Zeitpunkt für Saisonstart an Rehmer Insel unklar – Fahrkarten sollen teurer werden
Fährmann, wo ist die „Amanda“?

Bad Oeynhausen/Porta Westfalica (WB). Jedes Jahr kurz vor Ostern kommt die Zeit, in der Peter Nikolaus Wartenberg mit seiner „Amanda“ die ersten Radlergruppen und Familien von der Rehmer Insel zum Südlichen See über die Weser schippert – und das seit 29 Jahren. Doch dieses Jahr sorgt das Coronavirus für ein Novum. Denn bislang ist für den Binnenschiffer unklar, wann er mit der Fähre erstmalig übersetzen darf. Weder die Anleger, noch die Fähre sind vor Ort zu sehen.

Sonntag, 12.04.2020, 06:55 Uhr aktualisiert: 12.04.2020, 10:08 Uhr
Der Fährmann hat sein Haus im Blick: Peter Nikolaus Wartenberg begrüßt zu dieser Jahreszeit normalerweise seine ersten Fahrgäste auf der „Amanda“. Doch durch das Coronavirus verschiebt sich der Saisonstart um unbestimmte Zeit. So liegt das Schiff derzeit nicht im Hafen. Foto: Louis Ruthe
Der Fährmann hat sein Haus im Blick: Peter Nikolaus Wartenberg begrüßt zu dieser Jahreszeit normalerweise seine ersten Fahrgäste auf der „Amanda“. Doch durch das Coronavirus verschiebt sich der Saisonstart um unbestimmte Zeit. So liegt das Schiff derzeit nicht im Hafen. Foto: Louis Ruthe

„Die ‚Amanda‘ liegt im Mindener Industriehafen“, berichtet Peter Nikolaus Wartenberg, Fährmann und Pächter der „Amanda“. Normalerweise hätte die Fähre von 1928 schon längst in der Werft Rosemeier für die anstehende Saison aufbereitet werden müssen. „Da die davon ausgehen, dass ich nicht fahren darf, werden die Arbeiten aufgeschoben“, sagt der Fährmann.

In den kommenden Tagen will Peter Nikolaus Wartenberg das Fährhaus für die Saison vorbereiten und den Anleger auf Portaner Seite zu Wasser lassen.

In den kommenden Tagen will Peter Nikolaus Wartenberg das Fährhaus für die Saison vorbereiten und den Anleger auf Portaner Seite zu Wasser lassen. Foto: Louis Ruthe

Seit fünf Jahren wird die kleine 48 PS Fähre dort gereinigt, Stellen am Rumpf ausgebessert und das Öl gewechselt. „Bei dem Wetter wäre ich schon längst auf dem Wasser“, sagt Peter Nikolaus Wartenberg. Doch auf der kleinen Fähre und an den Anlegern sei es für ihn unmöglich, Sorge dafür zu tragen, dass die vorgeschriebenen Mindestabstände von mögliche Fahrgästen eingehalten werden.

Mit der PS-schwachen „Amanda“ gegen die Strömung

„Außerdem ist es auf dem Schiff nicht möglich, bargeldlos zu bezahlen“, berichtet Peter Nikolaus Wartenberg. Und da er selbst mit seinen 73 Jahren fast schon zur Risikogruppe zähle, sei für ihn der verspätete Start des Fährbetriebes logisch. Neben der „Amanda“ werden im Mühlenkreis auch Fähren in Porta Westfalica-Veltheim und Petershagen vorerst nicht fahren.

In den kommenden Tagen will Peter Nikolaus Wartenberg das Fährhaus für die Saison vorbereiten und den Anleger auf Portaner Seite zu Wasser lassen. „Den Anleger an der Rehmer Insel hat immer die Stadt in die Weser gewuchtet“, sagt er. Bei der Begutachtung des Anlegers kommen bei dem Fährmann einige Sorgen auf. „Der noch lose Rost müsste dringen entfernt werden. Ein neuer Anstrich ist auch nicht verkehrt“, sagt Peter Nikolaus Wartenberg.

Wenn die Arbeiten getan sind, die Wege zu den Anlegern vom Schlamm und Dreck des jüngsten Hochwassers befreit sind, möchte Peter Nikolaus Wartenberg die „Amanda“ aus Minden holen. „Der Weg von der Werft bis zu den Anlegern dauert fünf Stunden“, berichtet er. Denn mit der PS-schwachen „Amanda“ gegen die Strömung der Weser zu schippern, sei kein Zuckerschlecken.

Fahrpreise sollen erhöht werden

Ende April hofft Peter Nikolaus Wartenberg den Fährbetrieb aufnehmen zu können. „Immerhin bessere ich damit meine kleine Binnenschiffer-Rente auf“, verrät er. Unabhängig von der unerwarteten Situation in diesem Jahr hat Peter Nikolaus Wartenberg die Erhöhung der Fahrpreise geplant.

„Seit der Euro-Einführung sind die Fahrpreise immer gleich geblieben“, berichtet der Fährmann. Um wie viel Prozent die Preise teurer werden, wolle er sich noch überlegen. „Es werden aber keine ‚Schweinepreise‘ von mir verlangt“, sagt er. Als Tickets sollen weiter Bonbons gelten. Auch den Mühlentropfen soll es wieder an Bord der „Amanda“ geben. „Damit keiner seekrank wird“, sagt Peter Nikolaus Wartenberg.

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