Einsatzkräfte in Bad Oeynhausen auch in der Corona-Krise gut aufgestellt
Feuerwehr führt Stichwort Covid-19 ein

Bad Oeynhausen (WB). Kontaktbeschränkungen und Homeoffice sind für die Einsatzkräfte des Feuerwehr- und Rettungsdienstes in ihrem Arbeitsalltag keine Option. Aber wie gehen die haupt- und ehrenamtlichen Kräfte mit der momentanen Situation um, und welche Konsequenzen ergeben sich durch Corona für den Dienst? Andre Tegeler von der Feuer- und Rettungswache sowie Stefan Meier und Nico Czimmernings von der Freiwilligen Feuerwehr berichten von den Maßnahmen.

Donnerstag, 23.04.2020, 05:02 Uhr aktualisiert: 23.04.2020, 05:30 Uhr
Stefan Meier, Leiter der Feuerwehr der Stadt Bad Oeynhausen, zeigt Anzug und Schutzmaske, die die Feuer- und Rettungswache vorrätig hat. Die Maske entspricht der Schutzklasse drei und ist damit ein effektiver Schutz vor Corona. Foto: Lydia Böhne
Stefan Meier, Leiter der Feuerwehr der Stadt Bad Oeynhausen, zeigt Anzug und Schutzmaske, die die Feuer- und Rettungswache vorrätig hat. Die Maske entspricht der Schutzklasse drei und ist damit ein effektiver Schutz vor Corona. Foto: Lydia Böhne

Noch hat es laut Stefan Meier, Leiter der Feuerwehr der Stadt Bad Oeynhausen, keinen Corona-Fall in den Reihen der Feuerwehr gegeben. Damit das so bleibt, beginnen die Vorsichtsmaßnahmen auf der Feuer- und Rettungswache an der Königstraße bereits an der Eingangstür: Um die Infektionsgefahr so gering wie möglich zu halten, gilt dort ein Betretungsverbot für nicht diensthabendes Personal.

Ausnahmen gelten beispielsweise für Reinigungskräfte oder Servicetechniker. Alle Besucher müssen sich, um die Infektionskette nachvollziehen zu können, in eine Namensliste eintragen. Im Eingangsbereich gibt es außerdem einen Handdesinfektionsspender sowie Schuhdesinfektionsmatten.

Desinfektion drei Mal täglich

Weiter kommt nach dem Eingangsbereich nur, wer einen Schlüssel zur zweiten Tür hat, die die weiteren Räumlichkeiten abtrennt und somit eine Art Schleuse bildet. Innerhalb des Gebäudes richtet man sich nach dem üblichen Hygienestandard, der in einem höheren Intervall stattfindet.

„Dreimal am Tag werden alle Türen- und Fenstergriffe desinfiziert. Gereinigt werden außerdem Schreibtische und Balkongeländer“, erläutert Andre Tegeler. „Die Mahlzeiten können räumlich getrennt eingenommen werden. Dienstbesprechungen finden nicht in der großen Runde statt“, ergänzt der Mitarbeiter im gehobenen Dienst der hauptamtlichen Wache.

Stichwort COVID-19

Der Kontakt lässt sich auf dem Weg zum Einsatz im Fahrzeug nicht vermeiden. Um bei einer Infektion handlungsfähig zu bleiben, wurde ein System mit drei Wachabteilungen eingerichtet, das Vermischungen unter den Mitarbeitern vermeidet. Die etwa 100 Mitarbeiter arbeiten jeweils in einem Turnus von zehn Tagen, bevor sie wieder in die Bereitschaftsphase wechseln.

„Was die Ausrüstung angeht, sind wir gut aufgestellt, müssen aber auch haushalten. Neben Anzügen und Desinfektionsmittel halten wir auch FFP-3-Masken vor“, berichtet Andre Tegeler. „Sobald sich bei einem Einsatz Atemnot ankündigt oder das Stichwort COVID-19 genannt wird, greift das rettungsdienstliche Personal auf die geltenden Maßnahmen zurück“, fügt Tegeler hinzu.

Nur das Nötigste in den Gerätehäusern

Täglich hat die Feuerwehr seit dem Beginn der Kontaktbeschränkungen mindestens ein Einsatzgeschehen mit Beteiligung der Freiwilligen Feuerwehr verzeichnet. Auch wenn die ehrenamtlichen Kräfte nur unterstützend hinzugezogen werden, gelten auch hier für den Notfall Vorsichtsmaßnahmen.

„In den Feuerwehrgerätehäusern wird nur das Nötigste erledigt, beispielsweise nach den Fahrzeugen sehen. Auch hier gibt es zusätzliches Desinfektionsmittel, auch um die Lenkräder zu säubern“, erläutert Nico Czimmernings, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Ein Schichtsystem gibt es nicht

Sollte es unter den 259 Mitgliedern der Einsatzabteilung zu krankheitsbedingten Ausfällen kommen, könne man diese laut Nico Czimmernings gut kompensieren. „Viele der Ehrenamtlichen befinden sich im Homeoffice, das erhöht zusätzlich die Einsatzstärke. Ein Schichtsystem gibt es nicht“, ergänzt der stellvertretende Leiter.

Stefan Meier ist Mitglied des Stabes für außergewöhnliche Ereignisse, der von Bürgermeister Achim Wilmsmeier eingerichtet wurde. „Die Wehrleistung ist also immer über die Entwicklungen im Bild“, sagt Nico Czimmernings. Bei allen Handlungen sieht der stellvertretende Leiter die Feuerwehr in einer Vorbildfunktion. Zusätzlich betonen die ehrenamtlichen Leiter, dass die Gefahrenabwehr an erster Stelle steht.

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