Neues Kommunikationsangebot im Seniorenzentrum Bethel in Bad Oeynhausen
„Fenstertelefon“ schafft Nähe trotz Distanz

Bad Oeynhausen (WB). Insbesondere älteren Menschen fällt in der Corona-Krise die Distanz zu Familie und Freunden schwer. Wie lang diese Situation noch anhält, kann niemand sagen. „Es sind ja nicht nur die Berührungen, die fehlen“, meint Joachim Knollmann, Hauptgeschäftsführer des Seniorenzen­trums Bethel. Es seien Stimme und Blickkontakt, Gespräche, Geschichten sowie gemeinsames Lachen, das Bewohnern und Angehörigen fehle.

Mittwoch, 15.04.2020, 13:19 Uhr
Um Bewohnern und ihren Angehörigen in der Corona-Krise den Kontakt zu erleichtern, hat das Seniorenzentrum Bethel ein Fenstertelefon installiert. Helga und Hans Paul sind davon begeistert. Foto:
Um Bewohnern und ihren Angehörigen in der Corona-Krise den Kontakt zu erleichtern, hat das Seniorenzentrum Bethel ein Fenstertelefon installiert. Helga und Hans Paul sind davon begeistert.

Joachim Knollmann: „Das Besuchs- und Kontaktverbot fällt vielen schwer, doch es ist eine unerlässliche Maßnahme zum Schutz unserer Bewohner, deshalb müssen wir es konsequent umsetzen.“

Neben dem Skypen bietet die Einrichtung nun auch das klassische Telefonat – jedoch durch ein Fenster – an. „Das Fenster muss aus Sicherheitsgründen geschlossen bleiben“, erläutert Cornelia Möller, Geschäftsführerin Pflegedienstleitung, das Angebot. Die Telefonate fänden immer nur einzeln und nach vorheriger Terminabstimmung statt. Eine Betreuungskraft begleite die Bewohner zu diesen Gesprächen.

Große Freude bei den Bewohnern

Einrichtungen wie das Seniorenzentrum Bethel sind nach eigenen Angaben in diesen Zeiten gefordert „kreative Nähe“ zu schaffen. Die Herausforderung bestehe darin, den älteren Menschen mit ihren jeweiligen Möglichkeiten gerecht zu werden. Den Senioren fehle die Vorfreude auf den nächsten Tag, und gerade diese sei ein wesentlicher Faktor der Motivation und Lebensqualität, ergänzt Cornelia Möller.

Familie Paul hat das neue „Fenstertelefon“ direkt ausprobiert. Die Freude drüber ist in ihren Gesichtern abzulesen. Hans Paul besucht seine Frau Helga eigentlich täglich für mehrere Stunden. Die Zwei sind mehr als 50 Jahre verheiratet, und seine Besuche sind ein fester Bestandteil des Tages. Natürlich könne man diesen Verzicht mit dem „Fenstertelefon“ nur teilweise auffangen, doch Familie Paul habe das neue Angebot große Freude geschenkt, teilt das Seniorenzentrum mit.

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