Förderverein Freibad Lohe bangt um Eröffnung am 10. Mai – Saison steht auf der Kippe
Eigentlich fehlt nur noch das Wasser

Bad Oeynhausen (WB). Temperaturen um die 20 Grad und bis zu 13 Stunden Sonnenschein am Tag: Was das Wetter betrifft, stehen die Zeichen in den vergangen Tagen auf Sommerbeginn, und den ein oder anderen hartgesottenen Schwimmer kribbelt es schon unter den Fingern. Am Sonntag, 10. Mai, möchte der Förderverein Freibad Lohe daher eigentlich die Saison einläuten. Doch dass der Freibad-Sommer wie geplant stattfinden kann, hält Stadtwerke-Vorstand Andreas Schwarze für fragwürdig. Denn eine finale Corona-Verordnung für Bäder gibt es bisher nicht.

Mittwoch, 22.04.2020, 06:16 Uhr aktualisiert: 22.04.2020, 06:20 Uhr
Harald Bernshausen (Zweiter Vorsitzender, von links), Doris Unger (Schriftführerin) und Kerstin Klinksiek (Vorsitzende) vom Förderverein hoffen, dass sie das Bad wie geplant am 10. Mai eröffnen können - wenn auch unter strengen Auflagen. Fotos: Lydia Böhne

Im Freibad auf der Lohe herrscht weiterhin vorerst reges Treiben: Die Becken werden geschrubbt, die Wände gestrichen und die Terrasse auf Vordermann gebracht – eigentlich alles wie immer. „Wir bereiten uns ganz normal auf die Eröffnung am 10. Mai vor“, sagt Schriftführerin Doris Unger. Etwas anderes bleibt den Mitgliedern des Fördervereins derzeit auch nicht übrig, denn wie es mit den Freibädern bundesweit weitergeht, ist von offizieller Seite aus noch nicht bekanntgegeben worden.

„Bis es amtliche Vorgaben gibt, müssen wir abwarten“, bringt es Kerstin Klinksiek auf den Punkt. Die Vorsitzende hofft, dass bis Ende April Klarheit herrscht. Bis dahin arbeite man vorerst weiter. Das bestätigt auch Andreas Schwarze von den Stadtwerken: „Wir bereiten alles soweit vor. Nur das Wasser muss dann noch eigelassen werden. Das dauert etwa eine Woche.“ Wie die Entscheidung von Bund und Ländern bezüglich einer Regelung für Freibäder aussehen könnte, darüber kann auch der Stadtwerke-Vorstand nur spekulieren. Angesichts der andauernden Abstandsregelungen hält Andreas Schwarze eine Öffnung für schwierig. Die Beaufsichtigung der Regel-Einhaltung sei mit einem hohen personellen Aufwand verbunden und daher kaum umsetzbar.

Schwere Saison erwartet

„Ich bin nur verhalten optimistisch und denke, dass es ein sehr schlechtes Jahr werden wird“, sagt Andreas Schwarze im Gespräch mit dieser Zeitung. Im Außenbereich sei der Abstand möglicherweise noch zu regeln, doch spätestens im Wasser stoßen die Maßnahmen an ihre Grenzen. Auch wenn Schwimmmeister Daniel Ruppert betont, dass die Viren im Wasser abgetötet werden, ist eine Verbreitung oberhalb der Wasseroberfläche während des Schwimmens immer noch möglich.

Die Vorstandsmitglieder des Fördervereins geben den Kampf aber noch nicht verloren: „Wir haben Ideen, wie man vorgehen könnte. Ich persönlich kann mir alles vorstellen, auch wenn es noch so bekloppt ist“, sagt Doris Unger. Doch bis keine offizielle Entscheidung gefallen ist, nützen diese Überlegungen nichts.

Sollte bis zum 10. Mai kein Beschluss gefasst worden sein, wäre laut Kerstin Klinksiek auch die Verschiebung des Saisonstarts denkbar. „Je nach dem, wie weit er sich nach hinten verschiebt, müssen wir dann schauen, ob es sich noch rechnen würde“, ergänzt die Vorsitzende.

Förderverein hat keine Rücklagen

Einen Zuschuss von 20.000 Euro erhält das Loher Freibad von den Stadtwerken. „Davon bezahlen wir einen unserer drei Schwimmmeister“, erläutert Kerstin Klinksiek. Nach Abzug bleiben dem Bad 6300 Euro. Die Mitarbeiter arbeiten ehrenamtlich , um zusätzlich Kosten zu sparen. „Es gibt keine Rücklagen“, ergänzt die Vorsitzende. Bezüglich der Finanzen befände man sich in engem Kontakt mit Andreas Schwarze.

Der Förderverein hofft außerdem auf die Hilfe seiner Unterstützer. Saisonkarten konnten bisher nicht verkauft werden. Auch Einnahmequellen durch das Sponsoren- und Hundeschwimmen könnten wegfallen.

An einem Sommertag zählt das Freibad nach Aussage von Doris Unger mehr als 700 Besucher. Da das S ielbad in dieser Saison wegen der Umbauarbeiten geschlossen ist und Sommerurlaube voraussichtlich nur eingeschränkt möglich sein werden, würde sich der Besucherandrang vermutlich auf das Loher Bad kanalisieren. „Wir würden gerne für alle Bürger da sein“, sagt Kerstin Klinksiek.

Die Eröffnung am 10. Mai hatten die Organisatoren eigentlich mit Musik und Geselligkeit geplant. Sollte das Bad entgegen der Befürchtungen unter Auflagen öffnen dürfen, prophezeit Doris Unger den Besuchern trotzdem einen tollen und etwas anderen Saisonstart unter dem Motto: „Jetzt erst recht!“

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