habe bereits darauf hingewiesen, dass die vorgenannten Vorauszahlungen angepasst werden sollen.
  • Liquidität erhalten: Laut Schütte soll es Soforthilfen für Einzelhändler geben. Sie seien aktuell aber noch nicht verfügbar. Der Vorsitzende empfiehlt, aufgrund der dynamischen Lage den Kontakt zu Wirtschaftsförderer Patrich Zahn zu suchen.
  • Miete: Tim Schütte rät, Rücksprache mit den Vermietern zu halten. Vielleicht sei eine Stundung oder Reduzierung der Miete eine Option.

Zudem ruft er einzelne Mitglieder auf, Anregungen ihrerseits an ihn weiterzuleiten, per E-Mail an die Adresse t.schuette@me.com. Sein Appell lautet: „Die Krise ist schwierig, aber gemeinsam schaffen wir das!“

 

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