Werre-Park: 40 von 80 Geschäften geöffnet – nur die Häflte der Besucher derzeit im Schnitt
Werre-Park: Zwischen Landeserlass, Maskenpflicht und Autokino

Bad Oeynhausen (WB). Nach dem Shoppen einfach im Auto sitzen bleiben, einen Film schauen oder beim Konzert mitrocken. So ähnlich könnte es in Zukunft für Besucher des Werre-Parks aussehen. Doch noch ist der Konjunktiv geboten, wenn Centermanager Torben Schultz auf Fragen zu Veranstaltungen wie Autokino oder sogar Autokonzert auf dem Werre-Park-Parkplatz antwortet. Zwei Dinge sind derweil sicher, Platz genug ist vorhanden und erste Gespräche führt der Centermanager bereits mit Kooperationspartnern.

Samstag, 25.04.2020, 06:05 Uhr aktualisiert: 26.04.2020, 09:16 Uhr
Der große Andrang im Werre-Park ist in der ersten Woche nach der Wiedereröffnung, wie von Centermanager Torben Schultz erwartet, ausgefallen. Auch am Freitag sind auf dem Parkplatz noch ausreichend Stellplätze frei geblieben. Diese könnten sich demnächst wieder füllen, wenn ein Autokino konkreter wird. Foto: Louis Ruthe
Der große Andrang im Werre-Park ist in der ersten Woche nach der Wiedereröffnung, wie von Centermanager Torben Schultz erwartet, ausgefallen. Auch am Freitag sind auf dem Parkplatz noch ausreichend Stellplätze frei geblieben. Diese könnten sich demnächst wieder füllen, wenn ein Autokino konkreter wird. Foto: Louis Ruthe

Wenn Torben Schultz dieser Tage durch die Ladenstraße des Werre-Parks geht, dann bleibt das Telefon nicht stumm. „150 Anrufe am Tag sind fast schon normal“, sagt er und spricht dabei durch seinen Mundschutz. Von Montag an ist dieser im Werre-Park Pflicht. Grund genug gibt es derzeit, ein Gespräch mit ihm zu suchen. Seit Montag dürfen wieder viele Geschäfte bis 800 Quadratmeter öffnen – auch im Werre-Park .

Für alle Geschäfte über 800 Quadratmeter – im Werre-Park trifft dies auf sieben große Filialisten zu – gibt es laut Torben Schultz bis Freitagmittag noch keine rechtliche Grundlage, die es den Geschäften erlaubt mit verkleinerter Verkaufsfläche zu öffnen.

Viele Gastronomen lassen Geschäfte zu

„Die Mieter pochen natürlich darauf, wieder eröffnen zu dürfen“, sagt Torben Schultz. Jeder Mieter, der sein Geschäft wieder aufnimmt, sei ein Gewinn für das gesamte Center. Derzeit haben erst etwa 40 der 80 Läden im Werre-Park geöffnet. Das spiegelt sich auch in der Besuchsfrequenz wider. Einige Hundert Besucher zeitgleich verzeichnet der Werre-Park im Schnitt in der ersten Woche nach der Schließung. „Wir liegen etwa unter der Hälfte des üblichen Niveaus. Es ist aber auch verständlich. Immerhin können so die Abstandsgebote sehr gut eingehalten werden“, sagt der Centermanager.

Neben zu großen Geschäften, wie TK Maxx, Decathlon, H&M, C&A, Intersport Voswinkel oder Saturn haben fast alle Gastronomen ihren Betrieb noch nicht wieder aufgenommen. Laut Landeserlass (Stand: Freitag) darf jeder Gastronom ein „Take-Away“ von Speisen und Getränken anbieten, jedoch muss der Verzehr der Speisen 50 Meter von der Ausgabestelle entfernt sein. „Für den Werre-Park bedeutet dies, dass durch die behördlichen Auflagen der Verzehr der Speisen in der Ladenstraße untersagt ist“, sagt Schultz.

Nebenkosten sind gesenkt worden

Lediglich das Eiscafé Florenz und Karlchens Backstube würden diese Regelung nutzen. „Während der Schließungen vieler Geschäfte haben wir sehr darauf geachtet, zügig die Nebenkosten für unsere Mieter zu reduzieren und sie so in der schwierigen Phase zu entlasten, indem wir beispielsweise die Beheizung und Belüftung heruntergefahren haben“, sagt der Centermanager.

Stefan Kolkmeyer (56) zeigt, wie es geht. Trotz Spuckschutz an der Kasse trägt der Einzelhändler eine Maske.

Stefan Kolkmeyer (56) zeigt, wie es geht. Trotz Spuckschutz an der Kasse trägt der Einzelhändler eine Maske. Foto: Louis Ruthe

Einer der Einzelhändler, der seit Montag wieder geöffnet hat, ist Stefan Kolkmeyer (56), Inhaber von „Cult-Uhr“. Drei Kunden darf er gleichzeitig in seinem durch schmale Gänge geprägten Geschäft beraten. Die Verordnungen zum Sicherstellung des Infektionsschutzes hat Stefan Kolkmeyer nach Einschätzung von Centermanager Torben Schultz „sehr gut“ umgesetzt. Pfeile auf dem Boden sollen die Kunden durch sein kleines Geschäft leiten. Für die Kasse hat der Einzelhändler in Heimarbeit zudem einen riesigen Spuckschutz angefertigt.

Torben Schultz: „Das tut schon weh“

„Natürlich bin ich froh wieder im Geschäft zu sein, aber Uhren und Schmuck sind derzeit nicht die gefragtesten Artikel“, sagt Stefan Kolkmeyer. Hinzu kommt, dass er derzeit keine neue Aushilfe einarbeiten kann und seine Teilzeitkraft (Mutter von zwei Kindern im Kindergartenalter) die Kinder betreuen muss. „Kurz vor der Krise ist meine ehemalige Aushilfe mit der Ausbildung fertig geworden und fällt somit fürs Geschäft aus“, berichtet Stefan Kolkmeyer.

Ein „Ausfall“ bleibt derzeit auch das Magics-Entertainment-Center neben dem Werre-Park. „Es ist für unser Magics-Entertainment-Center mit den Mietern UCI-Kino, Casino Bad Oeynhausen und Merkur Spielothek eine sehr schwierige Zeit. Das tut schon weh, wenn man sieht, wie bemüht die Mieter immer waren“, sagt Torben Schultz.

Mit dem UCI stehe man derzeit im engen Austausch, wie und ob eine Autokino bald am Werre-Park Realität werden könnte. „Wir müssen jetzt erst mal schauen, wie sich die Lage in den nächsten Wochen entwickelt“, sagt Torben Schultz. An große Veranstaltungen im Werre-Park, wie das Stabhochsprung-Meeting oder eine Fashion-Show sei in einer Pandemie nicht zu denken.

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