Berolina-Klinik bietet psychologisches Beratungstelefon an
Sorgen trotz sozialer Distanz teilen können

Löhne/Bad Oeynhausen (WB). Seit Anfang April bietet die Berolina-Klinik telefonische Unterstützung für Menschen, die sich aufgrund der Bedrohung durch die Corona-Pandemie psychisch belastet fühlen. Die Nachfrage sei beständig und zeige, wie „groß der Bedarf“ ist, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin Kristin Schwagmeier.

Mittwoch, 29.04.2020, 03:10 Uhr aktualisiert: 29.04.2020, 18:02 Uhr
Bei Sorgen das Gespräch suchen: Das ist in Zeiten der Corona-Pandemie mit Regelungen zur sozialen Distanz nicht einfach. Die Berolina-Klinik bietet deshalb ein psychologisches Beratungstelefon an, das jedermann der Sorgen hat, in Anspruch nehmen kann. Foto: dpa
Bei Sorgen das Gespräch suchen: Das ist in Zeiten der Corona-Pandemie mit Regelungen zur sozialen Distanz nicht einfach. Die Berolina-Klinik bietet deshalb ein psychologisches Beratungstelefon an, das jedermann der Sorgen hat, in Anspruch nehmen kann. Foto: dpa

Montags bis freitags zwischen 9 und 14 Uhr ist die Hotline unter der Telefonnummer 05731/782480 durchgängig besetzt. „Eine erfahrene Mitarbeiterin sortiert zunächst vor, ob es sich um ein Anliegen zur Rehabilitation handelt oder ob anderer Beratungsbedarf besteht“, erläutert Kristin Schwagmeier. Als anerkannte Fachklinik für psychosomatische Rehabilitation sowie für verhaltensmedizinische Orthopädie verfügt die Berolina-Klinik über fundierte Erfahrung, wenn es darum geht, Menschen in Krisensituationen zu stabilisieren.

Doch aktuell ist auch für die traditionsreiche Einrichtung im Grenzbereich Löhne-Bad Oeynhausen alles anders. „Viele Rehabilitationen sind ausgesetzt aufgrund der Corona-Prävention“, berichtet Schwagmeier. Das bedeutet: Menschen, die zum Teil lange gekämpft haben um eine stationäre Unterstützung, die ihre Arbeits- und Lebensumstände ausgerichtet haben auf eine Abwesenheit von fünf oder mehr Wochen, um zu sich selbst zurück zu finden, sie müssen jetzt zuhause bleiben. Müssen warten.

„Offenes Ohr“ gegen die Einsamkeit

„Als sich abzeichnete, dass wir vorübergehend keine Neuaufnahmen mehr haben würden, hat unser Chefarzt Dr. Jörg Manzick die Anregung für das Corona-Telefon ins Gespräch gebracht“, so Schwagmeier weiter.

Tatsächlich melden sich seit dem Start vor vier Wochen jeden Tag regelmäßig Menschen bei der Hotline. Nicht nur Organisatorisches rund um einen verschobenen Klinikaufenthalt sei Thema, sondern auch der „Kummer um Corona“, weiß die stellvertretende Geschäftsführerin. „Da brechen plötzlich Existenzen ein, weil durch Kurzarbeit oder möglichen Arbeitsplatzverlust in den Familien erhebliche Gelder wegfallen“, berichtet sie.

Andere Menschen hätten Probleme mit der Isolation und suchten in ihrer Einsamkeit oder Verzweiflung ein „offenes Ohr“. „Da setzt unser psychologischer Beratungsdienst aus der Klinik an“, fährt Schwagmeier fort. Ein diensthabender Psychologe sei während der Sprechzeiten immer erreichbar, bei Bedarf könnten auch zusätzliche Termine vereinbart werden.

Viele Menschen haben Angst

„Durch die Nicht-Aufnahme in die Rehabilitation verschieben sich die Probleme der Betroffenen nicht nur, sie verstärken sich sogar“, ist Schwagmeier überzeugt. Die psychische Vorbelastung, die einen stationären Aufenthalt sinnvoll erscheinen lasse, werde durch die Corona-Krise zusätzlich stimuliert: „Ganz viele Menschen haben einfach auch Angst vor der Viruserkrankung“. Anträge im vierstelligen Bereich lägen derzeit on hold, sagt Schwagmeier. „Wir vermuten, dass wir sie bis zum Jahresende gar nicht alle bedienen können“.

Umso wichtiger ist ihr die vertrauensvolle Kommunikation mit den Patienten. „Viele Fragen um die verschobene Reha lassen sich telefonisch klären. Das beruhigt schon mal. Und wir stellen fest, dass wir mit dem Beratungstelefon durchaus auch akute Nöte lindern können“, sagt die stellvertretende Geschäftsführerin. Und empfiehlt ausdrücklich zur „Nachahmung“, was bisher offenbar nur von der Berolina-Klinik im heimischen Umfeld angeboten wird.

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